Mit 33 Jahren hat Jella Haase genug von verlogenen Schönheitsidealen. Im GALA-Interview rechnet die Schauspielerin mit der Doppelmoral ab, die Männern reife Gesichter als attraktiv verkauft, Frauen aber jede Falte zum Vorwurf macht.
„Männer sehen ‚toll‘ aus, wenn sie Falten bekommen, aber Frauen wird es überhaupt nicht zugestanden. Das ist ein strukturelles, patriarchales Problem, das ich gerne ändern würde!“
Haase, die als Lavera-Markenbotschafterin seit vergangenem Jahr für natürliche Kosmetik steht, legt den Finger in die Wunde. Der Druck, immer jünger auszusehen, mache sie „mürbe“ – vor allem, weil junge Frauen sich an unerreichbaren Bildern abarbeiteten. Bereits im September 2025 hatte sie im GALA-Interview gesagt: „Wir wissen gar nicht mehr, was normal ist, weil wir immer nur in diese perfektionierten Gesichter gucken.“
„Wir wissen gar nicht mehr, was normal ist, weil wir immer nur in diese perfektionierten Gesichter gucken. Gerade junge Frauen arbeiten sich an Schönheitsidealen ab, die einfach nicht natürlich sind. Dabei ist das Anderssein doch die echte Stärke.“
Jetzt, knapp ein Jahr später, wird sie noch deutlicher. Das Altern bei Frauen sei gesellschaftlich tabuisiert worden, während Männer mit grauen Schläfen und Lachfältchen als gereift und attraktiv wahrgenommen würden. Haase will diese Ungerechtigkeit nicht länger hinnehmen.
Longevity statt Anti-Aging: „Die Haut unterstützen, nicht die Zeit zurückdrehen“
Ihre eigene Hautpflege richtet sie konsequent nach dem Longevity-Prinzip aus. Statt auf Anti-Aging mit dem Versprechen ewiger Jugend setzt die Schauspielerin auf Produkte, die die Haut in ihrer aktuellen Verfassung unterstützen. „Für mich geht es darum, ganz normal zu altern, anstatt gar nicht. Mein Ansatz ist, die Haut an dem Punkt zu unterstützen, an dem sie gerade ist, und nicht die Zeit zurückzudrehen“, erklärt sie.
„Für mich geht es darum, ganz normal zu altern, anstatt gar nicht. Mein Ansatz ist, die Haut an dem Punkt zu unterstützen, an dem sie gerade ist, und nicht die Zeit zurückzudrehen.“
Pigmentflecken und Fältchen gehören für Haase zum Leben dazu. Sie definiert Schönheit nicht als makellose Jugend, sondern als die „beste Version seiner selbst in dem Stadium, in dem man eben ist“. Ein radikaler Gegenentwurf zur gängigen Optimierungsindustrie, die Frauen einredet, nur faltenfrei glücklich zu sein.
Transparenz bei Beauty-Eingriffen gefordert
Verurteilen will Haase niemanden, der sich für einen Eingriff entscheidet. Sie vermisst jedoch die Ehrlichkeit: „Ich finde es nicht verwerflich, wenn man jünger aussehen möchte oder sein Gesicht verändern lässt, problematisch finde ich nur, dass das oft nicht transparent ist. Wenn alle offener damit umgehen würden, wäre es für viele, gerade junge Frauen, leichter.“
„Ich finde es nicht verwerflich, wenn man jünger aussehen möchte oder sein Gesicht verändern lässt, problematisch finde ich nur, dass das oft nicht transparent ist. Wenn alle offener damit umgehen würden, wäre es für viele, gerade junge Frauen, leichter.“
Diese mangelnde Transparenz erzeuge einen verzerrten Blick auf das eigene Spiegelbild, so Haase. Gerade in sozialen Medien, wo Gesichter zunehmend makellos geglättet sind, ginge das Gefühl für Normalität verloren. „Unsere Gesellschaft ist einfach sehr oberflächlich. Aber dann sage ich mir: ‚Darum geht es nicht.‘ Ich muss nicht krankhaft nach dem Okay von außen suchen“, stellte sie schon 2025 klar.
„Unsere Gesellschaft ist einfach sehr oberflächlich. Aber dann sage ich mir: ‚Darum geht es nicht.‘ Ich muss nicht krankhaft nach dem Okay von außen suchen.“
Stress als Beautykiller – und Haases einfaches Gegenmittel
Den größten Feind schöner Haut sieht Haase nicht im Alter, sondern im Alltag: „Das Allerschlimmste für unsere Haut und für unsere seelische Gesundheit ist Stress.“ Sobald sie zu wenig schläft oder unter Druck steht, zeige sich das sofort in ihrem Gesicht. Erholung sei deshalb ihr wichtigstes Beauty-Geheimnis.
„Das Allerschlimmste für unsere Haut und für unsere seelische Gesundheit ist Stress.“
Ihr Rezept gegen die Dauerbelastung eines Schauspielerlebens ist verblüffend einfach: Tanzen in der Sonne, viel Zeit mit Familie und Freunden – und Momente ganz ohne Erwartungen. „Das gibt mir Kraft, ich kann auftanken und einfach nur ich selbst sein.“ Das schönste Kompliment bekam sie passenderweise nicht für ihr Äußeres: Ihre beste Freundin wünschte sich, dass ihre Töchter einmal so werden wie Jella und ihre Schwester.
Dieser Satz habe sie mehr berührt als jedes Lob über gutes Aussehen. Denn für Haase zählt nicht, wie man aussieht, sondern wie man sich fühlt – und wie man mit sich selbst umgeht.
Die Entwicklung ihrer Haltung – ein Rückblick
Haases öffentliche Kritik am Schönheitsdruck hat eine Vorgeschichte. Schon bei ihrem Einstieg als Lavera-Botschafterin im September 2025 sprach sie Klartext. Die folgende Chronologie zeigt, wie sich ihre Botschaft seither verschärft hat.
Jella Haase gegen Schönheitswahn
- 10. September 2025Erstes GALA-Interview als Lavera-Botschafterin
Haase kritisiert den Optimierungswahn und sagt: „Wir wissen gar nicht mehr, was normal ist.“
- 26. Juli 2026Aktuelles GALA-Interview
Sie prangert patriarchalen Doppelstandard beim Altern an und fordert Transparenz bei Beauty-Eingriffen.
- 28. Juli 2026Medienecho
Sekundärmedien wie BUNTE.de und Promiflash greifen das Interview auf und verbreiten ihre Aussagen.
Parallel zu ihrer Rolle als Beauty-Vorbild steht die Schauspielerin auch beruflich unter Strom. Ab dem 24. August 2026 ist sie in der ZDF-Miniserie „Sheep“ zu sehen, und am 17. September startet der Kinofilm „Gentle Monster“. Weitere Projekte wie das Historiendrama „Krux“ sind für 2026 angekündigt.





