Der islamistische Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day, bei dem der als Gefährder eingestufte Attentäter Abdul Ballout mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge fuhr, offenbart nach Ansicht von Islamismus-Experte Ahmad Mansour ein eklatantes Versagen der Justiz. „Die Justiz hat die Gefahr unterschätzt“, sagte Mansour im Podcast „RONZHEIMER.“ von Paul Ronzheimer. Der Mann sei den Behörden bekannt gewesen, dennoch habe das System nicht gegriffen.
Gefährder konnte Anschlag trotz Einstufung verüben
Ballout war als islamistischer Gefährder beim Staatsschutz aktenkundig. Dennoch blieb er auf freiem Fuß und konnte ungehindert die Tat begehen. Mansour fordert eine grundlegende Änderung der Sicherheitspolitik. „Ein Teil unserer Freiheit ist längst verlorengegangen“, warnte er. Ohne wirksame Maßnahmen drohten in Deutschland Zustände wie in Frankreich oder England: „Wir rasen mit hoher Geschwindigkeit Richtung französische und englische Zustände.“
„Die Justiz hat die Gefahr unterschätzt.“
Politische Reaktionen als „verstörend“ kritisiert
Mansour bemängelt, dass ein Teil der Politik die islamistische Motivation verschleiere oder relativiere. Während etwa Cem Özdemir klare Konsequenzen forderte, fielen Stellungnahmen von Linkspartei-Politikern oder Teilen der Grünen ausweichend aus. Katrin Göring-Eckardt schrieb auf X: „Unseren Hass bekommt ihr nicht!“ Der Queer-Beauftragte Berlins, Alfonso Pantisano, zählte Islamisten gar zu „Rechten und Konservativen“. Für Mansour ist das Realitätsverweigerung.
„Islamistische Regime und Gruppen zeichnen sich spezifisch durch eine mörderische Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen aus“, so Mansour. Das lasse sich nicht mit allgemeinem Hass oder politischen Etiketten gleichsetzen.
Mansour fordert Kehrtwende in Sicherheits- und Integrationspolitik
Der Experte verlangt eine umfassende Präventionsstrategie: Stärkung der Sicherheitsbehörden, verpflichtende Fortbildungen für Lehrkräfte zum Thema Islamismus, Regulierung der Radikalisierung in sozialen Medien und eine kritische Prüfung der Finanzierung radikaler Moscheen aus dem Ausland. Zudem müsse die Integrationspolitik unbequeme Wahrheiten anerkennen.
Mansour betont, dass Radikalisierung junger Menschen oft unbemerkt in bestimmten Moscheen und abgeschotteten Parallelgesellschaften stattfinde. „Das Problem ist enorm groß. Schulen und Lehrkräfte werden mit dieser Entwicklung alleingelassen“, sagte er im RTL+ Podcast.
Innerislamische Auseinandersetzung gefordert
Mansour ruft zudem zu mehr Eigenverantwortung muslimischer Gemeinschaften auf. Ausgrenzende Botschaften zu Homosexualität und Gleichberechtigung dienten radikalen Gruppen als ideologische Grundlage. Eine islamische Identität müsse mit Demokratie und Menschenrechten vereinbar sein.
„Wir rasen mit hoher Geschwindigkeit Richtung französische und englische Zustände.“
Der Psychologe, der vor über 20 Jahren aus Israel nach Deutschland kam, spricht von persönlicher Angst – aber auch von der Pflicht, die Demokratie zu schützen. „Ich bin ein sehr ängstlicher Mensch, der täglich die Entscheidung treffen muss, ob ich schweige oder an die Öffentlichkeit gehe“, so Mansour.
Sein Appell an die Politik: Die Zeit falscher Rücksichtnahmen müsse enden. Symbolpolitik und Betroffenheitsbekundungen reichten längst nicht mehr aus. Die Gewalt islamistischer Terroristen treffe längst den Kern der offenen Gesellschaft.





