Rekordstrafe für Stuttgarter Influencerin
Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) hat ein Bußgeld von 36.000 Euro gegen die Stuttgarter Influencerin Hanadi Diab verhängt, wie die Behörde in einer Pressemitteilung bekannt gab. Zusammen mit Verfahrensgebühren und Auslagen beläuft sich der Gesamtbetrag auf 37.803,50 Euro. Es ist das höchste Bußgeld, das die Medienanstalt je gegen eine Influencerin oder einen Influencer ausgesprochen hat.
Diab hatte zwischen Mai und Juli 2025 mehrere bezahlte Kooperationen in ihren Instagram-Storys veröffentlicht, ohne die Werbung ausreichend zu kennzeichnen. Einige Beiträge trugen gar keinen Hinweis, bei anderen war die Kennzeichnung aufgrund von Schriftgröße, -farbe und -art kaum erkennbar. Für ihre rund 760.000 Follower war der kommerzielle Charakter der Inhalte damit nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
Wiederholte Verstöße
Bereits 2020 und 2022 hatte die LFK die 27-Jährige mehrfach auf die gesetzlichen Anforderungen hingewiesen. Dennoch veröffentlichte sie erneut werbliche Inhalte ohne oder mit unzureichender Kennzeichnung. Bei der Bußgeldbemessung berücksichtigte die Behörde daher die wiederholten Verstöße, die hohe Reichweite und den wirtschaftlichen Wert der Kooperationen.
LFK-Präsident Dr. Wolfgang Kreißig betonte: „Werbung darf nicht erst auf den zweiten Blick als solche erkennbar werden. Nutzer müssen sofort erkennen, ob ein Inhalt bezahlt ist.“ Die Geldbuße soll den erzielten wirtschaftlichen Vorteil übersteigen und so sicherstellen, dass sich Verstöße nicht lohnen.
Chronologie des Falls
- 2020Erste Hinweise der LFK
Die LFK weist Hanadi Diab mehrfach auf die korrekte Werbekennzeichnung hin.
- 2022Erneute Hinweise
Trotz früherer Verwarnungen kennzeichnet Diab Werbung weiter unzureichend. Die LFK mahnt erneut.
- Mai – Juli 2025Bezahlte Storys ohne Kennzeichnung
Diab veröffentlicht mehrere entgeltliche Kooperationen in Instagram-Storys – teils ohne, teils mit kaum wahrnehmbarer Werbemarkierung.
- April 2026Diab widerspricht Vorwürfen
In einem TikTok-Video zeigt sie sich geschockt, beteuert, jede Kooperation zu kennzeichnen, und kündigt rechtliche Schritte an.
- 28. Juli 2026Rekord-Bußgeld rechtskräftig
Die LFK verhängt ein Bußgeld von 36.000 Euro. Zusammen mit Gebühren beträgt die Forderung 37.803,50 Euro – rechtskräftig.
Hanadi Diab selbst zeigte sich schockiert über die Strafe. In ihrem TikTok-Video erklärte sie: „Ich kennzeichne jede Kooperation. Man sieht doch überall, dass es eine Anzeige ist.“ Sie kritisierte, dass die LFK die Kennzeichnung als zu klein bemängelte. Der Bußgeldbescheid ist dennoch rechtskräftig.
„Ich bin geschockt. Ich kennzeichne jede Kooperation.“
Rechtlicher Hintergrund
Rechtlich fußt die Strafe auf § 8 Abs. 3 des Medienstaatsvertrags (MStV), der ein Trennungs- und Erkennbarkeitsgebot für Werbung vorschreibt. Die LFK ist als Landesmedienanstalt für die Aufsicht privater Online-Medien in Baden-Württemberg zuständig. Der Fall reiht sich in eine europaweite Verschärfung der Kontrollen von Influencer-Werbung ein.
Mit dem Rekord-Bußgeld setzt die LFK ein Zeichen: Werbung in sozialen Medien muss transparent sein. Für Hanadi Diab könnte es teuer werden, falls sie erneut gegen die Kennzeichnungspflicht verstößt.





