Vollverschleierte Aktivistin erhält British Citizen Award – und löst heftigen Shitstorm aus
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Niqab-Debatte

Vollverschleierte Aktivistin erhält British Citizen Award – und löst heftigen Shitstorm aus

Khadija Patel aus Bolton wurde für ihren Einsatz für muslimische Mädchen und Frauen im Palace of Westminster geehrt. Dass sie den Preis im Niqab entgegennahm, hat eine hitzige Debatte über die Vereinbarkeit von Vollverschleierung und Frauenrechten entfacht.

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Es sollte der Höhepunkt ihres ehrenamtlichen Engagements werden: Am 23. Juli 2026 nahm Khadija Patel im prunkvollen Palace of Westminster den British Citizen Award entgegen, die höchste Auszeichnung für außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement im Vereinigten Königreich. Wie The Bolton News berichtet, trug die Gründerin des Mädchen-Sportvereins KRIMMZ Girls Youth Club aus Bolton dabei einen Niqab, der nur ihre Augen erkennen ließ. Was als Bild einer stolzen Preisträgerin gedacht war, wurde binnen Stunden zum Zündstoff eines erbitterten Kulturkampfs in den sozialen Netzwerken.

Die 28 Preisträger der Juli-Runde des „People’s Honours“ wurden von Fernsehmoderator Matt Allwright geehrt, bevor eine offene Busrundfahrt durch Westminster folgte. Patel, die den Jugendclub 2009 ehrenamtlich ins Leben rief, erreicht mit ihrem Team jährlich über 16.000 Menschen, vor allem muslimische Mädchen und Frauen, die sie mit kultursensiblen Angeboten an den Sport heranführt.

X · @LancashireFA
Dieser Preis ist nicht nur für mich. Er repräsentiert jeden Freiwilligen, jedes Mädchen, jede Frau, jede Familie und jedes Gemeindemitglied, das den KRIMMZ Girls Youth Club unterstützt hat.
Khadija Patel, Gründerin des KRIMMZ Girls Youth Club und BCA-Preisträgerin

Doch schon kurz nachdem der Fußballverband Lancashire FA ein Foto der Verleihung auf X teilte, kippte die Stimmung. Tausende Nutzer diskutierten die Frage, ob eine vollverschleierte Frau für Frauen-Empowerment ausgezeichnet werden könne. „Warum ein Foto machen, wenn niemand sehen kann, wer es ist? Findet ihr das nicht lächerlich?“, kommentierte ein Nutzer unter einem Post des Portals 5Pillars – und erhielt 141 Likes. document.news dokumentierte die Welle empörter Reaktionen.

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Shitstorm auf X: „Einer von ihnen ist britisch“

Ein anderer X-Nutzer postete ein Bild, das einen Niqab und eine Burka nebeneinander zeigte, und schrieb: „Finde den Unterschied – ich gebe dir einen Hinweis: Einer von ihnen ist britisch.“ Der Beitrag wurde 213 Mal geliked. Der konservative US-Kommentator David Strom nannte die Auszeichnung auf HotAir ein Beispiel dafür, wie britische Behörden „absurde Anstrengungen unternehmen, um so zu tun, als seien Muslime genau wie alle anderen“.

Ich bin sehr dankbar und fühle mich geehrt, diesen Preis erhalten zu haben. Man sagt, Teamwork lässt Träume wahr werden, und ich möchte allen danken, die an KRIMMZ beteiligt sind – den Freiwilligen, Teilnehmerinnen, Eltern, Partnern, Sponsoren und der gesamten Gemeinde in Bolton, ohne die wir nicht tun könnten, was wir tun.
Khadija Patel, Preisträgerin des British Citizen Award 2026

360 Mitglieder, 950 Trainingseinheiten, King’s Award

Trotz der Kontroverse ist Patels Arbeit unbestritten. Ihr KRIMMZ Girls Youth Club zählt über 360 aktive Mitglieder und bietet Schwimmen, Fußball, Netball, Skifahren, Yoga, Cricket, Bogenschießen und Radfahren an – alles in geschlechtergetrennten Einheiten mit weiblichen Coaches und Rücksicht auf Gebetszeiten und religiöse Kleidungsvorschriften. Der Club wurde bereits 2025 mit dem King’s Award for Voluntary Service, der höchsten Auszeichnung für Freiwilligenorganisationen, geehrt. Auch den BBC Sports Personality of the Year Unsung Hero Award und die Bolton Civic Medal hat Patel bereits erhalten.

In Großbritannien wird die Debatte um muslimische Vollverschleierung seit Jahren geführt. Während die Junge Freiheit schreibt, auf der KRIMMZ-Website seien „vermehrt junge verschleierte Mädchen“ zu sehen, betonen Unterstützer Patels, dass es gerade um die Ermöglichung von Teilhabe gehe. Der Sportverband Sporting Equals lobte Patel für ihren „unermüdlichen Einsatz“, und die LTA zeichnete sie 2026 mit dem Cathie Sabin Volunteer of the Year Award aus.

Weder Khadija Patel noch KRIMMZ haben sich bislang öffentlich zu den Online-Angriffen geäußert. Eine Sprecherin des British Citizen Award betonte gegenüber The Bolton News lediglich, die Medaille werde für „außergewöhnlichen Mut, Selbstlosigkeit und anhaltende bürgerschaftliche Führungsstärke“ verliehen. Die Frage, ob Vollverschleierung und Frauen-Empowerment einander ausschließen, wird Großbritannien weiter beschäftigen.

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