Jewel Brangman, ein Model und Turnerin, war 2014 mit einem gemieteten Honda Civic Baujahr 2001 unterwegs, als sie auf ein anderes Fahrzeug auffuhr. Der Airbag, Teil des berüchtigten Takata-Rückrufs, explodierte und jagte Metallsplitter durch ihren Körper. Wie EW.com berichtet, durchtrennte ein Schrapnell ihre Halsschlagader.
Besonders bitter: Eastwood bekam die Todesnachricht mitten an einem Drehtag und konnte nicht zu Jewels Familie reisen. „Ich bekam den Anruf mitten an einem Drehtag, und ich glaube, ich habe einen klassischen Abwehrmechanismus aktiviert: ‚Schieb das auf später. Leg das erst mal zur Seite.‘“, erinnerte er sich. Gegenüber Page Six erklärte er: „An einem Filmset zu sein, wenn jemand stirbt oder etwas passiert, ist wirklich hart. Man hat keine Zeit zu trauern. The show must go on.“
Diese erzwungene Professionalität führte dazu, dass Eastwood den Schmerz jahrelang verdrängte und nicht einmal sicher sagen kann, ob er wegen der Dreharbeiten nicht zur Beerdigung kommen konnte – oder ob er sie psychisch ausgeblendet hatte. „Ich glaube, man möchte mit den Menschen trauern, die Teil ihres Lebens waren. Das ist ein wichtiger Teil des Trauerprozesses“, sagte er rückblickend.
Für Eastwood war es nicht das erste Mal, dass er einen geliebten Menschen verlor, während er vor der Kamera stand. 2013, während der Dreharbeiten zu „Fury“, starb sein enger Freund Paul Walker bei einem Autounfall. Auch damals blieb keine Zeit zum Trauern. Im Podcast sagte er: „Das war schon einmal passiert, ich hatte Paul Walker bei Fury verloren, und er war einer meiner engsten Freunde.“
Der Schauspieler gab zu, dass ihn beide Erfahrungen nachhaltig geprägt haben. Bereits 2016 hatte er im Interview mit GQ Australia gesagt: „Ich hatte noch nie jemanden verloren, mit dem ich wirklich intim war, in einer Beziehung. Vielleicht hat es mir das Daten schwerer gemacht.“ Damals nannte er Jewels Namen noch nicht.
Nach dem GQ-Artikel meldete sich Eastwood schließlich bei Alexander Brangman, Jewels Vater. Dieser hatte sich enttäuscht geäußert: „Viele ihrer Freunde flogen quer durchs Land, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Es wurde nicht einmal eine Blume geschickt.“ Doch Eastwood zeigte Reue: „Er sagte: ‚Ich habe mich nicht gemeldet, weil ich nicht wusste, was ich sagen soll.‘ Er war sehr entschuldigend“, berichtete der Vater.
Im Podcast räumte Eastwood ein, dass er die Trauer erst viel später verarbeitete – ein Fehler, den er heute bereut. Er machte deutlich, wie sehr ihn die Vorstellung belastet, am Set zu sein, während zu Hause etwas passiert. Seine Eltern Clint Eastwood (96) und Jacelyn Reeves (74) seien schließlich „älter“, und er habe Angst, nicht bei ihnen sein zu können.
Die Chronologie
2013
Paul Walker stirbt bei Autounfall
Während Scott Eastwood den Film „Fury“ dreht, verunglückt sein enger Freund Paul Walker tödlich. Eastwood kann das Set nicht verlassen und muss weitermachen.
2014
Jewel Brangman stirbt bei Unfall
Bei einem leichten Auffahrunfall in einem gemieteten Honda Civic explodiert der Airbag und tötet Jewel Brangman (26). Eastwood erfährt es am Filmset und verpasst ihre Beerdigung.
2016
Erstes öffentliches Statement
Im Interview mit GQ Australia spricht Eastwood erstmals über den Verlust, ohne Brangmans Namen zu nennen. Anschließend kontaktiert er ihren Vater und entschuldigt sich.
3. August 2026
Podcast-Interview
Im „Armchair Expert“-Podcast spricht Eastwood ausführlich über die Umstände von Brangmans Tod, seine verdrängte Trauer und die Belastung durch die Doppeltragödie.