Bata Illic ist 86, seit sechs Jahrzehnten im Schlagergeschäft – und fühlt sich von der heutigen Branche ausgeschlossen. Im t-online-Interview mit Elena Rothammer sagt der Sänger: „Leider lädt mich niemand ein.“
Der gebürtige Jugoslawe, der 1972 mit „Michaela“ seinen Durchbruch feierte, rechnet mit dem modernen Schlager ab. Seine Kritik richtet sich gegen die Musik und das Drumherum gleichermaßen: „Diese Bumm-Bumm-Musik und der ganze Zirkus“ seien verrückt geworden.
Dabei denkt Illic an eine Zeit, in der Schlagerstars echte Persönlichkeiten waren. Er nennt Chris Roberts, Heino, Michael Holm, Mary Roos, Roberto Blanco und Tony Marshall. „Damals waren alle sehr nett“, erinnert er sich.
Keine Persönlichkeiten mehr – und kaum noch Fans, die alles kaufen
Auch das Publikum habe sich verändert. „Früher hat ein Fan jede Platte gekauft, egal, ob sie erfolgreich war oder nicht. Heute kauft man vielleicht ein Lied, aber nicht mehr unbedingt den Sänger“, sagt Illic. Sein Urteil: „Es gibt kaum noch Persönlichkeiten.“
„Diese Bumm-Bumm-Musik und der ganze Zirkus drumherum: Das ist schon verrückt geworden. Ich komme noch aus einer anderen Musikergeneration.“
Bata Illic, Schlagersänger
Eine Ausnahme macht der Sänger bei Florian Silbereisen. Dessen nette, positive Art schätze er sehr. „Florian Silbereisen ist für mich eine Persönlichkeit, durch seine nette, positive Art. Das mag ich an ihm, und das mag auch das Publikum.“
Ausgeladen: Keine Einladung zu Silbereisen und Zarrella
Besonders schmerzt Illic, dass er in den großen Schlagershows nicht mehr vorkommt. Das Aus der ARD-Sendung „Immer wieder sonntags“ bedauert er: Stefan Mross sei „wirklich ein sehr guter Moderator“ gewesen, die Sendung sei auch eine Chance für junge Leute gewesen.
Den ZDF-„Fernsehgarten“ mit Andrea Kiewel lobt er hingegen: „Ich kenne Leute, die aus ganz anderen Ecken extra dafür nach Mainz fahren. Die Show ist sehr populär, Andrea Kiewel macht das sehr gut. Sie ist bunt, herzlich und gibt auch jungen Musikern die Chance, sich zu präsentieren.“
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Heino, seine Ehe und der Kampf um die Bühne
Auch zu Heino äußert sich Illic. Der sei nach dem Tod seiner Frau Hannelore allein und weiche vielleicht an den Ballermann aus: „Er ist jetzt Witwer. Er hat seine Frau sehr geliebt, sie waren Tag und Nacht zusammen. Jetzt ist er allein. Vielleicht ist es für ihn wie eine Flucht: Er möchte Menschen um sich haben und das Gefühl, noch gebraucht zu werden.“
Illic nimmt Heino zudem gegen den Vorwurf in Schutz, mit alten Volksliedern rechtsradikales Gedankengut zu verbreiten. Schon in den 70ern sei das furchtbar gewesen. 1968 habe Heino ihn, den unbekannten Sänger aus Jugoslawien, an die Hand genommen, nach Düsseldorf geholt und bei Agenturen vorgestellt. „Das werde ich ihm nie vergessen.“
Privat setzt Illic auf Beständigkeit: Seit 1963 ist er mit seiner Frau Olga verheiratet, das Paar lebt in Salzburg. Nach einem Treppensturz mit gebrochener Hüfte Ende 2023 stand er nach drei Wochen Reha wieder auf der Bühne. Seine Antwort auf die Frage, wie lange er weitermachen will: „bis zum Ende“.
Bata Illics Karriere in Daten
1963
Heirat mit Olga
1968
Begegnung mit Heino, der ihn fördert
1972
Durchbruch mit „Michaela“
2008
Dritter im RTL-Dschungelcamp
2023
Treppensturz mit gebrochener Hüfte, Rückkehr nach drei Wochen Reha