Russland tötet 16 Menschen bei Drohnen-Doppelangriff auf Einkaufszentrum
Bild: KI-generiert
Ukraine-Krieg

Russland tötet 16 Menschen bei Drohnen-Doppelangriff auf Einkaufszentrum

Russland hat am Freitag ein bewohntes Einkaufszentrum in Krywyj Rih mit zwei aufeinanderfolgenden Drohnen angegriffen. Mindestens 16 Menschen starben, rund 130 wurden verletzt – die zweite Drohne zielte offenbar gezielt auf Rettungskräfte.

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Erst schlug die erste Drohne ein, eine halbe Stunde später die zweite – gezielt auf die Rettungskräfte. Der russische Doppelangriff auf das Einkaufszentrum „Solnechnaya Galereya“ in Krywyj Rih kostete mindestens 16 Menschen das Leben.

Krywyj Rih im Gebiet Dnipropetrowsk liegt rund 350 Kilometer südöstlich von Kiew und etwa 60 Kilometer von der Front entfernt. Es ist die Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Der Angriff ereignete sich einen Tag nach einem schweren russischen Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew, bei dem mindestens 17 Menschen starben.

Doppelangriff: Zweite Drohne traf 30 Minuten später ein

Nach übereinstimmenden Berichten schlug zunächst eine Drohne in dem Einkaufszentrum ein, ein Feuer brach aus, mehrere Geschäfte gerieten in Brand. Etwa 30 Minuten später, als Rettungskräfte bereits vor Ort arbeiteten, detonierte eine zweite Drohne.

Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff, der auf die Rettungskräfte abzielte.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Der Leiter des Verteidigungsrats von Krywyj Rih, Oleksandr Wilkul, erklärte laut Berliner Zeitung, das zweite Fluggerät sei eine strahlgetriebene Drohne vom Typ Shahed gewesen, die in äußerst geringer Höhe auf das Einkaufszentrum zugeflogen sei. Ein von CNN geolokalisiertes und von der BBC verifiziertes Video zeigt den Einschlag der zweiten Drohne in das bereits brennende Gebäude.

Mindestens 16 Tote – 23 Kinder verletzt

Die Opferzahlen korrigierten die Behörden im Verlauf des Abends mehrfach nach oben. Zunächst war von sechs Toten die Rede, am Abend meldete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanzha, mindestens 14 bis 15 Tote und bis zu 130 Verletzte.

Unter den Verletzten sind 23 Kinder, 29 Menschen befanden sich in ernstem Zustand, darunter fünf Kinder. Die BBC meldete in der Nacht, die Zahl der Todesopfer sei nach der Bergung eines weiteren Leichnams auf 16 gestiegen; neun Menschen galten als vermisst. Die Zeit berichtete von mindestens 18 Toten.

Chronologie des Angriffs

  1. 21. August, Nachmittag
    Erste Drohne trifft Einkaufszentrum

    In Krywyj Rih bricht ein Feuer aus, Geschäfte geraten in Brand.

  2. Ca. 30 Minuten später
    Zweiter Schlag zielt auf Rettungskräfte

    Eine strahlgetriebene Shahed-Drohne schlägt in das brennende Gebäude ein.

  3. 21. August, Abend
    Opferzahlen steigen

    Behörden melden mindestens 14 bis 15 Tote und bis zu 130 Verletzte, darunter 23 Kinder.

  4. 21. August, Nacht
    Ermittlungen wegen Kriegsverbrechens

    Die Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein, die Zahl der Toten steigt auf 16.

Selenskyj spricht von Terror – Ukraine kündigt Antwort an

Präsident Selenskyj nannte den Angriff auf Facebook und Telegram „absolut zynisch und hinterhältig“ und bezeichnete solche Angriffe als „schlichtweg Terrorakte“. Er forderte die Welt auf, mit echtem Druck auf den Aggressor zu reagieren: „Damit Frieden herrschen kann, muss Russland tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden.“

Außenminister Andrij Sybiha verlangte von den Verbündeten mehr Raketenabwehrsysteme und zusätzliche Sanktionen gegen Russlands Militärindustrie. Die ukrainische Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf ein Kriegsverbrechen ein; eine unmittelbare Reaktion der russischen Regierung lag zunächst nicht vor.

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In einem weiteren Statement schrieb Selenskyj: „An absolute Russian atrocity. They're just monsters. We will definitely respond.“ Er bekräftigte damit eine Ankündigung, die er bereits nach dem jüngsten Großangriff auf Kiew gemacht hatte – wie JUX berichtete.

Am selben Freitag wurden in der Region Mykolajiw vier Menschen getötet, darunter drei Kinder, in der Region Charkiw mindestens zwei Frauen sowie in Saporischschja ein Mann. Krywyj Rih war bereits mehrfach Ziel russischer Angriffe – besonders folgenschwer im April 2025, als rund 20 Menschen starben.