JU-Landeschefin Strohschneider verlässt CDU und rechnet mit Merz-Regierung ab
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Protest-Rücktritt

JU-Landeschefin Strohschneider verlässt CDU und rechnet mit Merz-Regierung ab

Die 29-jährige Laura Strohschneider, Landesvorsitzende der Jungen Union Brandenburg, hat am 30. Juli 2026 ihren sofortigen Rücktritt und Austritt aus der CDU erklärt. Sie wirft der Parteispitze Glaubwürdigkeitsverlust vor und kritisiert den Regierungskurs als nicht wählerwillenkonform.

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„Glaube nicht mehr, dass die CDU Deutschland nach vorne bringen kann“

Am Donnerstag, dem 30. Juli 2026, hat Laura Strohschneider, die Landesvorsitzende der Jungen Union Brandenburg, ihren sofortigen Rücktritt von allen Parteiämtern und ihren Austritt aus der CDU erklärt. Die 29-Jährige stand seit 2023 an der Spitze der CDU-Nachwuchsorganisation und war zugleich Ostbeauftragte der JU Deutschlands. Ihre Entscheidung begründet sie mit fundamentaler Kritik an der CDU-Spitze und dem Kurs der schwarz-roten Bundesregierung.

Dass unserem Spitzenpersonal die Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist, ist für mich ein Symptom eines tieferliegenden Problems.
Laura Strohschneider, Ex-Landesvorsitzende der JU Brandenburg

In einer Mitteilung an die Mitglieder, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wirft sie der Parteiführung um Bundeskanzler Friedrich Merz vor, notwendige Reformen aus Rücksicht auf den Koalitionspartner SPD nicht durchzusetzen. Wie sie auf Instagram schrieb, habe sie große Hoffnung in eine CDU-geführte Regierung gesetzt, erlebe aber das Gegenteil: „Wir erleben eine Politik, die es den Fleißigen schwerer statt leichter macht. Und Akteure, die immer wieder erklären, es sei doch alles nicht so schlimm – während ich in meinem Umfeld täglich das Gegenteil erlebe.“

Instagram · @laurastrohschneider
Ich glaube nach allem leider nicht mehr daran, dass die CDU die Partei ist, die Deutschland ‚wieder nach vorne‘ bringen kann.
Laura Strohschneider, Ex-Landesvorsitzende der JU Brandenburg

Konkret nannte Strohschneider die Grundgesetzänderung zur Schuldenbremse und die geplante Einkommensteuerreform. Viele Leistungsträger würden nach zu erwartenden Steigerungen bei den Sozialabgaben weniger Netto vom Brutto haben. „Wir haben uns aus ideologischen Gründen in eine Lage manövriert, in der wir getrieben von Angst vor dem Verlust des Koalitionspartners zwingend notwendige Reformen nicht durchsetzen und stattdessen sogar noch weitere Fehlsteuerungen vornehmen“, schrieb sie.

Rücktritt inmitten von Kabinettsumbildung und Ost-Konflikt

Der spektakuläre Austritt fällt in eine Zeit erheblicher innerparteilicher Spannungen. Erst vor wenigen Wochen war Jens Spahn als Unionsfraktionschef zurückgetreten, und Kanzler Merz hatte eine vorgenommen. Zudem wehren sich die drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten gegen die von der Rentenkommission empfohlene Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Strohschneider, die 1996 geboren wurde, hatte bereits während der Leihmutterschafts-Affäre um Spahn diesen öffentlich kritisiert.

Vom JU-Nachwuchstalent zur parteiinternen Kritikerin

Laura Strohschneider war seit 2016 CDU-Mitglied und galt als politische Nachwuchshoffnung im Osten. Die promovierende Juristin ist Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens und war von 2019 bis 2021 Kreisvorsitzende der Jungen Union Jena. Ende 2025 wurde sie mit rund 73 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzende wiedergewählt – ein deutliches Vertrauensvotum der Basis.

Der politische Werdegang von Laura Strohschneider

  1. 2016
    Eintritt in die CDU
  2. 2019 – 2021
    Kreisvorsitzende der Jungen Union Jena
  3. 2023
    Wahl zur Landesvorsitzenden der JU Brandenburg
  4. Ende 2025
    Wiederwahl mit 73 Prozent der Stimmen
  5. 30. Juli 2026
    Rücktritt und Austritt aus der CDU

    Begründet mit Fundamentalkritik an Parteispitze und Regierungskurs

„Gerade wenn es schwierig ist, brauchen wir Menschen in der Union“

Brandenburgs CDU-Generalsekretär Julian Brüning reagierte mit Bedauern auf Strohschneiders Schritt: „Gerade wenn es schwierig ist, brauchen wir Menschen in der Union, die mit Leidenschaft dafür arbeiten, dass es mit Deutschland wieder bergauf geht.“ Zugleich richtete er einen Appell an die Bundesregierung.

Klar ist aber auch: Jeder weiß, was zu tun ist. Der Umbau des Kabinetts muss nun dazu führen, dass die drängenden Probleme noch fokussierter und schneller gelöst werden. Die Bundesregierung muss jetzt gemeinsam liefern.
Julian Brüning, CDU-Generalsekretär Brandenburg

Brüning betonte, die Union müsse trotz innerer Konflikte geschlossen bleiben und liefern. Der Rücktritt Strohschneiders sei ein Warnsignal, dass die Partei die Sorgen ihrer Basis ernst nehmen müsse. Ob der Druck auf Merz und sein Kabinett damit weiter wächst, ist offen.

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Mit ihrem Austritt verliert die CDU Brandenburg eine ihrer profiliertesten Nachwuchspolitikerinnen. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Mitglieder ihrem Beispiel folgen oder ob die Parteiführung die Wogen glätten kann.

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