Mehr als 20.000 Euro. So viel Geld hätte Prinzessin Isabella von Dänemark für ihren Wehrdienst erhalten. Doch die 19-Jährige verzichtet – und folgt damit dem Beispiel ihres großen Bruders.
Am Montagmorgen traf die Tochter von König Frederik X. und Königin Mary mit einem Rucksack bepackt in der Antvorskov-Kaserne in Slagelse ein. Sie ist eine von 1.600 jungen Menschen, die an diesem Tag den neuen elfmonatigen Grundwehrdienst antraten.
Isabellas Dienst ist Teil der größten Wehrpflichtreform Dänemarks seit Jahrzehnten. Angesichts der verschärften Sicherheitslage in Europa wurde der Grundwehrdienst von vier auf elf Monate verlängert und erstmals per Losverfahren auf Frauen ab 18 Jahren ausgeweitet, wie die Tagesschau berichtet.
Verlängerter Dienst und neue Rekrutinnen
Die dänische Regierung hatte die Reform auf den Weg gebracht, um die Streitkräfte zu stärken. Bis 2033 soll die Zahl der Wehrpflichtigen von derzeit 5.000 auf 7.500 steigen. Dänemark setzt dabei vorrangig auf Freiwillige – erst wenn sich nicht genügend melden, entscheidet das Los. In den letzten zehn Jahren reichten Freiwillige stets aus.
Auch ein Einsatz auf Grönland ist Teil der neuen Strategie: Im August 2026 soll erstmals eine Kompanie von über 100 Wehrpflichtigen für einen Monat dort operative Aufgaben übernehmen und Berufssoldaten entlasten. Der Schritt ist politisch brisant – US-Präsident Trump hatte mehrfach Anspruch auf das halbautonome dänische Territorium erhoben.
„Es ist ein großer Tag für die Marine und die gesamten Streitkräfte.“
Militärische Familientradition
Mit ihrem Gehaltsverzicht und der Wahl des Gardehusarregiments setzt Isabella eine Tradition fort. Ihr Bruder Kronprinz Christian (20) diente im selben Regiment und verzichtete ebenfalls auf Sold. Inzwischen hat er eine Offiziersausbildung abgeschlossen und ist seit Juni 2026 Leutnant bei der Königlichen Leibgarde.
Vater König Frederik X. blickt auf eine umfangreiche Militärkarriere zurück: Er diente beim Gardehusarregiment und absolvierte unter anderem die Ausbildung zum Kampfschwimmer im Marine-Spezialkommando Frømandskorpset. Heute bekleidet er hohe Ränge in allen drei Teilstreitkräften.
Ein Zeichen über Dänemark hinaus
Dass Isabella als Kind des Monarchen ohne direkte Thronfolge Wehrdienst leistet, ist im europäischen Vergleich außergewöhnlich. In Ländern wie Spanien oder den Niederlanden absolvieren meist nur die künftigen Monarchen den Militärdienst – Geschwisterkinder wählen zivile Wege.
Spanische Medien lobten die Prinzessin dafür, mit 19 Jahren auf Privilegien zu verzichten und ein starkes Signal für ihr Land zu senden. Königshaus-Historiker Sebastian Olden-Jørgensen wertet die Wahl des Regiments als Zeichen, dass Isabella keine militärische Karriere plant.
Die Chronologie des neuen Wehrdienstes
Von der Ankündigung bis zum Dienstantritt
- 2024Reform angekündigt
Dänemark kündigt die Ausweitung der Wehrpflicht an: Frauen werden einbezogen, Dienstzeit von vier auf elf Monate verlängert.
- Juli 2025Wehrpflicht für Frauen
Die Wehrpflicht per Losverfahren wird erstmals auf Frauen ab 18 Jahren ausgeweitet.
- 31. März 2026Palast bestätigt Isabellas Dienst
Das Königshaus gibt bekannt, dass Prinzessin Isabella ihren Wehrdienst im Gardehusarregiment in Slagelse ableisten wird.
- Juli 2026Verzicht auf Sold
Das Königshaus bestätigt gegenüber der Zeitung B.T., dass Isabella während ihres Wehrdienstes auf jegliche Vergütung verzichtet.
- 3. August 2026Dienstantritt
Isabella tritt gemeinsam mit 1.600 Rekruten ihren elfmonatigen Dienst in der Antvorskov-Kaserne an.
