Rekordverschuldung: 31.887 Euro pro Kopf
Der öffentliche Gesamthaushalt – bestehend aus Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung – war beim nicht-öffentlichen Bereich mit 2.662,2 Milliarden Euro verschuldet, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am 29. Juli 2026 mit. Das sind 151,4 Milliarden Euro oder 6,0 Prozent mehr als Ende 2024.
Pro Kopf entspricht das einer Verschuldung von 31.887 Euro – 1.821 Euro oder 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahl beruht auf der leicht gesunkenen Bevölkerungszahl, die Destatis zum 30. Juni 2025 auf Basis des Zensus 2022 ermittelt hat.
Bund: Verteidigungsausgaben als Treiber
Der Bund allein häufte bis Ende 2025 Schulden in Höhe von 1.840,4 Milliarden Euro an, ein Plus von 107,7 Milliarden Euro oder 6,2 Prozent. Pro Kopf entfallen damit 22.043 Euro auf den Bund – 1.295 Euro mehr als im Vorjahr.
Als Hauptgrund nannte Destatis die gestiegenen Verteidigungsausgaben. Deutschland hatte seine Militärausgaben 2025 massiv erhöht – so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
„Insbesondere zusätzliche Verteidigungsausgaben haben 2025 die Verschuldung hier angeschoben.“
Der Experte erwartet, dass die Verschuldung auch in diesem und im kommenden Jahr weiter steigen dürfte – trotz erster Sparanstrengungen.
Länder: Nur drei bauten Schulden ab
Die Gesamtschulden der Länder stiegen um 17,5 Milliarden Euro (2,9 Prozent) auf 624,9 Milliarden Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Länder beträgt damit 7.484 Euro.
Pro-Kopf-Verschuldung der Länder zum 31.12.2025
In Euro
Bremen bleibt mit 37.418 Euro pro Kopf unangefochten an der Spitze, gefolgt von Berlin mit 17.980 Euro. Am niedrigsten ist die Pro-Kopf-Verschuldung in Bayern (1.448 Euro) und Sachsen (1.736 Euro), wobei Sachsen mit plus 17,1 Prozent den stärksten Zuwachs aller Länder verzeichnete.
Einen leichten Rückgang der Pro-Kopf-Verschuldung gab es nur in Rheinland-Pfalz (−2,1 %), Berlin (−1,0 %) und Nordrhein-Westfalen (−1,0 %). In Berlin wirkte sich die Herauslösung der Energieholding BEN aus dem Staatssektor aus.
Kommunen: Sechster Anstieg in Folge
Besonders dynamisch entwickelte sich die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände. Sie stieg 2025 um 15,4 Prozent auf 197,0 Milliarden Euro – bereits der sechste jährliche Anstieg in Folge. Pro Kopf macht die kommunale Schuldenlast nun 2.550 Euro aus, rund 300 Euro mehr als 2024.
Die höchsten kommunalen Zuwächse verzeichneten Baden-Württemberg (+28,6 % auf 1.648 Euro pro Kopf) und Niedersachsen (+20,9 % auf 2.963 Euro). Einzig in Thüringen sank die kommunale Pro-Kopf-Verschuldung – um 3,0 Prozent auf 841 Euro.
Zusammensetzung der Schulden
Während der Bund mit 1.840,4 Milliarden Euro den Großteil der Schulden trägt, machen die Länder 624,9 Milliarden und die Gemeinden 197,0 Milliarden Euro aus. Die Sozialversicherung spielt mit 13 Millionen Euro keine Rolle.
Zusammensetzung der öffentlichen Schulden
Anteile der staatlichen Ebenen (31.12.2025)
Die Pro-Kopf-Verschuldung des Bundes liegt damit bei 22.043 Euro, die der Länder bei 7.484 Euro und die der Kommunen bei 2.550 Euro.
Ausblick: Weitere Anstiege erwartet
Jens Boysen-Hogrefe vom IfW Kiel rechnet damit, dass die Verschuldung sowohl im laufenden als auch im kommenden Jahr nochmals höher ausfallen wird. Grund sind anhaltend hohe Verteidigungsausgaben und die steigenden Zinslasten.
Die Daten basieren auf den endgültigen Ergebnissen der jährlichen Schuldenstatistik zum Stichtag 31. Dezember 2025. Für die Pro-Kopf-Berechnung wurde die Bevölkerungsfortschreibung zum 30. Juni 2025 herangezogen.





