AfD bleibt in ARD- und ZDF-Talkshows massiv außen vor
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ÖRR-Verhältnis

AfD bleibt in ARD- und ZDF-Talkshows massiv außen vor

Eine neue Auswertung der Jungen Freiheit zeigt: Die AfD ist in den großen Polit-Talkshows von ARD und ZDF weiterhin kaum zu sehen – obwohl die Partei in Umfragen vorn liegt. Stattdessen dominieren Regierungsparteien die Sendezeit.

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Die AfD liegt in aktuellen Umfragen bundesweit vorn – doch in den großen Polit-Talkshows von ARD und ZDF spielt die Partei kaum eine Rolle. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Auswertung der Jungen Freiheit (JF) vom 30. Juli 2026.

Die Analyse untersucht die Gästeverteilung in den fünf reichweitenstärksten öffentlich-rechtlichen Talkformaten: „Caren Miosga“, „Markus Lanz“, „Maybrit Illner“, „Hart aber fair“ und „Maischberger“. Das Fazit: Die Regierungsparteien Union und SPD sowie die Grünen dominieren die Sendezeit, während die AfD kaum vertreten ist.

X · @Dieter_Stein

Unterrepräsentation hat Tradition

Es ist nicht das erste Mal, dass die JF solche Zahlen vorlegt. Für das Jahr 2022 hatte das Blatt ermittelt, dass die AfD nur 0,43 Prozent aller Politikereinladungen erhielt – das waren zwei Auftritte bei insgesamt 457 Einladungen. Union (125), SPD (129) und Grüne (100) dominierten die Runden.

Auch nach der Bundestagswahl im Februar 2025 setzte sich der Trend fort. In den Talkshows gab es nach der Wahl nur einen einzigen AfD-Gast, während das BSW auf zwei, die FDP auf acht und die Union auf 57 von 148 parteipolitischen Gästen kam.

Talkshow-Präsenz vs. Wahlergebnis 2025

Anteil an Talkshow-Auftritten (RND/WELT) und Wahlergebnis in Prozent

Quelle: RND/WELT, Dezember 2025

Unabhängige Bestätigung

Die von der JF behauptete Schieflage wird durch andere Quellen gestützt. Eine Datenanalyse der RND/WELT für das Jahr 2025 ergab: Die Union kam auf 38,2 Prozent aller Talkshow-Auftritte, die SPD auf 23,9 Prozent – die AfD hingegen nur auf 2,6 Prozent, obwohl sie bei der Bundestagswahl 20,8 Prozent erreicht hatte. Ein Bericht der INSM-Studie von März 2026 ergab zudem, dass in wirtschaftspolitischen Sendungen kein einziger AfD-Vertreter zu Wort kam.

Der Spiegel hatte bereits im Mai 2025 auf eine „große Unterrepräsentation von AfD-Vertretern“ hingewiesen, die sich über Jahre erstreckt.

Unfassbare Asymmetrie: Derart unterrepräsentiert sind AfD-Politiker in den relevanten Talkshows von ARD und ZDF. Total überrepräsentiert: Die Regierungsparteien. Defund den ÖRR!
Dieter Stein, Herausgeber der Jungen Freiheit

Rechtliche Grauzone

Müssen ARD und ZDF die AfD einladen? Der Medienrechtler Wolfgang Schulz stellte 2023 in der LTO klar, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk an den Grundsatz der Chancengleichheit der Parteien (Art. 21 Abs. 1 GG) gebunden sei. Das Vielfaltsgebot verlange eine angemessene Berücksichtigung im Gesamtprogramm. „Solange eine Partei nicht vom Bundesverfassungsgericht verboten ist, bleibt sie eine Partei mit allen Rechten“, betonte der Rechtswissenschaftler Dieter Dörr gegenüber dem epd.

Dennoch halten sich die Sender bedeckt. Der frühere ARD-Journalist Georg Restle argumentierte, die AfD sei „gesichert rechtsextremistisch“ und müsse keine Bühne erhalten. Anne Will, einst selbst Talk-Moderatorin, räumte jedoch ein, der komplette Verzicht auf AfD-Gäste sei „journalistisch an ein, zwei Stellen gar nicht mehr richtig begründbar“.

Chronologie: AfD in öffentlich-rechtlichen Talkshows

  1. Dezember 2022
    JF-Auswertung 2022

    AfD-Anteil an Politikereinladungen nur 0,43 % (2 von 457 Auftritten).

  2. Mai 2025
    Spiegel-Datenanalyse

    Langzeitanalyse belegt große Unterrepräsentation der AfD in Talkshows (2015 – 2025).

  3. Dezember 2025
    RND/WELT-Auswertung

    AfD nur 2,6 % der Talkshow-Gäste trotz 20,8 % Wahlergebnis.

  4. März 2026
    INSM-Studie 2025

    Kein AfD-Vertreter in wirtschaftspolitischen Talkshows.

  5. 30. Juli 2026
    JF-Auswertung 2026

    Erneut massive Unterrepräsentation der AfD festgestellt; Dieter Stein fordert „Defund den ÖRR“.

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