Es ist eine Enthüllung, die erschüttert: Im April 2024 stand Phil Collins buchstäblich an der Schwelle des Todes. Sieben Monate verbrachte der 75-Jährige auf der Intensivstation eines Schweizer Krankenhauses, die meiste Zeit war er bewusstlos. Seine fünf Kinder wurden von seinem Manager zusammengerufen, um sich von ihm zu verabschieden – die Ärzte berieten bereits, ob sie die lebenserhaltenden Maschinen abstellen sollten.
„Meine Nieren machten schlapp, meine Organe versagten einfach. Die Leute kamen, um sich zu verabschieden. Aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie da waren. Ich hatte keine Ahnung, was vor sich ging. Sie alle hatten Angst, mich nie wiederzusehen. Es hätte alles so furchtbar schiefgehen können.“
Das ganze Ausmaß dieser Nahtoderfahrung schilderte Collins erstmals in einem Interview mit der britischen Sunday Times, das am 1. August 2026 veröffentlicht wurde. Der Musiker, der mit Genesis und als Solokünstler Weltruhm erlangte, kämpft seit Jahren mit Alkoholproblemen – und war 2023 nach einer Phase der Abstinenz erneut in die Sucht zurückgefallen.
Sieben Monate auf der Intensivstation
Der Auslöser: „Ich trank Wein, wenn ich aufwachte. Das war, was ich zum Frühstück wollte – ein Glas Wein“, gesteht Collins im Interview. Im November 2023 wurde er in ein Schweizer Krankenhaus eingeliefert. Zwar konnte er drei Tage vor Weihnachten entlassen werden, doch bereits wenige Wochen später musste er zurück auf die Intensivstation.
Dort blieb er insgesamt sieben Monate lang. Die meiste Zeit war Collins bewusstlos, seine fünf Kinder – Joely (53), Simon (49), Lily (37), Nicholas (25) und Mathew (21) – bangten um sein Leben. Sein langjähriger Manager traf die Entscheidung, sie alle ans Krankenbett zu rufen.
„Es mussten Entscheidungen getroffen werden nach dem Motto: ‚Lassen wir Phil an den lebenserhaltenden Geräten?‘“
Der Tiefpunkt im April 2024
Der dramatischste Moment ereignete sich im April 2024, als Collins’ Nieren und weitere Organe ihren Dienst versagten. Die Ärzte zogen das Undenkbare in Betracht: die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden. Collins selbst bekam davon nichts mit. „Ich hatte keine Ahnung, dass das vor sich ging. Sie alle hatten Angst, dass sie mich nie wiedersehen würden“, sagte er.
Die Rettung und die bleibenden Schäden
Doch Collins überstand die Krise und fasste einen radikalen Entschluss: Er rührte nie wieder Alkohol an. Die gesundheitlichen Folgen sind dennoch verheerend. Seine Bauchspeicheldrüse ist dauerhaft vernarbt, die Nieren arbeiten kaum noch. Zusätzlich leidet er an Typ-2-Diabetes und ist auf Krücken angewiesen – Folgen einer Rückenverletzung von 2007, bei der er sich Wirbel ausrenkte und bleibende Nervenschäden davontrug. Ein 24-Stunden-Pfleger wohnt bei ihm in der Schweiz, um die Medikamenteneinnahme sicherzustellen.
Phil Collins' Gesundheitskrise: Eine Chronik
- 2007Schwerer Rückenschaden
Collins renkt sich Wirbel aus, bleibende Nervenschäden in den Händen – das Ende seiner Karriere als Schlagzeuger bahnt sich an.
- 26. März 2022Letztes Konzert mit Genesis
In London endet die ‚The Last Domino? Tour‘. Collins sitzt während der Show, Sohn Nic übernimmt das Schlagzeug.
- November 2023Erste Einweisung
Wegen schweren Alkoholmissbrauchs wird Collins in ein Schweizer Krankenhaus eingeliefert, kurz vor Weihnachten entlassen.
- April 2024Organversagen
Nieren und weitere Organe fallen aus. Manager ruft alle fünf Kinder zum Abschied ans Krankenbett.
- Jahreswechsel 2025/2026Familienversöhnung
Vier Tage im Londoner Mandarin Oriental mit allen Kindern – emotionale Wiederannäherung.
- 1. August 2026Enthüllung im Interview
In der Sunday Times spricht Collins erstmals detailliert über die Nahtoderfahrung.
- 14. November 2026Rock and Roll Hall of Fame
Aufnahme als Solokünstler, jedoch ohne Auftritt – Collins kann nicht mehr spielen.
Versöhnung mit der Familie
„Ich hatte großes Glück, dass ich da rausgekommen bin. Unnötig zu sagen: Ich habe seither keinen Tropfen mehr angerührt.“
Trotz aller Einschränkungen gab es für Collins auch ein Happy End: Über den Jahreswechsel 2025/2026 verbrachte er vier Tage mit seiner gesamten Familie im Londoner Mandarin Oriental. Tochter Lily, bekannt aus ‚Emily in Paris‘, saß weinend neben ihm und sagte: ‚Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Momente noch erleben würde.‘
Collins sprach auch über Lilys offenen Brief von 2017, in dem sie von einer ‚schrecklichen Entfremdung‘ geschrieben hatte. ‚Ich war ziemlich schockiert und ein bisschen traurig darüber. Aber sie hat mir inzwischen erklärt, warum, und sie nimmt alles zurück. Ich habe jetzt eine wunderbare Beziehung zu Lily‘, so Collins. Auch eine vierte Ehe schloss er nicht aus, wenn auch mit wehmütigem Unterton: ‚Ich glaube, dafür ist es wahrscheinlich zu spät.‘
Rock and Roll Hall of Fame ohne Auftritt
Am 14. November 2026 wird Collins als Solo-Künstler in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen – seine zweite Ehrung nach der mit Genesis 2010. Auftreten kann er aber nicht. ‚Ich wünschte, ich könnte noch spielen. Das war mein Leben, seit ich mit drei ein Schlagzeug bekam. Ich wollte immer nur das tun‘, sagt er. Bereits am 18. September erscheint zudem ‚Face Value (Full Value)‘, eine Box zum 45. Jubiläum seines Solo-Debüts.
