Van Akens Abrechnung mit dem Kanzler
Mit einer persönlich zugespitzten Attacke hat Linken-Politiker Jan van Aken Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ins Visier genommen. In einem Facebook-Video vom 22. Juli 2026 mit dem Titel „Wen würdet ihr gerne in Rente schicken? 🤝“ rechnet der 65-jährige Bundestagsabgeordnete nicht nur mit Merz ab, sondern prangert zugleich die niedrigen Renten in Deutschland an.
Das Video verbreitete sich rasant: Binnen weniger Tage erzielte es über drei Millionen Views, rund 152.000 Reaktionen und mehr als 5.600 Kommentare. „Von mir aus kann Friedrich Merz heute Abend noch in Rente geschickt werden“, sagt van Aken in dem Clip. „Und wissen Sie was? Dann wünsch ich ihm eine Rente, die so klein ist wie die von meiner Mutter.“
„Von mir aus kann Friedrich Merz heute Abend noch in Rente geschickt werden. Und wissen Sie was? Dann wünsch ich ihm eine Rente, die so klein ist wie die von meiner Mutter.“
Der ehemalige Co-Parteivorsitzende der Linken verbindet mit dieser Aussage zwei Ebenen: Er kritisiert die Rentenpolitik der schwarz-roten Bundesregierung, die aus seiner Sicht Millionen Menschen in Altersarmut treibt, und stellt Merz‘ privilegierte Altersversorgung als ehemaliger Spitzenverdiener und langjähriger Bundestagsabgeordneter der prekären Lage vieler Rentnerinnen gegenüber.
Als konkretes Beispiel für Altersarmut verweist van Aken auf seine eigene Mutter. Nach seinen Angaben war sie katholische Sekretärin, sein Vater Werkzeugmacher. Sie habe über Jahrzehnte gearbeitet und erhalte dennoch lediglich eine niedrige Rente. Das Beispiel soll zeigen, dass das deutsche Rentensystem viele Lebensleistungen nicht ausreichend anerkenne – besonders von Frauen, die oft in Teilzeit oder schlechter bezahlten Berufen tätig waren.
Die Forderungen der Linken
Van Aken fordert deshalb eine deutliche Anhebung des Rentenniveaus. Die Linke will das Sicherungsniveau langfristig auf 53 Prozent erhöhen. Zudem soll die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung ausgebaut werden: Auch Beamte, Selbstständige, Politiker und Abgeordnete sollen künftig in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Menschen, die viele Jahre gearbeitet hätten, müssten im Ruhestand ausreichend abgesichert sein und in Würde leben können, heißt es im rentenpolitischen Programm der Linken.
Van Aken selbst praktiziert einen freiwilligen Gehaltsdeckel: Von seiner Abgeordneten-Diät von rund 11.833 Euro brutto zahlt er sich nur etwa 3.702 Euro netto aus und spendet den Rest, unter anderem an einen Hamburger Sozialfonds (jan-van-aken.com).
Politischer Kontext: Merz‘ umstrittene Rentenaussage
Van Akens Attacke fällt in eine aufgeheizte rentenpolitische Debatte. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die gesetzliche Rente zuvor als künftig nur noch „Basisabsicherung“ bezeichnet und damit für erheblichen Widerstand gesorgt – sowohl beim Koalitionspartner SPD als auch bei der Opposition. Die Linke, seit dem Parteitag in Potsdam am 20. Juni 2026 unter der neuen Führung von Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano, positioniert sich als entschiedenste Verfechterin eines starken gesetzlichen Rentensystems.
Van Aken hatte sein Amt als Co-Parteivorsitzender zum selben Parteitag aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt, ist aber weiterhin Bundestagsabgeordneter mit Schwerpunkt Außenpolitik. Sein rentenpolitischer Vorstoß zeigt, dass er auch ohne formelles Parteiamt weiterhin öffentlichkeitswirksam Akzente setzt.
Chronologie der Ereignisse
Die Chronologie
- 20. Juni 2026Parteitag der Linken
Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano werden zu neuen Parteivorsitzenden gewählt. Jan van Aken tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut an.
- 22. Juli 2026Veröffentlichung des Videos
Jan van Aken postet auf Facebook das Video mit scharfer Kritik an Friedrich Merz und dem Verweis auf die niedrige Rente seiner Mutter.
- 23. Juli 2026Weiterverbreitung
Der Post wird mit dem Datum 23. Juli 2026 als Quelle (Jan van Aken / Die Linke) weiterverbreitet, u. a. über Instagram und Facebook-Aggregator-Seiten.
- 28. Juli 2026Virale Reichweite
Das Video hat über 3 Millionen Views erreicht und wird auf mehreren Plattformen hitzig diskutiert (152.000 Reaktionen, 5.600+ Kommentare).
Ihre Meinung ist gefragt
Die Resonanz auf van Akens Video spiegelt eine tief gespaltene Meinung: Während einige Nutzer ihm beipflichten und Merz‘ Rentenpolitik kritisieren, werfen andere dem Linken-Politiker vor, dass die Rentenhöhe den eingezahlten Beiträgen entspreche und er als gut verdienender Abgeordneter seine Mutter selbst finanziell unterstützen könne. Eine offizielle Reaktion von Friedrich Merz oder der Bundesregierung auf den persönlichen Angriff steht bislang aus.









