Ein nächtlicher Notruf, ein gellender Schrei, dann ein Schuss – die TikTok-Influencerin Sara Gilson (43) wurde am 23. Juli 2026 in ihrem Haus in Owasso, Oklahoma, von ihrem Ehemann Jeremiah Shawn Duffey (48) mit einem Kopfschuss getötet. Anschließend richtete Duffey die Waffe gegen sich selbst. Die Polizei stuft die Tat als Mord-Selbstmord ein, wie NBC News berichtete.
Nur zwölf Tage zuvor hatte Gilson auf ihrem TikTok-Kanal @mrsgilson ein Video veröffentlicht, in dem sie Duffey öffentlich der Pädophilie beschuldigte. Sie saß ernst vor der Kamera, der Text lautete: „Ich bereite mich darauf vor, wenn Netflix eine Dokumentation über meinen zukünftigen Ex-Mann macht, von dem ich gerade erfahren habe, dass er ein Pädophiler ist.“ Darunter schrieb sie: „Ich wünschte, das wäre ein Witz.“
Auslöser der Anschuldigung war ein Vorfall am Abend des 9. Juni 2026. Duffey, der als Basketballtrainer für ein nicht mit den öffentlichen Schulen verbundenes Team tätig war, soll während einer Veranstaltung in einer Grundschule eine 15-jährige Spielerin unsittlich berührt und geküsst haben. Ein anderer Trainer wurde Zeuge, schritt ein und informierte die Eltern. Duffey floh, bevor die Polizei eintraf.
Schutzanordnung und öffentlicher Vorwurf
Noch am 10. Juni erwirkte Gilson eine einstweilige Verfügung gegen Duffey. Er musste das gemeinsame Haus in Collinsville verlassen und durfte sich ihr nicht nähern. In den Gerichtsunterlagen gab sie an, Duffey besitze eine Waffe, habe mit Selbstmord gedroht und sei auf der Flucht. Bereits 2021 hatte sie zweimal vergeblich versucht, solche Anordnungen zu erwirken.
Etwa einen Monat später, am 11. Juli, postete sie das TikTok-Video. Freunde berichten, dass das Paar zu diesem Zeitpunkt bereits seit mindestens einem Monat getrennt lebte. Das Mädchen, das Opfer des Übergriffs geworden sein soll, hatte zudem ausgesagt, Duffey habe ihr unangemessene Nachrichten geschickt, sie zu einem Treffen in seinem Hotelzimmer aufgefordert und ihr Geld gegeben, um sie zum Schweigen zu bringen.
Die Tatnacht
Gegen 23:15 Uhr am 23. Juli ging der Notruf ein. Ein Nachbar alarmierte ebenfalls die Polizei, nachdem ein Jugendlicher aus dem Haus zu ihm geflüchtet war und gesagt hatte, sein Stiefvater habe seine Mutter erschossen. Die Aufnahme des Notrufs hielt einen gellenden Schrei und einen lauten Knall fest. Die Beamten fanden wenig später Sara Gilson und Jeremiah Shawn Duffey mit tödlichen Schusswunden am Kopf. Das Kind wurde in Schutzgewahrsam genommen und später an einen nicht in die Tat verwickelten Elternteil übergeben.
Warnungen des Ex-Mannes
„Sie steckte in einer Beziehung, in der häusliche Gewalt präsent war, und sie konnte sich nicht daraus lösen.“
Gilsons Ex-Mann Lyle Landers (46), Vater der gemeinsamen Kinder, sagte im Gespräch mit People: „Ich hatte sie fünf Jahre lang angefleht, von ihm loszukommen. Aber er schien eine Art Kontrolle über sie zu haben, und sie schien nicht loszukommen.“ Er beschrieb seine Ex-Frau als „einen wunderschönen Menschen, innen wie außen“ und sagte, ihr Versuch, Kinder zu schützen, habe zu ihrem Tod geführt.
Am Tag vor ihrem Tod verbrachte Gilson nach Angaben einer Freundin einen entspannten, fröhlichen Tag. Ihr letzter Instagram-Post vom 3. Juli 2026 zeigte lächelnde Bilder aus einem Urlaub in Miami, untertitelt mit den Worten: „Bringt mich zurück nach Miami. Bestes Wochenende meines Lebens.“ Eine Freundin organisierte eine GoFundMe-Spendenaktion zur Unterstützung der beiden Kinder.
Da Duffey Mitglied der Osage Nation war und sich die mutmaßliche Tat in Stammesgebiet ereignete, wurde der Fall zur Prüfung an die Bundesstaatsanwaltschaft weitergeleitet. Die örtliche Polizei sah Duffey wegen unsittlicher Belästigung einer Minderjährigen als beschuldigt an. Ob und wie die Behörden die wiederholten Warnungen aus dem Umfeld hätten ernster nehmen können, wird Gegenstand der weiteren Aufarbeitung sein.





