In der am 21. August 2026 erschienenen Podcast-Folge „True Love“ von Leonie Bartsch und Linn Schütze spricht Horst Lichter so offen wie selten über seine Ehefrau Nada. Der 64-Jährige kämpft mehrfach mit den Tränen – am Ende laufen sie ihm übers Gesicht.
Die Geschichte beginnt ungewöhnlich: Anfang der 1990er Jahre arbeitet Nada, geflohen vor dem Jugoslawienkrieg, als junge Mitarbeiterin in Lichters Restaurant „Oldiethek“ in Rommerskirchen. Lichter verkuppelt die Kroatin mit seinem Stammgast Freddy – und erzählt jedem der beiden, der jeweils andere sei ein bisschen verliebt.
Nada und Freddy werden tatsächlich ein Paar und heiraten, obwohl Freddy schwer an Krebs erkrankt ist. Kurz vor dessen Tod sitzt Lichter an seinem Krankenbett: „Auf einmal guckt er mich an mit riesigen Augen aus dem Kopf raus und sagte: ‚Pass auf Nada auf.‘ Und dann ist er gestorben in der Nacht.“
Tiefpunkt auf dem Motorrad
Während Lichter sich um die junge Witwe kümmert, zerbricht sein eigenes Leben. Zwei Schlaganfälle übersteht er mit 26 und 28 Jahren, seine zweite Ehe scheitert, und obwohl das Restaurant jeden Abend voll ist, steht er nach eigenen Angaben vor einem Schuldenberg von rund einer Million Euro.
Der Tiefpunkt kommt im Sommer 1997: „Dann habe ich mich aufs Motorrad gesetzt und habe gesagt: ‚Okay, ich habe eine gute Lebensversicherung.‘ Und habe gesagt: ‚Jetzt fahre ich so schnell durch die Eifel, bis ich irgendwann mal vielleicht das Gas stehen lasse.“ Ausgerechnet Nada vertraut er sich an – sie hört ihm zu, ohne Vorwürfe und ohne falsches Mitleid. Ihre Antwort: „Wir schaffen das.“
Schockverliebt nach dem Kuss
Aus der Freundschaft wird mehr, als sich ihre Hände bei einer nächtlichen Autofahrt berühren. „Das war so, als wenn einer einen Vorhang wegzieht und ich sehe sie das erste Mal wirklich. Und das war dann ein sehr schöner Stromschlag.“ Es folgt ein Kuss – und am nächsten Tag die Abfuhr: Als Chef komme er für sie nicht infrage.
„Ich war auf einmal schockverliebt.“
Sein Ausweg: „Ich kündige dir, dann bin ich nicht mehr dein Chef, dann können wir vielleicht zusammenkommen.“ Nada steht ihm in der schweren Zeit auch finanziell bei – mit einem Teil des Erbes ihres verstorbenen Mannes Freddy. Sie habe ihn kennengelernt, als es „kein Fernsehen, kein Radio, keine Zeitung“ gab, sondern nur einen geschiedenen Wirt mit Schulden ohne Ende. Lichter: „Also sie hat alle Liebe verdient.“
Zwei Anträge und eine Skihallen-Hochzeit
Zu Nadas 30. Geburtstag wagt Lichter den ersten Heiratsantrag – vor versammelter Partygemeinschaft. Ihre kühle Antwort: „Da reden wir zu Hause drüber.“ Sechs Jahre später versucht er es erneut, diesmal ohne Publikum: Nada steht mit Mehl an den Händen in ihrem Café, als er sagt: „Ich möchte, dass du meine Frau wirst.“
Am 28. August 2009 heiraten die beiden – für Lichter ist es die dritte Ehe. Gefeiert wird in einer Skihalle in Neuss. Als am Morgen fast alle Gäste gegangen sind, bittet Lichter den DJ um ein letztes Lied: „Da stand das ganze Personal drumherum. Und haben mit uns schön den letzten Tanz gemacht. War sehr schön. Wirklich schön.“
Chronologie einer ungewöhnlichen Liebe
Die Beziehung entwickelte sich über fast drei Jahrzehnte – von der Restaurantbegegnung bis zur Podcast-Offenbarung.
Chronologie: Horst Lichter und Nada
- Anfang der 1990er JahreNada flieht und arbeitet in der Oldiethek
Lichter verkuppelt sie mit Stammgast Freddy, der an Krebs erkrankt ist.
- 1990er JahreFreddy stirbt
Am Sterbebett bittet er Lichter: „Pass auf Nada auf.“
- Sommer 1997Lichters Tiefpunkt
Er rast lebensmüde mit dem Motorrad durch die Eifel, Nada sagt: „Wir schaffen das.“
- Nach 1997Der erste Kuss
Bei einer nächtlichen Autofahrt berühren sich die Hände, Lichter kündigt Nada und ist schockverliebt.
- Nadas 30. GeburtstagErster Heiratsantrag
Vor versammelter Partygemeinschaft – Nada antwortet: „Da reden wir zu Hause drüber.“
- 28. August 2009Hochzeit in der Skihalle
In Neuss feiert das Paar, für Lichter ist es die dritte Ehe.
- 21. August 2026Podcast-Folge erscheint
Lichter spricht erstmals so ausführlich über die Beziehung. Der 17. Hochzeitstag steht bevor.
Was Nada für Lichter bedeutet
Nada heiße auf Kroatisch „Hoffnung“, erzählt Lichter; sie sage heute immer: „Ich war deine letzte Hoffnung.“ Kommende Woche steht der 17. Hochzeitstag an, seit August 2026 sind die beiden 29 Jahre ein Paar.
„Nada ist, war und wird bleiben der Wind in meinen Segeln, der mich vorantreibt, aber auch der Anker, der mich auf dem Boden hält.“
Dass der sonst so schlagfertige Moderator in der Öffentlichkeit weint, zeigt, wie tief die Emotionen auch nach fast 30 Jahren sitzen.
