SEK stürmt Elternhaus – 17-Jähriger flieht durchs Fenster
Bild: KI-generiert
Tankstellenraub

SEK stürmt Elternhaus – 17-Jähriger flieht durchs Fenster

Ein 17-Jähriger aus St. Vit soll sieben bewaffnete Raubüberfälle begangen haben. Beim SEK-Zugriff floh er durch ein Fenster – seine Eltern nennen die Vorwürfe „total absurd“.

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Gegen 6 Uhr am Morgen des 7. August sprengten SEK-Beamte die Haustür eines Wohnhauses an der Kleestraße in St. Vit. Ihr Ziel: ein 17-Jähriger, den die Ermittler für einen mutmaßlichen Serienräuber halten. Doch der Jugendliche entkam durch ein offenes Fenster.

Stiefvater Georg war allein mit dem Teenager zuhause. Mutter Izabela N. und die Schwester befanden sich in Polen. Georg zeigte sich fassungslos über den Einsatz, wie er später dem Sender RTL erzählte.

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Ganz laut, ganz laut geschrien: Polizei, auf den Boden
Georg, Stiefvater des 17-Jährigen

Nach der Flucht startete ein Großaufgebot: Hubschrauber, Drohnen, Mantrailer und eine Hundertschaft der Polizei durchkämmten Gärten, Felder und Waldstücke. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten. Wie die Glocke berichtete, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Gesuchte bewaffnet war.

Eltern halten die Vorwürfe für absurd

Fünf Tage nach der Festnahme öffneten Mutter Izabela N. (40) und Stiefvater Georg ihr Zuhause für RTL und zeigten Kinderbilder, Lego und Boxtraining-Aufnahmen. Der Jugendliche hatte den Realschulabschluss geschafft, boxte leidenschaftlich und wollte eine Maurer-Ausbildung beginnen.

Das ist bestimmt nicht er gewesen. Er hätte so was nicht machen können.
Izabela N., Mutter des 17-Jährigen

Georg erklärt die Flucht seines Stiefsohns mit einer früheren Erfahrung mit der Polizei: Nach einer Festnahme im Zusammenhang mit einer Schlägerei habe der Jugendliche Angst vor Beamten entwickelt. Ähnlich jung war ein 16-Jähriger, der nach einem Messerangriff in Egling festgenommen wurde.

Die Familie wartet nun auf den ersten Besuch in der Untersuchungshaft. Izabela N. und Georg haben dem Jugendlichen bereits einen Brief geschrieben, um ihm zu zeigen, dass sie hinter ihm stehen.

Anwalt: Jugendstrafrecht hat Vorrang

Rechtsanwalt Ali Mojab bestätigte, dass seinem Mandanten derzeit sieben Raubüberfälle vorgeworfen werden. Der 17-Jährige sitzt in Untersuchungshaft, die Ermittler suchen weiter nach der Tatwaffe.

Er ist noch sehr jung und es wird auch Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen.
Ali Mojab, Rechtsanwalt

Mojab betonte, dass im Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke im Vordergrund stehe. Ob alle sieben Taten nachgewiesen werden können, sei offen. Die Polizei muss auch klären, wo die Waffe abgeblieben ist.

Die Chronologie der Raubserie

Laut Polizei begann die Serie Mitte Juli. Die Taten im Überblick:

Raubserie und Festnahme

  1. 19. Juli 2026
    Überfall auf Tankstelle in Hövelhof

    Der Täter bedroht einen Angestellten mit einer Pistole und schlägt mehrfach gegen dessen Kopf.

  2. 26. Juli 2026
    Zwei Überfälle am Abend

    Gegen 19.30 Uhr in Harsewinkel und gegen 23.55 Uhr in Rheda-Wiedenbrück. In Oelde geht der Täter leer aus.

  3. 7. August 2026, 6 Uhr
    SEK stürmt Haus in St. Vit

    Der 17-Jährige flieht durch ein offenes Fenster. Großfahndung mit Hubschrauber, Drohnen und Hunden beginnt.

  4. 7. August 2026, 13 Uhr
    Festnahme nach Nachbar-Hinweis

    Anwohner Oliver Scholle entdeckt den Jugendlichen in einem Garten und alarmiert die Polizei.

Offene Fragen

Der vollständige Name des Jugendlichen ist bislang nicht öffentlich bekannt. Auch der genaue Ort des Überfalls auf das Wettbüro wurde nicht genannt.

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Bis zu einem möglichen Prozess bleibt der 17-Jährige in Untersuchungshaft. Die Ermittler müssen klären, ob ihm alle sieben Taten nachgewiesen werden können – und wo die Waffe geblieben ist.