Nach 24-Prozent-Absturz attackieren Parteifreunde Schulzes Merz-Kurs
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CDU Sachsen-Anhalt

Nach 24-Prozent-Absturz attackieren Parteifreunde Schulzes Merz-Kurs

Nach dem verheerenden Sachsen-AnhaltTREND mit 24 Prozent für die CDU wächst in der Landespartei der Unmut über Ministerpräsident Sven Schulze. Seine Strategie, Kanzler Merz zum Sündenbock zu machen, stößt auf scharfe Kritik.

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Umfrage-Debakel und interne Rebellion

Gut fünf Wochen vor der Landtagswahl am 6. September 2026 hat der neue Sachsen-AnhaltTREND die CDU alarmiert: Die AfD liegt unverändert bei 41 Prozent, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze verliert zwei Punkte und kommt nur noch auf 24 Prozent. Bereits Anfang Juli hatte eine Umfrage AfD und BSW bei einer gemeinsamen Mehrheit von 46 Prozent gesehen – ein Trend, der sich nun verfestigt.

Sachsen-AnhaltTREND Juli 2026

Sonntagsfrage vor der Landtagswahl

Quelle: Infratest dimap, Juli 2026

Schulze attackiert Merz – und die Partei schlägt zurück

Schulze macht die Berliner Bundespolitik für die Misere verantwortlich. Schon im Mai hatte er auf NTV getadelt: „Der Kanzler hat mit seiner Bundesregierung eine Erwartungshaltung geschürt, die nicht eingehalten wurde!“ Besonders Merz’ Äußerung zur Rentenreform sei in Ostdeutschland schlecht angekommen. Im Deutschlandfunk beklagte der Ministerpräsident, es sei „schwer oder unmöglich“, an Wahlkampfständen noch über Landespolitik zu sprechen. Die Personaldebatten in Berlin müssten enden.

Der Kanzler hat mit seiner Bundesregierung eine Erwartungshaltung geschürt, die nicht eingehalten wurde!
Sven Schulze, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt (CDU)

Doch genau diese Strategie – Merz zum Sündenbock zu machen – stößt in der eigenen Partei zunehmend auf Widerstand. Die Junge Freiheit berichtet, ein namentlich nicht genannter CDU-Abgeordneter habe gesagt, Kanzler-Kritik dürfe „nicht zu unserem Kerngeschäft“ werden.

Offene Kritik an Merz’ Kabinettsumbildung

Besonders die missglückte in Berlin schlägt auf den Landtagswahlkampf durch. Der Umgang mit dem Magdeburger Bundestagsabgeordneten Tino Sorge, der seinen Posten als Parlamentarischer Staatssekretär abgeben soll, sorgt für Unverständnis. Sorge kritisierte öffentlich, Merz habe ihn nicht persönlich informiert. Marco Tullner, stellvertretender CDU-Landesvorsitzender, nannte den Vorgang „auf gar keinen Fall förderlich“. Nico Elsner, Chef der Jungen Union Sachsen-Anhalt, wurde noch deutlicher.

Grottenschlecht umgesetzt. Für den Landtagswahlkampf nützt das überhaupt nichts.
Nico Elsner, JU-Landesvorsitzender Sachsen-Anhalt, CDU-Landtagskandidat

Elsner und Tullner verzichten derzeit auf Wahlkampfauftritte des Kanzlers. Tullner sagte: „Ich habe kein großes Bedürfnis, einen solchen Termin aktiv zu betreiben.“

Ich habe kein großes Bedürfnis, einen solchen Termin aktiv zu betreiben.
Marco Tullner, Stv. CDU-Landesvorsitzender Sachsen-Anhalt

FAZ-Kommentar: „Die AfD bedankt sich“

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentierte ungewöhnlich scharf, die CDU betreibe „Selbstdemontage“. Herausgeber Berthold Kohler schrieb: „Die Selbstherrlichkeit, Stillosigkeit und Illoyalität, die [Merz] seine parteiinternen Kritiker vorwerfen, sieht man freilich eher bei ihnen selbst. […] Die AfD hält sich vor Lachen den Bauch und dankt für die Unterstützung durch die CDU.“

Die Selbstherrlichkeit, Stillosigkeit und Illoyalität, die [Merz] seine parteiinternen Kritiker vorwerfen, sieht man freilich eher bei ihnen selbst. Die AfD hält sich vor Lachen den Bauch und dankt für die Unterstützung durch die CDU.
Berthold Kohler, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Regierungsoptionen unklar – Brandmauer hält

Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung führen soll, liegen AfD (44 %) und CDU (43 %) nahezu gleichauf. Eine CDU-AfD-Koalition lehnen 60 Prozent der Wahlberechtigten ab, unter CDU-Anhängern sogar 82 Prozent. Auch ein Bündnis mit der Linken findet keine Mehrheit. Für die CDU wird eine Regierungsbildung ohne die kleineren Parteien damit unmöglich.

Umfrage
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Schulze steckt in der Zwickmühle: Von außen setzt ihm die AfD zu, von innen wächst der Druck aus der eigenen Partei. Die Landtagswahl am 6. September wird nicht nur über die Regierung in Magdeburg entscheiden, sondern auch über das politische Schicksal des Ministerpräsidenten – und möglicherweise von Kanzler Merz selbst.

Chronologie: Vom Amtsantritt zur offenen Rebellion

  1. 28. Januar 2026
    Schulze wird Ministerpräsident

    Sven Schulze übernimmt das Amt von Reiner Haseloff.

  2. 28. Mai 2026
    Distanzierung von Merz beginnt

    Schulze kritisiert Merz’ Rentenäußerungen und erntet erste anonyme parteiinterne Kritik.

  3. 13. Juni 2026
    Landesparteitag ohne Berlin-Prominenz

    Die CDU Sachsen-Anhalt beschließt ihr Wahlprogramm, Schulze lädt keine Bundesgrößen ein.

  4. 14. Juli 2026
    Spahn-Affäre erschüttert CDU

    BILD enthüllt, dass Jens Spahn und sein Mann durch eine Leihmutter in den USA Eltern wurden.

  5. 24.–27. Juli 2026
    Chaos bei Kabinettsumbildung

    Merz entlässt Verkehrsminister per SMS, designierter Nachfolger springt ab, Minister tritt selbst zurück.

  6. 29. Juli 2026
    CDU-Politiker üben offene Kritik

    Elsner und Tullner kritisieren Merz scharf und lehnen Wahlkampfhilfe ab; Schulze fordert Ende der Personaldebatten.

  7. 30.–31. Juli 2026
    Umfrage-Debakel und interne Revolte

    Sachsen-AnhaltTREND sieht CDU bei 24 %. Junge Freiheit meldet wachsenden Unmut über Schulzes Strategie.

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