Massive Attack nach Palästina-Flagge mit Einreiseverbot belegt
Bei einem Konzert in Singapur zeigten Mitglieder von Massive Attack eine Palästina-Flagge und riefen “Free Palestine„. Die Polizei verwarnte die Band und verbot ihnen die Wiedereinreise.
Am 29. Juli 2026 kam es im The Star Performing Arts Centre in Singapur zu einem Eklat: Während eines Konzerts der britischen Trip-Hop-Band Massive Attack skandierte das Publikum “Free Palestine„. Die Bandmitglieder Robert Del Naja („3D“) und Grant Marshall („Daddy G“) entrollten daraufhin eine palästinensische Flagge und stimmten in die Rufe ein.
Das Konzert endete unter polizeilicher Aufsicht. Massive Attack erklärte später, ein Lied aufgrund “lokaler Gesetze„ von der Setlist gestrichen zu haben. Videos der Aktion verbreiteten sich rasch in sozialen Medien.
Instagram · @massiveattackofficial
Noch in derselben Nacht griff die Polizei durch. Die gesamte Band und Gastmusikerin Elizabeth Fraser wurden festgehalten, isoliert und getrennt befragt. Hotelzimmer wurden durchsucht, Reisepässe vorübergehend eingezogen. Die Band sprach von einem “surrealen Erlebnis„ und zeigte sich “überrascht und enttäuscht„.
„We did not imagine that merely holding up the flag of a sovereign state recognised by 157 countries would violate any law.“
Massive Attack, Instagram-Statement
Am 31. Juli gab die Polizei von Singapur offiziell bekannt, dass zwei Bandmitglieder wegen Verstoßes gegen das Foreign National Emblems (Control of Display) Act und den Public Order Act untersucht und “streng verwarnt„ worden seien. Die zuständige Medienbehörde IMDA kündigte an, künftige Anträge auf Auftritte der Band nicht mehr zu genehmigen, und die Polizei verhängte ein Wiedereinreiseverbot gegen die beiden, wie Reuters berichtete.
Strenges Vorgehen der Behörden
In ihrer Stellungnahme betonte die Polizei: “The police take a serious view of acts which could potentially harm the racial and religious harmony in Singapore and urge the public, including foreigners, to refrain from importing foreign politics as this can undermine our social cohesion and the rule of law.„ Sie verwies auf eine Sonderwarnung des Innenministeriums von 2023, die das Zeigen von Symbolen im Zusammenhang mit dem Israel-Gaza-Konflikt ausdrücklich untersagt.
Das Foreign National Emblems Act verbietet das öffentliche Zeigen ausländischer Hoheitszeichen ohne Genehmigung. Bei Verstoß drohen bis zu 500 Singapur-Dollar (rund 387 US-Dollar) Geldstrafe oder bis zu sechs Monate Haft.
Massive Attack reagierten am 2. August mit einem ausführlichen Statement. “Wir sind stolz auf diese spontane Solidaritätsbekundung mit unseren Fans in Singapur, die ganz offensichtlich eine moralische Verpflichtung verspürten, ihre Unterstützung für das palästinensische Volk angesichts der anhaltenden Realität von illegaler Besatzung, Apartheid und Völkermord zu zeigen„, hieß es darin. Die Band forderte die singapurische Regierung auf, Bürgern Gewissensbekundungen ohne staatliche Verfolgung zu erlauben.
Politisches Engagement der Band
Massive Attack sind für ihre pro-palästinensische Haltung bekannt. Bereits im April 2026 war Robert Del Naja bei einer Protestaktion in London im Umfeld der in Großbritannien verbotenen Gruppe Palestine Action festgenommen worden. Die Band unterstützt zudem die Kampagne No Music for Genocide, die Künstler auffordert, ihre Musik in Israel geografisch sperren zu lassen.
Der Vorfall in Singapur reiht sich ein in eine wachsende Zahl kultureller Events, bei denen der Nahost-Konflikt auf die Bühne getragen wird. Während einige dies als legitimen Ausdruck der Meinungsfreiheit sehen, warnen andere vor einer Politisierung von Konzerten.
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Das Statement von Massive Attack endete mit den Worten “Free Palestine„ und der Forderung nach der Achtung universeller Menschenrechte. Das Einreiseverbot trifft nur die beiden Bandmitglieder persönlich, die Band als Ganzes darf nicht mehr in Singapur auftreten. Ob andere Länder ähnliche Maßnahmen ergreifen, bleibt ungewiss.