Richter vertagt Prozess nach psychiatrischer Untersuchung
Am Mittwoch, dem 29. Juli 2026, stoppte Chief Magistrate Paul Goldspring den Auftakt des Prozesses gegen Alex Jenkinson vor dem Westminster Magistrates' Court in London. Der 39-Jährige war nicht anwesend. Grund für die überraschende Vertagung auf den 21. Dezember 2026 sind laut Gericht „Bedenken hinsichtlich seiner psychischen Gesundheit“. Ein Gutachten wird für Anfang August erwartet. BBC berichtete zuerst über die Verzögerung.
Jenkinson muss sich wegen zweifacher Bedrohung verantworten. Am 6. Mai 2026 soll er Andrew Mountbatten-Windsor (66) maskiert und mit einer Sturmhaube beim abendlichen Spaziergang mit den Corgis Muick und Sandy auf dem Sandringham-Anwesen in Norfolk aufgelauert haben. Mit drohenden Worten verfolgte er den flüchtenden Andrew, der sich mit seinem unbewaffneten Bodyguard zu einem Auto rettete. Einen Tag zuvor soll er in King's Lynn bereits einen Mann namens Stephen Terry ähnlich eingeschüchtert haben.
Der Angeklagte plädiert in beiden Fällen auf nicht schuldig. Allerdings räumte er ein, sich in Polizeigewahrsam geweigert zu haben, eine Blutprobe abzugeben. Besonders brisant: Auf Jenkinsons Handy sicherte die Polizei 341 Seiten an Internet-Suchbegriffen – darunter „Andrew’s Norfolk Security“ und „weapons“. Die Verteidigung bestreitet die Relevanz der Daten, der Richter setzte der Anklage eine Frist bis zum 15. September, um die Handy-Beweise vorzulegen.
Andrew will zehn Bodyguards auf Staatskosten zurück
Nach dem Vorfall zeigt sich Andrew alarmiert. Sein privater, vom Bruder König Charles III. finanzierter Sicherheitsmann konnte den Angriff nicht verhindern. Nun fordert der Ex-Prinz laut FOCUS online unter Berufung auf den „Telegraph“ seinen früheren steuerfinanzierten Zehn-Mann-Polizeischutz zurück – jährliche Kosten im Millionenbereich. Bis 2022 stand ihm als arbeitendem Royal eine rund um die Uhr bewachte Polizeieinheit zu. Mit dem Entzug seiner Titel und Ämter wegen des Epstein-Skandals strich ihm Queen Elizabeth II. auch diesen Schutz.
König Charles finanzierte danach eine private Lösung, reduzierte die Zahlungen jedoch 2024 drastisch. Der jüngste Vorfall soll Andrews Argument untermauern: Die Gefahr sei real und nur ein bewaffneter, professioneller Schutz könne ihn sichern. In der Bevölkerung stößt die Forderung auf wenig Gegenliebe – nicht zuletzt wegen Andrews eigener juristischer Verstrickungen.
Der tiefe Fall des Andrew Mountbatten-Windsor
Andrew selbst ist kein unbeschriebenes Blatt. An seinem 66. Geburtstag, dem 19. Februar 2026, klickten die Handschellen: Er wurde von der Polizei wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen und rund elf Stunden verhört. Der Vorwurf: Weitergabe vertraulicher Informationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein während seiner Zeit als Handelsgesandter. Es war die erste Verhaftung eines Mitglieds der königlichen Familie seit 1649.
„Ich habe mit größter Besorgnis die Nachricht über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch erfahren. Lassen Sie mich klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen.“
Seither verlor Andrew alle verbliebenen Titel – darunter das Recht, sich Prinz zu nennen – und sein Zuhause, die Royal Lodge in Windsor. Im April 2026 zog er nach Marsh Farm auf dem Sandringham-Anwesen, wo ihn der maskierte Angreifer aufspürte. Ein zwei Meter hoher Holzzaun und ein elektrischer Schutzzaun schützen seither das Grundstück.
Chronologie eines Niedergangs
Andrews tiefer Fall – eine Chronologie
- Januar 2022Titelverlust und Ende des Polizeischutzes
Queen Elizabeth II. entzieht Andrew alle militärischen Titel und königlichen Schirmherrschaften. Der staatliche Personenschutz entfällt.
- März 2022Millionenvergleich mit Virginia Giuffre
Andrew einigt sich außergerichtlich mit dem Epstein-Opfer auf einen hohen Geldbetrag – ohne Schuldeingeständnis.
- April 2025Giuffre stirbt durch Suizid
Virginia Giuffre nimmt sich am 24. April 2025 das Leben. Andrew zeigt sich betroffen, beteuert weiter seine Unschuld.
- Februar 2026Festnahme an Andrews 66. Geburtstag
Die Polizei nimmt Andrew wegen Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit Epstein fest. König Charles distanziert sich öffentlich.
- Mai 2026Maskierter Angreifer bedroht Andrew
Alex Jenkinson stellt Andrew beim Gassigehen nach. Andrew flüchtet mit den Corgis. Seine Rufe nach besserem Schutz werden laut.
- Juli 2026Prozessvertagung
Der Fall gegen Jenkinson wird wegen psychischer Bedenken auf den 21. Dezember 2026 verschoben. Andrew soll per Video aussagen.
Videoaussage und strikte Kontaktverbote
Am neuen Termin soll Andrew Mountbatten-Windsor per Videoschaltung als Zeuge gehört werden. Auch Stephen Terry und Michael Duncan treten auf. Der Angeklagte darf Andrew nicht persönlich befragen. Bis dahin gelten strenge Kautionsauflagen: Jenkinson darf keinen Fuß nach Norfolk setzen, Andrew nicht kontaktieren und sich keinem königlichen Anwesen nähern – weder Sandringham noch Buckingham Palace, Windsor Castle, Balmoral oder Highgrove.
Der Ausgang des Verfahrens bleibt offen. Für Andrew steht jedoch viel auf dem Spiel: Nach Jahren im Abseits kämpft er nun um seine Sicherheit – und um den Rest seines öffentlichen Ansehens.





