Spahn erhält nach Rücktritt weiter 17.300 Euro Abgeordnetenbezüge – Geheimzulage fällt weg
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Transparenz-Debatte

Spahn erhält nach Rücktritt weiter 17.300 Euro Abgeordnetenbezüge – Geheimzulage fällt weg

Obwohl Jens Spahn als Fraktionsvorsitzender zurücktrat, fließen seine Abgeordnetenbezüge weiter – rund 17.300 Euro monatlich. Nur die geheime Funktionszulage der Union fällt weg, deren Höhe die Fraktion verheimlicht.

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Warum Spahn trotz Rücktritt volles Gehalt bezieht

Jens Spahn ist am 18. Juli 2026 als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten – doch an seinem monatlichen Gehalt ändert sich kaum etwas. Der 46-Jährige bleibt einfacher Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Steinfurt I – Borken I. Weil ihn niemand von seinem Mandat abberufen kann, fließen die Abgeordnetenbezüge unverändert weiter.

Die monatliche Abgeordnetenentschädigung (Diät) beträgt seit dem 1. Juli 2025 genau 11.833,47 Euro brutto. Hinzu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale, die sich jährlich anpasst und seit Januar 2026 bei 5.467,27 Euro liegt. Sie deckt mandatsbedingte Ausgaben wie den Zweitwohnsitz in Berlin und das Wahlkreisbüro. Insgesamt erhält Spahn damit rund 17.300 Euro monatlich.

Geheimzulage gestrichen – wie viel es ist, verrät die Union nicht

Der einzige finanzielle Einschnitt: Mit dem Amt als Fraktionschef entfällt die zusätzliche Funktionszulage, die Spahn aus dem Haushalt der Unionsfraktion erhielt. Deren genaue Höhe bleibt jedoch ein Geheimnis. Auf Anfrage teilt die CDU/CSU-Fraktion stereotyp mit: „Eine Aufschlüsselung auf die einzelnen Funktionen geben wir grundsätzlich nicht öffentlich bekannt."

Indirekte Anhaltspunkte gibt es trotzdem: Das Handelsblatt berichtete, die monatliche Parteisteuer eines Fraktionsvorsitzenden belaufe sich auf 1.200 Euro – ein Niveau, das dem von Bundesministern ähnelt. Daraus leiten Beobachter eine Funktionszulage von 10.000 bis 12.000 Euro ab. Bestätigt ist diese Rechnung nicht. Andere Fraktionen sind transparenter: Die Grünen zahlen ihren Vorsitzenden eine Zulage von 50 Prozent der Diät (rund 6.000 Euro), die AfD verdoppelte 2025 die Bezüge auf eine volle Diät (etwa 12.000 Euro).

Eines ist mir in den letzten Tagen immer klarer geworden: Meine Familie ist mir das Wichtigste.
Jens Spahn, CDU-Politiker und ehemaliger Fraktionsvorsitzender

Spahn selbst hatte diesen Satz in seinem Rücktrittsschreiben an die Fraktion formuliert. Hintergrund war die Welle der Empörung in der Union, nachdem er und sein Ehemann Daniel Funke die Geburt ihres Sohnes Georg über eine Leihmutter in den USA bekannt gegeben hatten – in Deutschland ist das verboten.

Chronologie der Spahn-Affäre

  1. 16. Juli 2026
    Bekanntgabe der Vaterschaft

    Spahn und sein Ehemann geben die Geburt ihres Sohnes Georg über eine Leihmutter in den USA bekannt. In der CDU löst das Empörung aus.

  2. 18. Juli 2026
    Rücktritt vom Fraktionsvorsitz

    Spahn tritt als Vorsitzender der Unionsfraktion zurück, behält aber sein Bundestagsmandat.

  3. 19. Juli 2026
    Merz äußert Kritik

    Bundeskanzler Merz kritisiert Spahn im ZDF-Sommerinterview, obwohl er zuvor zur Geburt gratuliert hatte.

  4. 20. Juli 2026
    Medien decken Gehaltsfortzahlung auf

    Berichte über Spahns fortbestehende Abgeordnetenbezüge von rund 17.300 Euro monatlich erscheinen.

  5. 29. Juli 2026
    Frei zum Nachfolger gewählt

    Thorsten Frei wird mit 91,9 Prozent zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Söder: Spahns politische Karriere nicht am Ende

Bei der Wahl von Thorsten Frei am 29. Juli dankten Frei, Merz und CSU-Chef Markus Söder Spahn ausdrücklich für seine Arbeit. Söder prognostizierte: „Der Weg von Jens Spahn sei noch nicht zu Ende."

Der Weg von Jens Spahn sei noch nicht zu Ende.
Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Bayerischer Ministerpräsident

Finanziell jedenfalls ist Spahn vorerst auf das Grundgehalt eines Abgeordneten zurückgestuft – ein Niveau, das im öffentlichen Dienst nur von wenigen Spitzenbeamten erreicht wird. Dass die Unionsfraktion die Höhe seiner früheren Zulage weiter verheimlicht, wirft Fragen nach Transparenz und Kontrolle auf. Die Bezahlung der Fraktionsspitzen aus Steuermitteln ist für die meisten Fraktionen öffentlich – nur Union und SPD geben keine Einzelheiten preis.

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