18-Jähriger findet Goldschatz im Wert von neun Millionen Euro – Eigentümer unklar
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Belgien

18-Jähriger findet Goldschatz im Wert von neun Millionen Euro – Eigentümer unklar

In Sint-Gillis-Dendermonde stoßen Bauarbeiter auf 4000 Goldmünzen und mehr als 40 Barren. Der Fund ist beschlagnahmt – und die Frage, wem der Schatz gehört, ist völlig offen.

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Rund neun Millionen Euro lagen in einer zugemauerten Kellerwand – entdeckt hat sie ausgerechnet ein 18-Jähriger, der in seinem ersten Sommer als Bauhelfer arbeitete. Am Dienstag, 11. August 2026, stieß Kobe Philips mit Kollegen der Baufirma De Brand in der Van Langenhovestraat im belgischen Sint-Gillis-Dendermonde auf eine Truhe voller Goldmünzen und Goldbarren. Jetzt ist der Schatz beschlagnahmt – und die Frage, wem das Gold gehört, ist völlig offen.

Der Jobstudent war laut VRT damit beschäftigt, ein Abwasserrohr zu verlegen, als die Bauarbeiter für das Rohr ein Stück Fundament entfernen mussten. Dabei legten sie einen zugemauerten früheren Keller frei. In dessen Wand war die Truhe eingelassen. „Zuerst dachte ich, es seien 1-Euro-Münzen“, sagte Kobe dem Sender. „Aber dann sahen wir auch einen Goldklumpen liegen.“

In der Truhe lagen nach Angaben der Wohlfahrtsorganisation mindestens 4000 alte Goldmünzen und mehr als 40 nummerierte Goldbarren. Die Polizei veröffentlichte am Freitag, 14. August 2026, Fotos von rund 50 Goldbarren und aufgehäuften Goldmünzen. Wie tagesschau.de berichtet, brachte sie den Fund an einen sicheren Ort.

Auch Bauleiter Mario war fassungslos. „Nach 33 Jahren im Bau ist es das erste Mal, dass ich so etwas erlebe“, sagte er dem VRT. Er verständigte nach dem Fund seinen Chef, den Gebäudeeigentümer und die Polizei. Die Beamten appellierten an die Bevölkerung, die Baustelle zu meiden: Ein goldener Rat – es sei absolut zwecklos.

Es ist einfach viel zu viel Geld. Bei ein paar Tausend Euro könnte man vielleicht noch darüber nachdenken. Aber neun Millionen Euro kann man nicht einfach verstecken. Außerdem wäre es Diebstahl.
Kobe Philips, 18-jähriger Jobstudent

Rechtslage und Gebäude

Die ehrlichen Finder hoffen nun auf einen Finderlohn. Gleichzeitig beginnt das juristische Tauziehen: Die Staatsanwaltschaft Ostflandern ermittelt; Sprecherin Hanne Ollevier erklärte, im Moment seien weder Herkunft noch rechtmäßiger Eigentümer bekannt.

Laut belgischem Recht hat ein möglicher rechtmäßiger Besitzer fünf Jahre Zeit, den Goldschatz für sich zu beanspruchen; danach wird der Finder oder der Staat Eigentümer, wie n-tv berichtet. Das bestätigte das belgische Justizministerium auf Anfrage.

Das Gebäude in der Van Langenhovestraat gehörte um 1900 einem Brauer und ist heute im Besitz der Wohlfahrtsorganisation CAW Oost-Vlaanderen. Geert Hillaert, Generaldirektor der CAW, hält es für möglich, dass der Schatz einst dort versteckt wurde, um ihn vor den Behörden zu verbergen. „Dieser Fund könnte das Ergebnis dubioser Machenschaften sein“, sagte er dem VRT.

Chronologie des Fundes

  1. 11. August 2026
    Fund in der Van Langenhovestraat

    Kobe Philips und Kollegen finden beim Verlegen eines Abwasserrohrs eine eingemauerte Truhe mit Gold im Wert von rund neun Millionen Euro.

  2. 14. August 2026
    Polizei veröffentlicht Fotos

    Die Polizei beschlagnahmt den Fund und warnt Schatzsucher, die Baustelle zu betreten.

  3. 15. August 2026
    Goldexperten ordnen Herkunft ein

    Laut HLN sollen die Barren britischer Herkunft sein, frühestes Prägejahr 1957; die Staatsanwaltschaft hält Herkunft und Eigentümer weiter für ungeklärt.

Herkunft des Goldes

Zur Herkunft gibt es unterschiedliche Angaben: Während die Staatsanwaltschaft offiziell von ungeklärter Herkunft spricht, identifizierten Goldexperten laut HLN die Barren als britischer Herkunft mit dem frühesten Prägejahr 1957. Der frühere Eigentümer habe demnach „buchstäblich goldene Geschäfte gemacht“. Diese Einschätzung ist nicht behördlich bestätigt.

Sollte die CAW Oost-Vlaanderen letztlich als Eigentümerin bestimmt werden, will sie den Erlös für zusätzliche Aufnahmeplätze für Obdachlose in der Provinz verwenden. Dort herrsche ein „schreiender Mangel“, zitierte die NOS aus der Organisation. Damit stünde das Geld nicht einem einzelnen Glücklichen zur Verfügung, sondern würde in soziale Projekte fließen.

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Was jetzt passiert

Für Kobe Philips, der in diesem Sommer erstmals auf dem Bau arbeitet, war der Fund eine Lektion: „Damit rechnet man nicht, wenn man an einem Dienstagmorgen einfach nur arbeitet“, sagte er. Ob er und seine Kollegen den Finderlohn tatsächlich bekommen, hängt davon ab, ob ein früherer Eigentümer auftaucht.

Ob sich ein früherer Eigentümer meldet, ob die CAW das Gold erhält und ob der Staat eingreift, wird die Staatsanwaltschaft Ostflandern klären müssen. Sicher ist nur: Fünf Jahre Zeit für mögliche Ansprüche – danach entscheidet sich, ob der 18-Jährige zum Millionär wird.