Drei Mahlzeiten, drei große Fleischportionen: Bear Grylls schwört auf eine radikale Carnivore-Ernährung. Der 52-jährige Survival-Star isst nach eigenen Angaben zu Frühstück, Mittag- und Abendessen Steaks, Eier, Leber und Innereien – und fühlt sich damit blendend. Doch genau diese Strategie stufen Fachleute als riskant ein, wie Promiflash berichtet.
Der Brite wurde mit Formaten wie „Born Survivor“ und „Running Wild“ weltberühmt, in denen er Prominente wie Barack Obama, Kate Winslet oder Prinz George durch die Wildnis führte. Dass er nun auf extreme Fleischmengen setzt, ist eine bemerkenswerte Kehrtwende: Rund fünf Jahre lang ernährte er sich nach eigenen Angaben vegan.
Vom Veganer zum Steak-Fan
Noch 2015 veröffentlichte Grylls als überzeugter Veganer das Kochbuch „Fuel For Life“. 2020 stellte er die Ernährung der Familie um – ausgelöst durch gesundheitliche Probleme seines ältesten Sohnes Jesse. Im Telegraph sagte er: „Mein Sohn Jesse ging es mit veganer Ernährung nicht gut – Magenprobleme, schlechte Haut, er war ständig erschöpft.“
Innerhalb weniger Wochen nach der Rückkehr zu Fleisch sei Jesse wieder voller Energie gewesen, so Grylls. Auch bei sich selbst will der Abenteurer Verbesserungen bemerkt haben: Jahrelange Nierenschmerzen seien verschwunden, nachdem er tägliche rohe Säfte gestrichen habe.
Die Ernährungswende des Bear Grylls
- ca. 2015Veganer und Kochbuch-Autor
Grylls veröffentlicht „Fuel For Life“ und lebt nach eigenen Angaben vegan.
- 2020Umstellung auf Fleisch
Wegen gesundheitlicher Probleme seines Sohnes Jesse kehrt die Familie zu Fleisch zurück.
- 2026Studie der FH Münster
Forschende veröffentlichen in „Nutrients“ eine Übersichtsarbeit zu Risiken der Carnivore-Diät.
- 22.08.2026Bild berichtet
Die Bild-Zeitung veröffentlicht den Artikel „Bear Grylls: Was seine Fleisch-Diät für die Gesundheit bedeutet“.
- 23.08.2026Promiflash greift auf
Promiflash meldet: „Bear Grylls schwört auf Fleisch: Experten warnen vor Risiken“.
Münsteraner Forscher warnen
Wie riskant die Carnivore-Ernährung langfristig ist, hat eine Arbeitsgruppe des Centers for Nutrition and Therapy der FH Münster untersucht. Die Forschenden werteten für eine Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Nutrients neun Humanstudien aus den Jahren 2021 bis 2025 aus. Ihr Befund: Die Studienlage ist dünn, die Hinweise auf Probleme aber deutlich.
Demnach kann die Ernährung zu erhöhten LDL- und Gesamtcholesterinwerten führen. Zudem drohen Defizite bei Vitamin C, Vitamin D, Magnesium, Calcium, Iod und Ballaststoffen. Kurzfristig mag die Diät Vorteile bringen, doch die Autoren sehen erhebliche Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und raten von einer langfristigen Beibehaltung ab.
WHO stuft rotes Fleisch als krebserregend ein
Zusätzlich verweist die Berichterstattung auf die Einstufung der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC der WHO. Rotes Fleisch gilt demnach als „wahrscheinlich krebserregend“, verarbeitetes Fleisch sogar als „krebserregend“. Bereits 50 Gramm verarbeitetes Fleisch pro Tag erhöhen das Darmkrebsrisiko um 18 Prozent, wie die Bild ausführt.
Auch als Rezept für ein langes Leben taugt die Fleischdiät bislang nicht. Modellrechnungen deuten darauf hin, dass weniger rotes Fleisch und mehr Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Fisch mit einer höheren Lebenserwartung verbunden sind.
Grylls selbst sieht seine Ernährung als persönliche Entscheidung. Im Telegraph stellte er klar: „Ich sage niemandem, was er tun, essen oder wie er trainieren soll. Ich sage nur: Das hat für unsere Familie und meine Gesundheit funktioniert.“
