Saarbahn-Streik: Achter Warnstreik ohne Ende – S1 steht still
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Tarifstreit

Saarbahn-Streik: Achter Warnstreik ohne Ende – S1 steht still

Die GDL weitet den Tarifkonflikt bei der Saarbahn aus: Seit Mittwochmittag ruht die TramTrain-Linie S1 erneut – und das Ende des achten Warnstreiks ist völlig offen. Die Gewerkschaft reagiert auf das fehlende Angebot des Arbeitgebers.

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Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am Mittwoch, dem 22. Juli 2026, um 12:00 Uhr den achten Warnstreik bei der Saarbahn GmbH begonnen – und dieses Mal ohne ein festes Ende. Die TramTrain-Linie S1 zwischen Lebach und Saargemünd ist damit bis auf Weiteres komplett eingestellt.

Laut GDL hat die Arbeitgeberseite bis zuletzt kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. „Die Beschäftigten haben mit ihrer hundertprozentigen Beteiligung an der Urabstimmung und an den bisherigen Streikmaßnahmen unmissverständlich klargemacht, dass sie die Hinhaltetaktik des Arbeitgebers nicht akzeptieren“, erklärte GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß. Fahrgäste müssen auf den von der Saarbahn eingerichteten Schienenersatzverkehr ausweichen, der ab dem 23. Juli bereitgestellt werden soll.

Forderung nach eigenem Haustarifvertrag

Im Kern des Konflikts steht die Forderung der GDL nach einem speziellen Tarifvertrag für die rund 80 bis 100 Lokführer der Saarbahn. Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Saar hingegen prüft, den im Frühjahr für die Busfahrer abgeschlossenen Verdi-Tarifvertrag auch auf das Fahrpersonal der S1 anzuwenden. Die GDL wertet dies als Versuch, Gewerkschaften gegeneinander auszuspielen, und spricht von „Tarifflucht durch die Hintertür“.

Bereits der vorherige, siebte Warnstreik vom 9. bis 14. Juli hatte den Betrieb auf der S1 für fast eine Woche lahmgelegt. Damals endete die Arbeitsniederlegung nach einer Ankündigung der GDL, um den Druck aufrechtzuerhalten. (ZEIT/dpa)

Wir bedauern die Belastungen für die Fahrgäste ausdrücklich, aber die Verantwortung dafür trägt allein die Saarbahn. Wer kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegt, alles gegen die Mitarbeiter in Stellung bringt und stattdessen versucht, Gewerkschaften gegeneinander auszuspielen, verlässt endgültig den Boden einer normalen Tarifauseinandersetzung.
Mario Reiß, GDL-Bundesvorsitzender

Die Saarbahn hat auf den Streik mit der Organisation von Busersatzverkehr reagiert, Details dazu wurden auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht. Ob der Ausstand das am Wochenende stattfindende Nauwieser Viertelfest in Saarbrücken beeinträchtigen wird, wollte die GDL weder bestätigen noch dementieren.

Mit dem achten Warnstreik in Folge erreicht der Tarifkonflikt eine neue Eskalationsstufe. Die GDL hat mehrfach betont, die Arbeitskämpfe so lange fortzusetzen, bis ein eigenständiger Tarifvertrag für die Lokführer der Saarbahn vorliegt. Ein Ende der Stilllegung der S1 ist derzeit nicht absehbar.

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