Barry Mitchell, der zweite Bassist der britischen Rockband Queen, ist tot. Der Musiker starb am 17. August 2026 im Alter von 76 Jahren. Sein Tod wurde am 21. August 2026 von Greg Brooks, dem offiziellen Archivar der Band, öffentlich gemacht. Wie der Independent berichtet, veröffentlichte Brooks dazu ein Schwarz-Weiß-Foto des jungen Musikers.
In einer Mitteilung schrieb Brooks: „Furchtbar traurige Nachricht: Wir haben gerade erfahren, dass der frühe Queen-Bassist (um 1970), Barry Mitchell, verstorben ist. Seine Anekdoten bei der Convention waren faszinierend und boten seltene Einblicke. Er wird sehr vermisst werden.“ Damit bestätigte er zugleich die Rolle, die Mitchell in der Frühphase der späteren Weltband spielte.
13 Konzerte und die Basis für zwei Queen-Songs
Mitchell war nach Mike Grose der zweite Bassist in der Geschichte von Queen. Grose hatte die Gruppe nach nur drei Live-Auftritten verlassen, woraufhin Mitchell nachrückte. Von August 1970 bis Januar 1971 spielte er rund ein halbes Jahr an der Seite von Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor. In dieser Zeit stand er bei 13 Konzerten auf der Bühne – viele davon in England, unter anderem in Liverpool.
Vor seiner Zeit bei Queen spielte Mitchell in der Band Conviction und wurde anschließend an Queen-Schlagzeuger Roger Taylor empfohlen. Laut Medienberichten gehen die ursprünglichen Basslinien für die Queen-Stücke „Liar“ und „Son and Daughter“ auf dem 1973er Debütalbum „Queen“ auf Mitchell zurück. Damit prägte er Songs, die bis heute zum festen Bestand der Bandgeschichte zählen.
Barry Mitchells Weg zu Queen
- August 1970Mitchell wird zweiter Queen-Bassist
Nach dem Ausstieg von Mike Grose rückt Barry Mitchell nach und spielt in den folgenden Monaten 13 Konzerte.
- Januar 1971Abschied von Queen
Mitchell verlässt die Band. Doug Bogie übernimmt übergangsweise für zwei Auftritte, dann steigt John Deacon ein.
- 1973Debütalbum erscheint
Die Basslinien für „Liar“ und „Son and Daughter“ werden Mitchell zugeschrieben.
- 2018Interview über den Rauswurf
Mitchell erzählt dem Rolling Stone, er habe das Potenzial von Queen damals nicht erkannt.
- 17. August 2026Tod mit 76 Jahren
Barry Mitchell stirbt. Die genaue Todesursache bleibt zunächst unbekannt.
- 21. August 2026Bestätigung durch Band-Archivar
Greg Brooks macht den Tod des frühen Bassisten öffentlich.
Rauswurf und ein später, ehrlicher Rückblick
Im Januar 1971 verließ Mitchell Queen wieder. Zwei Konzerte übernahm übergangsweise Doug Bogie, ehe John Deacon dauerhaft an der Seite von Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor einstieg und die berühmte Besetzung komplettierte. Über seinen Abschied sprach Mitchell 2018 im Interview mit dem Rolling Stone offen: „Sie haben mich gefeuert, weil sie mich für nutzlos hielten. Tatsächlich war ich es, der von ihrer Musik nicht begeistert genug war. Das ging nicht unbedingt in die Richtung, in die ich gehen wollte.“
Sein damaliges Urteil bereute er später nicht, blieb aber selbstkritisch: „Damals waren sie überhaupt nicht die Kultband, die ihr alle kennt. Ich habe das Potenzial nicht erkannt. Es ist verrückt, das heute zu sagen, aber es ist die Wahrheit.“ Nach seinem Ausstieg bei Queen spielte Mitchell bei der Band Tiger, die von Biografen als eine der ersten Proto-Punk-Bands Großbritanniens bezeichnet wird, sowie in den 1990er-Jahren bei Jayne Raydio.
Trauer um einen „liebenswerten Mann“
Seit der Bekanntgabe seines Todes nehmen Weggefährten und Fans in den sozialen Medien Abschied. Freund Gary Taylor würdigte ihn als „great guy“ und guten Freund. Mark Cotterill nannte Mitchell einen „wirklich liebenswerten Mann“, der sich bei den Queen-Conventions für jeden Zeit genommen habe, und einen „Mann, der jeden Hut cool aussehen lassen konnte.“
Ein Fan kommentierte: „So unendlich traurig. Wieder ist ein Stück lebendige Geschichte gegangen.“ Barry Mitchell stammte aus London, besuchte Mitte der 1960er-Jahre die Claremont High School in Harrow und lebte zuletzt in Northampton. Er hinterlässt zwei Töchter. Zu den genauen Umständen oder der Todesursache wurden bislang keine Einzelheiten bekannt.
