Enttäuschung statt Desinteresse
Der „heute-show“-Außenreporter Fabian Köster wird ab dem 2. August 2026 erstmals Showmaster. In der neuen NDR-Quizshow „Das Fifty-Fifty Quiz“ begrüßt der 31-Jährige prominente Gäste aus dem Satire-Universum – darunter Oliver Welke und Lutz van der Horst. Anlässlich des Starts gab Köster der Nachrichtenagentur teleschau ein Interview, das am 29. Juli in prisma.de und weiteren Medien erschien.
In dem Interview widersprach Fabian Köster dem Eindruck, junge Menschen seien politikverdrossen. Er sehe vielmehr eine wachsende politische Beteiligung, die jedoch oft in Enttäuschung münde.
„Ich glaube, sie ist politischer, als viele Leute denken. Das hat man vor fünf Jahren bei ‚Fridays for Future‘ gesehen oder neulich bei den Demos gegen Wehrpflicht. Ich beobachte eher eine Enttäuschung der Jungen und kein Desinteresse.“
Besonders die jüngste Vergangenheit habe der Jugend zugesetzt, so Köster. Die Pandemie, Lockdowns und der Ukraine-Krieg hätten Spuren hinterlassen.
„Mir tut diese Generation leid. Die Jungen von heute haben viel Mist erlebt. Erst war Corona und Lockdown, dann greift Putin die Ukraine an und wir haben seitdem Krieg in Europa. Von anderen großen globalen Problemen ganz zu schweigen. Ich finde, es gehört mittlerweile einiges dazu, den Mut nicht zu verlieren.“
Scharfe Kritik an der Bundesregierung
Doch Köster belässt es nicht bei einer Analyse der Jugend. Er übt auch deutliche Kritik an der amtierenden Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU). „Die Regierung Merz hat viel versprochen und danach viele Aussagen einkassiert. Stichwort: Schuldenbremse“, sagte Köster.
„Die Regierung Merz hat viel versprochen und danach viele Aussagen einkassiert. Stichwort: Schuldenbremse.“
Noch grundsätzlicher fiel seine Kritik mit Blick auf den vergangenen Bundestagswahlkampf aus. Keine der drei Kanzlerkandidaten-Parteien habe eine Vision zu bieten gehabt.
„Keine der drei Kanzlerkandidaten-Parteien hatte eine Vision zu bieten.“
„Ich bin oft von der Politik enttäuscht“
Der Comedian gestand, dass er selbst häufig frustriert sei. „Ich bin oft von der Politik enttäuscht. Insofern kann ich den Frust der Leute, die noch mal zehn oder 15 Jahre jünger sind als ich, gut nachvollziehen“, sagte Köster.
„Ich bin oft von der Politik enttäuscht. Insofern kann ich den Frust der Leute, die noch mal zehn oder 15 Jahre jünger sind als ich, gut nachvollziehen.“
Trotz aller Kritik betonte Köster die Bedeutung des gesellschaftlichen Miteinanders. Gerade der Zusammenhalt zwischen den Generationen liege ihm am Herzen. Er freue sich, wenn in seinem Programm Jung und Alt gemeinsam lachen.
„Gerade der Zusammenhalt zwischen den Generationen liegt mir sehr am Herzen. Es freut mich, wenn in meinem Programm Menschen verschiedener Generationen sitzen, die miteinander über die gleichen Dinge lachen.“
Vom Praktikanten zum Quizmaster
Fabian Kösters Karriere
- Juli 1995Geboren in Bergisch Gladbach
- 2009Erste Comedy-Auftritte mit 13 Jahren
- 2012Einstieg als Autor bei der „heute-show“
- Oktober 2016Erster Auftritt als Außenreporter
- 2024Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis
- 2025Grimme-Preis
- 2. August 2026Start als Quizmaster in „Das Fifty-Fifty Quiz“





