Der tragische Verlust eines irischen Weltstars
Die Musikwelt trauert um Glen Hansard. Der irische Singer-Songwriter und Oscar-Preisträger ist am frühen Morgen des 29. Juli 2026 im Alter von 56 Jahren bei einem Motorradunfall in Dublin ums Leben gekommen. Sein Management bestätigte den Tod und erklärte, die Familie sei „zutiefst schockiert und untröstlich“.
Der Unfall ereignete sich gegen 4.30 Uhr Ortszeit auf der Lower Road im Stadtteil Lucan, einem Vorort im Westen der irischen Hauptstadt. Nach Polizeiangaben handelte es sich um einen Alleinunfall ohne Beteiligung weiterer Fahrzeuge. Hansard war mit seinem Motorrad unterwegs und wurde noch an der Unfallstelle medizinisch versorgt, jedoch kurz darauf für tot erklärt. Die Polizei nannte den Namen des Verstorbenen nicht, bestätigte aber das Alter mit Mitte 50 und rief Zeugen auf, sich zu melden.
Hansard hatte den Abend zuvor im Wren’s Nest Pub an der Lower Road verbracht. Dort nahm er regelmäßig an dienstagabendlichen traditionellen Musiksessionen einer Gruppe namens Trad 15 teil. Diese Woche war die Session als Feier des Sieges der Mayo-Fußballer im All-Ireland-Finale angekündigt. Er verließ den Pub-Parkplatz auf seinem Motorrad in westlicher Richtung und verunglückte etwa zwei bis drei Kilometer später.
Vom Straßenmusiker zum Oscar-Gewinner
Glen Hansard wurde am 21. April 1970 in Dublin geboren und wuchs im Stadtteil Ballymun auf. Seine Kindheit war von der Gewalt und Alkoholkrankheit seines Vaters überschattet. Trost fand er im Gitarrenspiel auf einem Instrument, das sein Onkel zurückgelassen hatte. Mit zwölf Jahren entdeckte er Bob Dylan für sich, brachte sich das Gitarrenspiel selbst bei und verließ früh die Schule. Als Teenager begann er, auf den Straßen Dublins zu musizieren – eine Erfahrung, die er später als seine wahre musikalische Ausbildung bezeichnete.
1990 gründete er die Rockband The Frames, mit der er über Jahrzehnte hinweg zu einer der einflussreichsten Bands Irlands wurde. Ein Jahr später gab er sein Schauspieldebüt an der Seite einer Freundin, die zu einem Vorsprechen ging: Er ergatterte die Rolle des Gitarristen Outspan Foster in Alan Parkers Musikfilm The Commitments, der ihm internationale Aufmerksamkeit verschaffte.
Der endgültige Durchbruch kam 2007 mit dem Indie-Film Once. Der frühere Frames-Bassist John Carney schrieb und inszenierte das Drama, in dem Hansard einen Dubliner Straßenmusiker spielt, der sich in eine tschechische Pianistin, gespielt von Markéta Irglová, verliebt. Hansard und Irglová, die auch privat ein Paar waren, schrieben gemeinsam den Soundtrack. Der daraus stammende Song „Falling Slowly“ wurde 2008 mit dem Oscar für den besten Originalsong ausgezeichnet. Bei der Dankesrede wurde Irglová zunächst von der Musik übertönt, bevor Moderator Jon Stewart sie zurück auf die Bühne holte. Das Musical wurde später am Broadway adaptiert, gewann acht Tony Awards und lief bis 2015.
Stationen seines Lebens
- 21. April 1970Geburt in Dublin
Glen Hansard wird im Stadtteil Ballymun geboren.
- 1990/1991Gründung von The Frames und Durchbruch als Schauspieler
Er gründet die Band The Frames und spielt in Alan Parkers „The Commitments“.
- 2007Der Film „Once“
Hansard und Markéta Irglová schreiben den Soundtrack zum Film, der weltweit gefeiert wird.
- 24. Februar 2008Oscar-Gewinn
„Falling Slowly“ wird als bester Originalsong ausgezeichnet.
- Oktober 2022Geburt des Sohnes
Hansard und seine Frau Maire Saaritsa werden Eltern eines Jungen.
- 29. Juli 2026Tödlicher Unfall
Er stirbt im Alter von 56 Jahren bei einem Motorradunfall in Lucan, Dublin.
Musikalische Reife und soziales Herz
Hansard startete 2012 eine erfolgreiche Solokarriere mit dem Album Rhythm and Repose, gefolgt von Didn’t He Ramble (2015), das 2016 für einen Grammy nominiert wurde. Es folgten Between Two Shores, This Wild Willing und All That Was East Is West of Me Now. Sein letztes Album, das Live-Rückblick-Werk Don’t Settle (Transmissions East), erschien 2026. Zuletzt stand er im Mai 2026 in London auf der Bühne.
Über Jahre hinweg engagierte sich Hansard sozial. Am Heiligabend organisierte er vor dem Dubliner Gaiety Theatre ein Benefiz-Busk-Konzert zugunsten der Dublin Simon Community, einer Organisation für Obdachlose. Die Community zeigte sich nach seinem Tod „am Boden zerstört“. Auch bei der Trauerfeier für den Pogues-Sänger Shane MacGowan im Dezember 2023 trat er auf und spielte gemeinsam mit Lisa O’Neill „Fairytale of New York“ – ein Auftritt, der weltweit für Aufsehen sorgte.
„heartbroken“
„Eine der treibenden Kräfte der irischen Musikwelt“
Hansard war mit der finnischen Dichterin Maire Saaritsa verheiratet. Das Paar lebte abwechselnd in Irland und Finnland; im Oktober 2022 kam ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt. Er hinterlässt seine Frau und den zum Zeitpunkt des Unfalls dreijährigen Sohn. Sein Management bat im Namen der Familie um Wahrung der Privatsphäre und dankte den Rettungskräften, die vor Ort waren.
„Irland hat heute einen seiner großen Singer-Songwriter und eine der treibenden Kräfte der irischen Musikwelt verloren.“
Der Schauspieler Chris O’Dowd erklärte, Hansards „energiespendende Melodien und seine seelenvolle, suchende Stimme machten die harten Zeiten erträglicher, die stillen Momente schöner und die freudigen Zeiten noch unvergesslicher“. Die genauen Umstände des Unfalls sind noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.





