Verona Pooth: Scheidung der Eltern war für sie ein Segen
Als Zehnjährige erlebte Verona Pooth die Trennung ihrer Eltern – und fühlte sich befreit statt traumatisiert. Im BILD-Gespräch erklärt sie, warum das Klischee vom „armen Scheidungskind“ für sie das größte Missverständnis war.
Die Trennung der Eltern gilt für Kinder oft als Trauma. Verona Pooth (58) widerspricht dieser Erzählung: Für sie war die Scheidung ihrer Eltern eine Befreiung – und kein Grund für Mitleid. Das erzählt die Moderatorin und Unternehmerin im Gespräch mit der BILD („Die Lektionen meiner bolivianischen Mamita“).
Verona wuchs als Tochter der Bolivianerin Luisa Feldbusch und des deutschen Technikers Ernst Feldbusch in Hamburg auf. Die Eltern waren dorthin gezogen, als Verona ein Jahr alt war. Als sie zehn Jahre alt war, trennten sich ihre Eltern.
„Damals hieß es immer: Scheidungskind gleich armes Kind. Das war das größte Missverständnis überhaupt.“
Verona Pooth, Moderatorin und Unternehmerin
Vom armen Scheidungskind zur Befreiung
Statt Trauer empfand Verona Erleichterung. Die Trennung beendete die Konflikte zwischen den Eltern und brachte Ruhe in die Familie. „Nach der Scheidung kam bei uns wieder Frieden. Dann habe ich stolz meinen Freunden erzählt: Ich habe jetzt zwei Zuhause“, erinnert sie sich.
Diese Fähigkeit, schwierigen Situationen etwas Positives abzugewinnen, beschreibt Pooth als Teil ihrer Lebensphilosophie. Auch aus einschneidenden Veränderungen könne etwas Gutes entstehen – eine Haltung, die ihr später half, sich nach ihrer Blitz-Ehe mit Dieter Bohlen zur gefeierten TV-Ikone zu entwickeln.
Verona Pooths Weg
30. April 1968
Geburt in La Paz
Verona Pooth kommt als Verona Feldbusch in Bolivien zur Welt.
ca. 1969
Umzug nach Hamburg
Die Eltern ziehen mit der einjährigen Tochter nach Deutschland.
ca. 1978
Trennung der Eltern
Als Verona zehn Jahre alt ist, lassen sich die Eltern scheiden – für sie ein Befreiungsschlag.
1990
Karrierestart
Mit einem Sommerhit beginnt ihre Karriere; später wird sie Moderatorin und Unternehmerin.
2000
Liebe mit Franjo Pooth
Sie kommt mit dem Unternehmer zusammen und legt später ihren Nachnamen Feldbusch ab.
2003/2015
Tod der Eltern
Vater Ernst stirbt 2003, Mutter Luisa 2015 nach Demenzerkrankung.
13. August 2026
BILD-Gespräch
Verona Pooth spricht öffentlich über die Scheidung ihrer Eltern und deren Einfluss.
Die Lektionen der Mamita
Von beiden Elternteilen übernahm sie prägende Eigenschaften und Ratschläge. Ihre Mutter, die sie liebevoll „Mamita“ nannte, vermittelte ihr Mitgefühl und ein großes soziales Herz.
„Sie sprach die Sprache der Menschlichkeit fließend.“
Verona Pooth über ihre Mutter
Der Mutter legte ihr mit dem Satz „Verdiene dein eigenes Geld“ finanzielle Unabhängigkeit ans Herz – ein Motto, dem die Unternehmerin bis heute treu ist. Ihren schlagfertigen Humor schreibt sie hingegen ihrem Vater zu: „Mein Papi war ein bisschen wie Harald Schmidt. Er hatte immer einen Spruch auf Lager.“
Liebeserklärung und Familienfrieden
Auch in ihrem eigenen Familienleben spielen enge Bindungen eine große Rolle. Seit dem Jahr 2000 ist sie mit dem Unternehmer Franjo Pooth (57) liiert, mit dem sie zwei Söhne hat (Diego, 22, und Rocco, 15). Für ihn legte sie sogar ihren bekannten Nachnamen Feldbusch ab – obwohl ihr davon abgeraten worden war. Für die Moderatorin war dieser Schritt selbstverständlich: „Eine Liebeserklärung“ nennt sie die Namensänderung.
Offen geht sie in der Familie zudem mit ernsten Themen um: Selbst über den Tod spricht sie mit ihren Kindern und macht daraus kein Tabu. Angst vor dem eigenen Lebensende hat sie nach eigener Aussage nicht; ihr Wunsch ist es, möglichst lange mitzuerleben, wie sich ihre beiden Söhne entwickeln und welche Wege sie einschlagen werden. Wie offen sie über den Tod spricht, zeigte sie bereits in einem früheren Interview.