„Villa der Versuchung“ stürzt auf 4,3 % Marktanteil ab
Die zweite Staffel der SAT.1-Realityshow „Villa der Versuchung“ wird zum Quoten-Desaster: In der zweiten Folge schalteten nur noch 120.000 Menschen in der werberelevanten Zielgruppe ein – ein neuer Tiefstwert von 4,3 Prozent Marktanteil. Der Absturz wirft Fragen zur Zukunft des Formats auf.
Die zweite Staffel der SAT.1-Realityshow „Villa der Versuchung“ entwickelt sich zum Quoten-Flop. In der zweiten Folge am Montag, 10. August 2026, schalteten nur noch 120.000 Menschen in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ein – ein Marktanteil von lediglich 4,3 Prozent. Das ist ein neuer Tiefstwert.
In der Vorwoche hatte die Auftaktfolge noch 7,2 Prozent in dieser Zielgruppe erreicht. Der Absturz um fast drei Prozentpunkte ist der deutlichste Einbruch der noch jungen Staffel. Insgesamt sahen 680.000 Zuschauerinnen und Zuschauer zu, doch unter die 25 meistgesehenen Sendungen des Tages schaffte es das Format nicht.
Die nackten Zahlen
Wie DWDL berichtet, blieb die Gesamtreichweite zwar annähernd stabil zur Auftaktwoche. In der erweiterten Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen kam die Show immerhin auf 5,3 Prozent. Doch der Einbruch in der für die Werbewirtschaft entscheidenden Gruppe der 14- bis 49-Jährigen wiegt schwer.
Marktanteil in der Zielgruppe 14 – 49
Vergleich der ersten beiden Folgen der zweiten Staffel
Quelle: DWDL, TV Wunschliste
Der Vergleich zur ersten Staffel
Der Absturz wirkt umso dramatischer, weil die erste Staffel 2025 ein Überraschungshit war. Wie Moviepilot berichtet, erklärte SAT.1 selbst: „Die erste Staffel erzielte im TV 8,5 Prozent Marktanteil in der Sat.1-Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen und erreichte durchschnittlich 3,3 Millionen Reality-Fans pro Folge.“
Auf Joyn zählte „Villa der Versuchung“ 2025 zu den zehn erfolgreichsten Realityformaten des Jahres – ein Grund, warum der Sender direkt eine zweite Staffel produzierte. DWDL und digitalfernsehen berichten zudem von teils zweistelligen Zielgruppen-Marktanteilen in Runde eins.
Chronologie des Quotenabsturzes
2025
Erste Staffel wird zum Hit
8,5 % Marktanteil (14 – 59) und durchschnittlich 3,3 Mio. Zuschauer pro Folge.
3. August 2026
Start der zweiten Staffel
Auftaktfolge erreicht 7,2 % Marktanteil in der Zielgruppe 14 – 49.
10. August 2026
Zweite Folge bricht ein
680.000 Zuschauer gesamt, aber nur 120.000 in der Zielgruppe – 4,3 % Marktanteil.
11. August 2026
Medien berichten über Einbruch
DWDL, digitalfernsehen und TV Wunschliste melden den Tiefstwert.
14. August 2026
Promiflash fragt nach Zukunft
Der Flop wirft die Frage auf, ob SAT.1 an der Show festhält.
Das Konzept: Luxus kostet extra
Das Format ist auf Konfliktstoff ausgelegt: 14 Prominente leben zwei Wochen lang gemeinsam in einer Luxusvilla und müssen für jeden Komfort zahlen. Alle Ausgaben werden direkt vom Jackpot abgezogen, der zu Beginn 250.000 Euro beträgt. Eine Zigarette schlägt mit 150 Euro zu Buche, eine Dose Coca-Cola kostet 300 Euro, alkoholische Getränke teilweise 500 Euro.
Auch Betten, Kissen und die Nutzung des Pools gibt es nicht gratis. Schon nach zwei Folgen hatte der Cast mehr als die Hälfte des möglichen Preisgeldes verprasst – in der ersten Abrechnungszeremonie blieben laut WEB.DE noch 185.050 Euro übrig. Zwischen den sparsamen und den verschwenderischen Teilnehmern kommt es entsprechend regelmäßig zum Streit. Durch das Format führt erneut Moderatorin Verona Pooth.
Die prominenten Bewohner
Zum Cast der zweiten Staffel gehören unter anderem Jenny Elvers, Nicolas Puschmann, Jana Pallaske, Tatjana Gsell, Thorsten Legat, Annika Kärsten-Hoenig, Tommy Pedroni, Jens Hilbert, Frenzy Blitz, Chika Ojiodu-Ambrose, Elsa Latifaj, Roland Ludomirska, Erik Seidl alias „Satansbratan“ und Paddy Kroetz.
Ursachen und offene Fragen
Ob die schwachen Quoten auf die Stärke der parallel im Ersten übertragenen Leichtathletik-EM zurückzuführen sind oder sich ein grundsätzlicher Abwärtstrend abzeichnet, ist bislang offen. Die Leichtathletik-EM erreichte am Montagabend ab 20:20 Uhr im Schnitt 3,20 Millionen Zuschauer (18,2 Prozent beim Gesamtpublikum) und bei den 14- bis 49-Jährigen 0,51 Millionen (18,1 Prozent) – damit war sie klarer Marktführer der Primetime.
Auch die übrigen Privatsender taten sich teils schwer: Die US-Sitcoms bei ProSieben fuhren reihenweise Tiefstwerte ein, und die zweite SAT.1-Realityshow des Abends, die „Dschungel Divas“, kam in der Zielgruppe nur noch auf 5,6 und 5,0 Prozent. Zudem erreichte zuletzt auch RTL mit „Diese Ochsenknechts“ nur 0,57 Millionen Zuschauer – ein ähnlicher Flop.