Sprengstoff-Drohne entdeckt: Bundesanwaltschaft ermittelt
Bild: KI-generiert
Flughafen Leipzig/Halle

Sprengstoff-Drohne entdeckt: Bundesanwaltschaft ermittelt

Am Flughafen Leipzig/Halle entdeckte ein Busfahrer in der Nacht zum 5. August 2026 eine mit militärischem Sprengstoff bestückte Drohne. Sie war mit 5G-Antennen ausgestattet und wurde von Sicherheitssystemen nicht erkannt. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen und wertet den Vorfall als mögliches hybrides Anschlagsszenario.

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In der Nacht zum 5. August 2026 bemerkte ein Busfahrer des Flughafens Leipzig/Halle gegen 23:42 Uhr eine Drohne, die zwischen zwei Frachtmaschinen der ukrainischen Airline Antonov Airlines schwebte. Er alarmierte sofort die Sicherheitsbehörden. Wie tagesschau.de berichtet, blieb die Drohne nach einem Kontakt mit einem Mitarbeiter auf dem Boden liegen.

Die Drohne war mit einem Sprengsatz aus den hochexplosiven Plastiksprengstoffen PETN und Semtex beladen. Spezialkräfte der Bundespolizei entschärften das Gerät noch in der Nacht mit einem Roboter. An der Drohne waren zudem 5G-Antennen verbaut, die eine Steuerung über das Mobilfunknetz ermöglichten – und die Erkennung durch herkömmliche Sensorsysteme unmöglich machten.

Neues Bedrohungsszenario

Der Flughafen stellte den gesamten Flugbetrieb ein, die Südpiste blieb länger gesperrt. Eine DHL-Frachtmaschine, die wegen der Sperrung durchstarten musste, kollidierte auf dem Weg nach Hannover mit einem weiteren unbekannten Flugobjekt und wurde dort mit leichten Schäden gelandet. Ob ein Zusammenhang besteht, ist unklar.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) unterbrach seinen Urlaub und reiste zur Lagebesprechung an den Flughafen. Danach erklärte er: „Es ist meine Einschätzung, dass wir es hier mit einem hybriden Anschlagsszenario zu tun haben.“ Er sprach von einer „neuen Gefahrenqualität“ und schloss nicht aus, dass fremde Mächte dahinterstecken könnten.

Auch bei dem versuchten Drohnenangriff am Leipziger Flughafen gehe ich von einem gezielten hybriden Angriff, also einem versuchten Terrorakt, gesteuert von Russland aus.
Roderich Kiesewetter, CDU-Politiker

Der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter forderte die Bundesregierung zu Konsultationen nach Artikel 4 des Nordatlantikvertrags auf – ein deutlicher Hinweis auf die von ihm vermutete russische Urheberschaft.

Wirbel um mögliche Munition an Bord

Zunächst hatten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf einen vertraulichen Polizeibericht gemeldet, dass sich in einem der Frachtflugzeuge, neben dem die Drohne gefunden wurde, Munition aus französischen Beständen befand. Das Bundesinnenministerium widersprach dem jedoch umgehend: Die Maschine sei ohne Munition nach Leipzig zurückgekehrt, nachdem sie zuvor zwar Munition transportiert habe, zum Zeitpunkt des Vorfalls aber leer gewesen sei.

Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Am Abend des 6. August übernahm die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen. Sie begründete den Schritt mit „zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkten“ für ein versuchtes Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und einen gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr. Der Vorfall sei ein „schwerwiegender Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur“.

Das Bundeskriminalamt wurde mit den polizeilichen Ermittlungen betraut. Das Landeskriminalamt Sachsen richtete ein Hinweisportal ein und bat Zeugen um Mithilfe.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) mahnte: „Eine mit einer Sprengvorrichtung bestückte Drohne macht unmissverständlich klar, dass unsere Sicherheit bedroht ist. Die Infrastruktur muss besser geschützt werden.“ Auch andere Politiker forderten mehr Investitionen in die Drohnenabwehr.

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