Öl aus havariertem Tanker erreicht Omans Küste – 40 Kilometer betroffen
Das Öl des vor Oman havarierten Tankers „Caroline Bezengi“ hat die Festlandküste erreicht. Omans Umweltbehörde rechnet mit bis zu 40 Kilometern verschmutzter Küste und warnt vor Folgen für ein Meeresschutzgebiet.
Das Öl aus dem havarierten Tanker 'Caroline Bezengi' hat am 12. August 2026 erstmals die Festlandküste Omans erreicht. Omans Umweltbehörde bestätigte Verschmutzungen an Stränden der Region Ras Madrakah, wie die Tagesschau berichtet.
Die Behörde rechnet damit, dass sich die Verschmutzung über bis zu 40 Kilometer Küstenlinie bei Ras Madrakah erstrecken könnte. Auch die Südstrände der Insel Masirah – Omans größter Insel – könnten in den kommenden Stunden auf 10 bis 20 Kilometern betroffen sein, wie Al Jazeera meldet.
Spezialteams überwachen und bekämpfen die Ausbreitung, vorrangig in Gebieten hoher ökologischer Empfindlichkeit. Fischer, Strandbesucher und die Öffentlichkeit wurden aufgerufen, verschmutzte Stellen zu meiden und Funde zu melden.
Der Tanker und die russische Schattenflotte
Die 'Caroline Bezengi' ist 247 Meter lang, wurde 2001 gebaut und fuhr zuletzt unter der Flagge Kameruns. Westliche Regierungen ordnen das Schiff der russischen Schattenflotte zu – oft veraltete Tanker, mit denen Russland Sanktionen gegen seine Ölexporte umgeht. Wie AP berichtet, ist der Tanker inzwischen ohne Flagge und unklar, ob er versichert ist.
Das Schiff hatte den russischen Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk im April oder Mai mit schätzungsweise 800.000 Barrel Rohöl verlassen, Ziel war ein Hafen in Indien. Am 8. Juni meldete die Besatzung vor der Küste Jemens eine Explosion, zu der sich niemand bekannt hat; das letzte Positionssignal wurde am 11. Juni gesendet. Ende Juni lief der Tanker nahe der Al-Hallanijat-Inseln auf Grund und liegt seither teils unter Wasser.
„ein weiteres alarmierendes Beispiel für die erheblichen Umweltrisiken, die von der sogenannten russischen Schattenflotte ausgehen“
Die verschmutzte Fläche dehnte sich zuletzt drastisch aus: Ende Juli lag sie bei rund 45 Quadratkilometern, Anfang August bereits bei 150. Bis zum 4. und 5. August vervierfachte sie sich auf 600 Quadratkilometer, wie NBC News unter Berufung auf Greenpeace berichtet.
Greenpeace meldete anhand von Satellitenaufnahmen vom 11. August bereits 1.000 Quadratkilometer. Omans Behörden sprachen am 10. August offiziell von knapp 400 Quadratkilometern. Der Ölpest-Spezialist John Amos von SkyTruth geht sogar von über 2.000 Quadratkilometern aus – ein Albtraumszenario sei, wenn es keine angemessene Reaktion gebe, das Schlimmste zu verhindern.
Ausdehnung des Ölteppichs – Schätzungen im Vergleich
Verschiedene Quellen nennen deutlich unterschiedliche Flächen
Quelle: Greenpeace, Omans Behörden, SkyTruth
Bergung unter schwierigen Monsun-Bedingungen
Am 13. August bestätigte das britische maritime Sicherheitsunternehmen Ambrey, mit der Bergung der „Caroline Bezengi“ beauftragt worden zu sein. Eigene Teams bestiegen das Schiff mit Hilfe der omanischen Luftwaffe, um dessen Zustand zu prüfen und zu stabilisieren. Bergungsschiffe sind auf dem Weg, ein führendes Unternehmen für Ölverschmutzungsbekämpfung wurde beauftragt.
Der Khareef-Monsun, der in der Region Dhofar im Juli und August seinen Höhepunkt erreicht, erschwert den Zugang zum Schiff und verzögert die Arbeiten. 'Dies ist eine äußerst schwierige Situation, die durch widrige Wetterbedingungen im Zusammenhang mit dem Khareef-Monsun noch verschärft wird', sagte Ed Wollaston, Global Response Director bei Ambrey, laut NBC News.
Wer zahlt für die Katastrophe?
Die Bergungs- und Reinigungskosten sind ungeklärt. Der zwischenstaatliche Entschädigungsfonds IOPC Funds will sich nicht beteiligen, weil der Vorfall als „Kriegshandlung“ und nicht als einfacher Unfall behandelt werde. „Diese illegalen Tanker folgen nicht dem Verursacherprinzip“, sagte Christopher D'Elia von der Louisiana State University. „In diesem Fall gibt es keinen Verantwortlichen.“
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Die Unglücksstelle liegt in einem marinen Schutzgebiet, das 2025 per königlichem Dekret eingerichtet wurde. Gefährdet sind Korallenriffe, Seegraswiesen, Meeresschildkröten, Zugvögel und der seltene Arabische Buckelwal. Erst im April färbte sich ein Strand bei Mirbat im Süden Omans rot-pink, als massenhaft tote Garnelen angespült wurden – wie jux.news damals berichtete.