Dianas Geheimakte bleibt bis 2082 unter Verschluss – Behörden meldeten sie 2007 als „verschollen“
Die französischen Ermittlungsakten zum Tod von Prinzessin Diana umfassen 6.000 Seiten – und bleiben mindestens bis 2082 unter Verschluss. Kurz vor der britischen Untersuchung meldeten die Behörden die Akte als „verschollen“.
6.000 Seiten, 200 Zeugenaussagen, toxikologische Berichte und unveröffentlichte Fotos vom Unfallort – und das alles soll die Öffentlichkeit noch 56 Jahre lang nicht sehen. Die französischen Behörden halten die vollständige Ermittlungsakte zum Tod von Prinzessin Diana bis mindestens 2082 unter Verschluss, wie OK! Magazine berichtet.
Das Dossier wurde nach einer 18-monatigen Untersuchung von 30 Polizeibeamten im Jahr 2007 fertiggestellt und lagert seither im Kellerarchiv des Pariser Justizpalastes auf der Île de la Cité, wo es auf Staatskosten von bewaffneten Beamten bewacht wird. Eine Einsicht ist nach Artikel L. 213-2 des französischen Kulturerbegesetzes für mindestens 75 Jahre ausgeschlossen – und die Behörden können diese Frist unbegrenzt verlängern.
Der Sprecher des Pariser Justizpalastes bestätigte dem Magazin schriftlich: „Die Ermittlungsakte befindet sich in den Archiven des Pariser Berufungsgerichts. Gemäß Artikel L213-2 des Kulturerbegesetzes kann sie vor Ablauf einer Frist von 75 Jahren nicht eingesehen werden.“ Eine digitale Version existiert nicht.
Zum Inhalt gehören rund 200 Zeugenaussagen, toxikologische Gutachten zu Fahrer Henri Paul, bislang unveröffentlichte Fotos vom Unfallort und die Verhörprotokolle aller Beteiligten. Es handelt sich um eine der umfangreichsten Rechtsuntersuchungen der modernen französischen Geschichte.
Erst kürzlich tauchten jahrzehntelang versteckte Liebesbriefe von Diana an Charles auf – ein weiteres Puzzleteil in der nie verstummenden Debatte um die Prinzessin.
Das mysteriöse Verschwinden der Akte
Kurz vor Beginn der mit rund 17 Millionen Dollar dotierten britischen Untersuchung zu Dianas Tod meldeten die französischen Behörden das gesamte 6.000 Seiten starke Dossier als 'verschollen', wie Promiflash berichtet. Der französische Anwalt Jean-Louis Pelletier, der den Paparazzo Fabrice Chassery vertrat, versuchte vergeblich, Einsicht zu nehmen.
„Als ich vor Gericht bat, die Akten einsehen zu dürfen, wurde mir gesagt, sie seien nicht vorhanden. Ich weiß, dass Akten gelegentlich verloren gehen, aber angesichts des Umfangs und der Bedeutung dieser speziellen Akte ist das außerordentlich.“
Jean-Louis Pelletier, französischer Anwalt
Bereits 2006 waren Originalfotos von Diana und Dodi Al-Fayed am Unfallort verschwunden. Nur Teil-Fotokopien wurden später an Lord Stevens übergeben, der die britische Untersuchung leitete. Die Originale blieben versiegelt.
Kritik: ‘Riecht nach Vertuschung’
Eine anonyme Quelle, die nach eigenen Angaben Teile des Dossiers in Paris einsehen konnte, sagte gegenüber OK!: „Diese Geheimnistuerei stinkt nach Vertuschung und Verschwörung auf höchster Ebene und ist typisch für die französische Bürokratie.“ Eine weitere mit den Archiven vertraute Rechtsquelle ergänzte: „Die Dokumente zu versiegeln, bis längst alle Beteiligten tot sind, verstärkt nur das Gefühl, dass die ganze Wahrheit unerreichbar gemacht wird.“
Viele Beobachter sehen in der Sperrung ein Muster: Schon 2007 tauchte die Akte genau dann ab, als die britische Untersuchung an Fahrt aufnahm. Dass der 30. Jahrestag des Unfalls 2027 naht, dürfte die Rufe nach einer vorzeitigen Öffnung lauter werden lassen.
Chronologie eines tragischen Unfalls
Dianas letzte Stunden und die Folgen
31. August 1997
Tödlicher Unfall im Alma-Tunnel
Prinzessin Diana, Dodi Al-Fayed und Fahrer Henri Paul sterben bei einem Autounfall in Paris. Leibwächter Trevor Rees-Jones überlebt schwer verletzt.
1999
Französische Ermittlungen abgeschlossen
Die französische Justiz stellt fest, dass Henri Paul betrunken und mit überhöhter Geschwindigkeit fuhr. Die Akte gilt als abgeschlossen.
2006
Originalfotos verschwinden
Französische Behörden räumen ein, dass Originalaufnahmen von Diana und Dodi am Unfallort spurlos verschwunden sind.
2007
Dossier fertig – und sofort ‘verschollen’
Nach 18 Monaten Arbeit legen 30 Polizisten das 6.000-Seiten-Dossier vor. Kurz vor der britischen Untersuchung meldet Paris die Akte als verloren.
2007 – 2008
Britische Untersuchung ‘Operation Paget’
Lord Stevens kommt zum Schluss, dass Diana und Dodi durch grob fahrlässiges Fahren der Paparazzi und Henri Pauls rechtswidrig getötet wurden.
2. August 2026
OK! enthüllt Sperre bis 2082
Das Magazin bestätigt mit dem Justizpalast: Die Akte bleibt nach Artikel L. 213-2 des Kulturerbegesetzes mindestens 75 Jahre versiegelt.
2082 (frühestens)
Ende der Sperrfrist
Rechnerisch könnte die Akte dann freigegeben werden – doch die Behörden dürfen die Frist unbefristet verlängern.