Hanna Hansen nennt CSD-Anschlag „Inside Job“ und hetzt gegen Queere
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Salafistische Influencerin

Hanna Hansen nennt CSD-Anschlag „Inside Job“ und hetzt gegen Queere

Die salafistische Influencerin Hanna Hansen verbreitet wilde Verschwörungstheorien zum Berliner CSD-Anschlag. Sie spricht von einem angeblichen „Inside Job“ und nutzt die Tat für homophobe Propaganda. Islam-Experte Eren Güvercin spricht von der „Doppelstrategie“ des Islamismus.

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Hass im Netz nach dem Terror

Während Deutschland noch unter dem Schock des islamistischen Anschlags auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) steht, verbreitet die salafistische Influencerin Hanna Hansen bereits ihre eigene Wahrheit. Auf X behauptet sie, der Anschlag sei ein inszenierter „Inside Job“ zur antiislamischen Propaganda – und schürt gleichzeitig Hass gegen queere Menschen.

„Nach jedem ,Terroranschlag' beginnt sofort die politische Debatte – und bald sind Wahlen. Passt ja zur Stimmungsmache der antiislamischen Propaganda“, schrieb Hansen auf X und versah ihren Beitrag mit dem Hashtag „Islamophobie“, wie die WELT berichtet. Zudem zitierte sie die biblisch-koranische Geschichte des Propheten Lut: „Die Geschichte von Lut ist keine vergangene Geschichte – sie ist eine Mahnung: ‚Kehrt zurück!'“

Nach jedem ‚Terroranschlag' beginnt sofort die politische Debatte – und bald sind Wahlen. Passt ja zur Stimmungsmache der antiislamischen Propaganda.
Hanna Hansen auf X, 26. Juli 2026

Was tatsächlich geschah: Am späten Abend des 25. Juli 2026 raste der polizeibekannte Islamist Abdul Ballout mit einem weißen Pkw in die CSD-Menschenmenge am Großen Tiergarten. Eine 42-jährige Frau starb noch am Tatort, mindestens 16 weitere Menschen wurden verletzt, drei davon lebensbedrohlich. Ballout flüchtete zunächst, wurde aber schnell identifiziert. Die Polizei durchsuchte noch in der Nacht seine Wohnung in der Bissingzeile, konnte ihn aber zunächst nicht festnehmen.

Hansen: Vom Model zur Hass-Predigerin

Hanna Hansen, bürgerlich Victoria Stadtlander, wurde in Herford geboren und war früher Model, DJ und Profiboxerin. Nach einer Kopfverletzung und ihrer Konversion zum sunnitischen Islam tauchte sie in die deutsche Salafismusszene ein. Seit 2024 wird sie von Verfassungsschutzbehörden beobachtet. Der baden-württembergische Verfassungsschutz nennt sie eine der „einflussreichsten weiblichen Akteure“ des Islamismus. Sie erreicht über 200.000 Follower auf Instagram und TikTok.

Ihre Posts erreichen vor allem junge Frauen. Verfassungsschutzsprecher Florian Volm erklärt, Hansen vertrete „ein klassisch salafistisches Narrativ, wonach göttliche Gebote Vorrang vor menschlichen Gesetzen haben“. Hinzu kämen Aussagen, „die beispielsweise auch queere Lebensweisen leugnen und deutlich abwerten“.

Kritik von Islam-Experte

Der Islam-Experte Eren Güvercin kommentierte Hansens Beiträge auf X scharf. Er sehe darin die „Doppelstrategie“ des Islamismus: „den Hass ideologisch aufladen und die Tat zugleich als Verschwörung wegreden“.

Genau die Weltanschauung, aus der solche Taten erwachsen.
Eren Güvercin, Islam-Experte

Güvercin ergänzte: „Islamismus ist ein Angriff auf die offene Gesellschaft. Das benennen wir klar – ohne Pauschalverdacht gegen die vielen Musliminnen und Muslime, die diese Ideologie selbst ablehnen.“

Nicht nur Hansen: Weitere Verschwörungserzählungen

Neben Hansen verbreiten auch andere fragwürdige Theorien. Der linkspartei-nahe Influencer Dara Marc Sasmaz („DerDara“) mutmaßte, Russlands Präsident Wladimir Putin stecke hinter dem Anschlag, um die AfD bei den anstehenden Landtagswahlen zu stärken. Die Neue Zürcher Zeitung kritisierte diese Erzählungen als typische „Cui bono?“-Logik: Schon sei schuldig, wer politisch profitiere.

Wolfgang Büscher, Sprecher des christlichen Jugendhilfswerks „Die Arche“, warf der queeren Community Naivität vor: „Ich begreife nicht, dass die queere Community Palästina-Fahnen schwingt und damit ihr eigenes Todesurteil unterschreibt.“

Ich begreife nicht, dass die queere Community Palästina-Fahnen schwingt und damit ihr eigenes Todesurteil unterschreibt.
Wolfgang Büscher, Sprecher der „Arche“

Chronologie des Anschlags und der Reaktionen

  1. 25. Juli 2026, 22:00 Uhr
    Amokfahrt am Großen Tiergarten

    Islamist Abdul Ballout rast mit einem Pkw in die CSD-Menge. Eine Frau stirbt, mindestens 16 Menschen werden verletzt.

  2. 25. Juli, 22:15 Uhr
    CSD abgebrochen

    Die Veranstalter brechen den CSD offiziell ab.

  3. 26. Juli, 1:10 Uhr
    Wohnungsdurchsuchung

    Polizei durchsucht Ballouts Wohnung in der Bissingzeile, kann ihn aber nicht festnehmen.

  4. 26. Juli
    Hanna Hansen postet Verschwörungstheorien

    Auf X verbreitet sie erste Beiträge über einen angeblichen „Inside Job“.

  5. 27. Juli
    Eren Güvercin widerspricht

    Der Islam-Experte kritisiert Hansens Aussagen scharf.

  6. 28. Juli
    Breite Medienberichterstattung

    WELT, Merkur, FAZ und andere berichten über die Kontroverse.

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