Selena Gomez wegen Betrugs bei Wondermind verklagt
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Justizfall

Selena Gomez wegen Betrugs bei Wondermind verklagt

Zwei Investorengesellschaften werfen Selena Gomez, ihrer Mutter Mandy Teefey und Mitgründerin Daniella Pierson vor, beim Mental-Health-Start-up Wondermind getäuscht zu haben. Sie fordern rund 1,2 Millionen Dollar zurück.

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Selena Gomez und ihre Mutter Mandy Teefey müssen sich vor einem US-Bundesgericht verantworten. Zwei Investorengesellschaften haben sie und Mitgründerin Daniella Pierson am Donnerstag in Delaware wegen angeblichen Betrugs verklagt. Sie fordern rund 1,2 Millionen Dollar zurück.

Konkret werfen die Kläger Wondermind SRS 44 und Bespoke Wondermind SPV den drei Gründerinnen des Mental-Health-Start-ups vor, Investoren über Zustand, Partnerschaften und Engagement getäuscht zu haben. Wie Forbes und USA Today berichten, liegt die Klage am Bundesgericht in Delaware. Zentrale Vorwürfe sind Wertpapierbetrug, Betrug und Vertragsbruch.

Die Klage im Detail

Laut Klageschrift investierten die beiden Gesellschaften im Jahr 2022 insgesamt rund 1,2 Millionen Dollar in Wondermind. Sie verlangen Rückzahlung, Schadenersatz, Prozesskosten und Anwaltsgebühren; gefordert wird zudem eine Verhandlung vor einer Jury. Zu den namentlich bekannten Klägern gehört Brent Saunders, CEO des Augenheilkunde-Konzerns Bausch + Lomb.

Wondermind wurde im November 2021 von Selena Gomez, Mandy Teefey und Daniella Pierson gegründet und positionierte sich als digitale Plattform für psychische Gesundheit. 2022 warb das Start-up mit einer Bewertung von 95 Millionen Dollar und versprach eine App, Podcasts und Werbedeals. Gomez sollte als „Head of Marketing“ ihre Reichweite von über 500 Millionen Followern einbringen.

Die Vorwürfe im Einzelnen

Laut Klage habe Gomez ihren Vertrag ignoriert, der sie zu aktiver Marketingarbeit verpflichtete, und sich von Wondermind distanziert. Die Investoren bezeichnen ihr Verhalten als „abject dereliction of her duties“ – eine völlige Pflichtverletzung. Von der versprochenen intensiven Einbindung sei nichts zu sehen gewesen.

Mitgründerin Daniella Pierson soll bei einem Treffen im Mai 2022 behauptet haben, Wondermind habe Partnerschaften mit J.P. Morgan und Fidelity gesichert, die allein in dem Jahr 5 Millionen Dollar Werbeerlöse bringen sollten, und bereits 150.000 Abonnenten gewonnen. Diese Darstellung sei falsch gewesen; zudem habe sie eine mögliche Bewertung von über 4 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Pierson wurde bei einem Treffen im Mai 2022 und in E-Mails im Juni 2022 als erfolgreiche Unternehmerin dargestellt, die Wondermind an die Spitze führen könne. Sie habe ihren eigenen Geschäftserfolg übertrieben und eine mögliche Bewertung von über 4 Milliarden Dollar suggeriert. Teefey wiederum sei als geeigneter für eine Führungsrolle dargestellt worden, als es den tatsächlichen Umständen entsprach.

Pierson wird außerdem Untreue und ungerechtfertigte Bereicherung vorgeworfen. Sie soll Investorengelder für private Zwecke verwendet haben – unter anderem für eine monatliche Miete von 60.000 Dollar in New York. Mandy Teefey soll den Klägern nach einem Forbes-Artikel gesagt haben, Pierson habe Investorengelder veruntreut, um ihren Lebensstil zu finanzieren.

Besonders schwerwiegend ist der Vorwurf, Teefey habe den Investoren noch im April 2026 zugesichert, es existiere ein Treuhandkonto für Rückzahlungen – ein Konto, das laut Klage nie existierte. Die Investoren fordern bereits seit November 2025 die Rückzahlung ihrer Einlagen.

Die Vorgeschichte

Die Investoren geben an, erst durch Medienberichte von den Schwierigkeiten erfahren zu haben. Im Mai 2025 berichtete Forbes, dass Wondermind das Geld ausgegangen sei und Mitarbeiter nicht bezahlt worden seien; kurz darauf entließ das Unternehmen fast zwei Drittel der Belegschaft.

Im August 2025 enthüllte Forbes, dass Pierson die Leserzahlen und Bewertung ihres Newsletters übertrieben hatte. Im September recherchierte das Online-Magazin „The Cut“ über interne Machtkämpfe, Teefeys angebliches Suchtproblem und die Distanzierung von Gomez. Dabei sei bekannt geworden, dass Gomez und Teefey acht Millionen Dollar eigenes Geld in das Start-up gesteckt hatten.

Chronologie des Falls

  1. November 2021
    Gründung von Wondermind

    Selena Gomez, Mandy Teefey und Daniella Pierson gründen das Mental-Health-Start-up.

  2. 2022
    Investition und Bewertung

    Wondermind SRS 44 und Bespoke Wondermind SPV investieren rund 1,2 Millionen Dollar; das Start-up wirbt mit einer Bewertung von 95 Millionen Dollar.

  3. Mai 2025
    Finanzkrise öffentlich

    Forbes berichtet von Geldnot und fehlenden Gehaltszahlungen; kurz darauf entlässt Wondermind fast zwei Drittel der Belegschaft.

  4. August 2025
    Newsletter-Fälschung aufgedeckt

    Forbes enthüllt, dass Pierson Leserzahlen und Bewertung ihres Newsletters übertrieben hat.

  5. September 2025
    The Cut recherchiert

    Das Magazin veröffentlicht eine investigative Recherche über Machtkämpfe und den Niedergang.

  6. November 2025
    Rückzahlung gefordert

    Die Investoren verlangen erstmals die Rückzahlung ihrer Einlagen.

  7. 13. August 2026
    Klage eingereicht

    Die Klage wird am Bundesgericht in Delaware erhoben.

Reaktionen

Daniella Pierson wies die Vorwürfe über einen Sprecher zurück. Sie bestreite kategorisch, Investorengelder privat genutzt zu haben; im Gegenteil habe sie eigenes Geld investiert und auf ein Gehalt verzichtet. Die Gelegenheit, konkrete Unterlagen vorzulegen, begrüße sie.

Selena Gomez und Mandy Teefey haben sich bislang nicht zu der Klage geäußert; auch Wondermind reagierte zunächst nicht auf Anfragen. Die BBC hat um Stellungnahme gebeten. Ein Termin für eine mündliche Verhandlung ist noch nicht bekannt.