ESC schafft Gastgeber-Automatik ab – Sicherheit hat Vorrang
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Eurovision

ESC schafft Gastgeber-Automatik ab – Sicherheit hat Vorrang

Die EBU hat das ESC-Regelwerk grundlegend überarbeitet: Siegerländer mit unsicherer Sicherheitslage kommen nicht mehr automatisch als Gastgeber infrage. Zudem steigt das Mindestalter auf 18 Jahre, und der Lead-Gesang muss live sein.

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Ein Sieg beim Eurovision Song Contest führt künftig nicht mehr automatisch dazu, dass das eigene Land den Wettbewerb im Folgejahr ausrichtet. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat ihr Regelwerk grundlegend überarbeitet und die Gastgeber-Automatik an sicherheitspolitische Bedingungen geknüpft.

Das zuständige Steuerungsgremium, die Reference Group, beschloss die Änderungen am Mittwoch, 12. August 2026, im Rahmen der jährlichen Regelprüfung. Sie gelten erstmals für den Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien.

Künftig kommt ein Siegerland automatisch nicht mehr als Gastgeber infrage, „falls ein bewaffneter Konflikt, eine heikle geopolitische Lage oder eine sonstige Situation die Sicherheit oder Stabilität des betreffenden Staates oder der unmittelbaren Region erheblich beeinträchtigt“. Wie die ZEIT aus dem Regelwerk zitiert, kann die EBU bei Bedarf eine unabhängige Sicherheitsbewertung der Region des Gewinners in Auftrag geben.

Sicherheitsprüfung und Ausweich-Gastgeber

Wird das siegreiche Mitglied als nicht geeignet für die Ausrichtung eingestuft, bestimmt die EBU einen alternativen gastgebenden Rundfunksender. Dieser übernimmt sämtliche Rechte, Pflichten und Haftungsrisiken der Ausrichtung und richtet den Wettbewerb in eigenem Namen aus, wie die EBU auf ihrer offiziellen Website mitteilt.

Einen konkreten Anlass nennt die EBU nicht. Mehrere Medien verweisen jedoch darauf, dass Israel beim diesjährigen ESC in Wien Platz zwei belegte – bei einem Sieg wäre Israel das nächste Gastgeberland gewesen. Das Land ist am Iran-Krieg beteiligt. Die WELT spitzt zu: Wäre Israel in Wien nicht Zweiter, sondern Erster geworden, dürfte das ESC-Finale 2027 nicht mehr im Siegerland ausgetragen werden.

Der Eurovision Song Contest entwickelt sich ständig weiter. Unsere jährliche Überprüfung des Regelwerks ist ein wichtiger Schritt, damit der Wettbewerb für alle Beteiligten fair, transparent und einheitlich bleibt – auch für die Millionen, die ihn weltweit verfolgen.
Martin Green, Director of the Eurovision Song Contest

Der Eurovision Song Contest gilt als größter Musikwettbewerb der Welt. Mit den jährlichen Überprüfungen will die EBU sicherstellen, dass der Wettbewerb für Teilnehmende und Publikum fair bleibt. Die neuen Regeln sind Teil dieser Entwicklung.

Mindestalter 18 und Live-Pflicht

Zugleich hebt die EBU das Mindestalter für alle Künstler von 16 auf 18 Jahre an. Ab 2027 müssen die Teilnehmenden am Tag ihrer ersten Probe mindestens 18 Jahre alt sein. Damit will die EBU besonders junge Menschen nicht mehr dem enormen Druck des Wettbewerbs aussetzen.

Auch die Audio-Regeln wurden präzisiert: Der oder die Leadsängerin muss die Hauptmelodie live singen. Begleittracks und vorproduzierte Audioelemente bleiben erlaubt, dürfen aber den Live-Gesang weder ersetzen noch unangemessen unterstützen. So soll die Integrität jedes Auftritts gewahrt bleiben und sichergestellt werden, dass das Publikum bei jedem Lied den Lead-Gesang live hört.

Termine: Burgas 2027

Unabhängig von den Regeländerungen bestätigte die EBU am 13. August, dass der 71. Eurovision Song Contest in der bulgarischen Schwarzmeerstadt Burgas stattfindet. Nach dem Sieg der bulgarischen Sängerin Dara mit „Bangaranga“ in Wien setzte sich die Küstenstadt in der finalen Entscheidung gegen die Hauptstadt Sofia durch, wie n-tv berichtet.

Das Finale steigt am Samstag, 15. Mai 2027, in der Arena Burgas; die Halbfinals sind für den 11. und 13. Mai geplant. Damit treten die neuen Regeln erstmals bei einem Wettbewerb in Kraft, dessen Gastgeberland selbst nicht unter die Konfliktklausel fällt. Für künftige Siegerländer aber gilt: Wer gewinnt, muss nicht mehr zwangsläufig Gastgeber sein.

Vom ESC-Sieg zur Regeländerung

  1. Mai 2026
    Dara gewinnt den 70. ESC in Wien

    Die Bulgarin siegt mit „Bangaranga“; Israel belegt Platz zwei.

  2. 12. August 2026
    EBU beschließt neue Regeln

    Gastgeber-Ausschluss bei Konflikten, Mindestalter 18, Live-Pflicht für Lead-Gesang.

  3. 13. August 2026
    Burgas als Austragungsort bestätigt

    Die bulgarische Küstenstadt setzt sich gegen Sofia durch.

  4. 15. Mai 2027
    Finale des 71. ESC

    Geplant in der Arena Burgas am Schwarzen Meer.