In der Nacht zum 29. Mai 2026 schlug eine bewaffnete Drohne in ein zehnstöckiges Wohnhaus im rumänischen Galati ein. Das Flugobjekt durchbrach das Dach und löste in einer Wohnung im obersten Stock einen Brand aus. Ein 14-jähriger Jugendlicher und eine 53 Jahre alte Frau wurden leicht verletzt, rund 70 Menschen mussten evakuiert werden.
Noch am selben Vormittag erklärte das rumänische Außenministerium den Einschlag zur „schweren und unverantwortlichen Eskalation“. Bukarest bestellte den russischen Botschafter ein, wies den russischen Generalkonsul in Constanța aus und leitete die Schließung des dortigen Konsulats ein. Das Verteidigungsministerium beantragte bei der NATO einen beschleunigten Transfer zugesagter Drohnenabwehrtechnik.
Beweise aus Bukarest: „Geran 2“ in kyrillischer Schrift
Am 31. Mai 2026 veröffentlichte Präsident Nicușor Dan Fotos der Trümmer und erklärte, die Drohne sei „ohne Zweifel“ russischen Ursprungs. Auf den Fragmenten war in kyrillischen Buchstaben die Bezeichnung „Geran 2“ zu erkennen. Ein Vergleich mit früher in Rumänien geborgenen Teilen ergab, dass elektronische Bauteile, Navigationssysteme, Motor und Strukturelemente identische oder sehr ähnliche Merkmale aufwiesen. Auch die chemische Analyse von Material- und Treibstoffresten stimmte mit jener von Geran-2-Drohnen überein.
„Niemand kann sagen, woher der eine oder andere Flugapparat stammt, bevor keine Expertise vorgenommen wurde.“
Die russische Botschaft in Bukarest verbreitete parallel die Lesart, es handle sich um eine „Provokation des Regimes in Kiew“, das versuche, die NATO in einen Krieg mit Russland hineinzuziehen. Putin bot an, Rumänien könne die Drohnenteile zur Prüfung nach Russland schicken.
Scharfe Reaktionen aus NATO und EU
NATO-Generalsekretär Mark Rutte verurteilte auf X Russlands „rücksichtsloses Verhalten“ und versicherte, das Bündnis sei bereit, jeden Zentimeter seines Territoriums zu verteidigen. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von einem „weiteren Beleg für Russlands Bereitschaft zur Eskalation“ und bekräftigte: „Deutschland steht an der Seite seiner NATO-Verbündeten.“ Außenminister Johann Wadephul kündigte zusätzliche Anstrengungen zur Stärkung der europäischen und ukrainischen Verteidigung an.
Militärische Antwort: Erste Abschüsse im Juli
Chronologie der Luftraumverletzungen
- April 2026Drohne stürzt in Galati ab
Eine Drohne schlägt in ein Nebengebäude eines Wohnhauses ein, niemand wird verletzt.
- 29. Mai 2026Einschlag in Wohnhaus
Eine Drohne trifft ein zehnstöckiges Gebäude, zwei Menschen werden leicht verletzt, 70 evakuiert.
- Juli 2026Erste Abschüsse durch F-16
Rumänische Kampfjets schießen erstmals russische Drohnen ab.
Damit endete die bisher überwiegend diplomatische Reaktion Bukarests. Nach dem Vorfall vom 29. Mai begann Rumänien, militärische Mittel einzusetzen; erste Abschüsse russischer Drohnen durch rumänische F-16-Kampfjets folgten wenige Wochen später, im Juli 2026.
