Roland Ludomirska versteigert sein Luxus-Inventar – und steht vor dem Nichts
Nach der Insolvenz der österreichischen Käse-Marke Crazy Cheese wird das extravagante Firmeninventar versteigert. Gründer Roland Ludomirska, einst Reality-TV-Star mit Hang zum Luxus, sagt: „Jetzt steh’ ich vor dem Nichts und hab eigentlich gar nichts.“
Seit dem 24. August versteigert das Auktionshaus Aurena das gesamte Inventar der insolventen Käse-Marke Crazy Cheese – mehr als 660 Luxus-Objekte aus der Zentrale in Hart bei Graz. Gründer Roland Ludomirska, einst gefeierter Reality-TV-Star mit Hang zum Luxus, steht nach eigenen Worten vor dem finanziellen Ruin.
Wie Focus berichtet, startete der 57-Jährige vor rund sechs Jahren mit seinen Crazy-Cheese-Shops in Österreich. Die Marke war bewusst extravagant inszeniert – nicht nur Käse, sondern auch Luxus und Dekadenz gehörten zum Konzept. Ludomirska zeigte sich gerne auf Yacht, im Privatjet oder per Helikopter und warf bei Auftritten mit Käse, 500-Euro-Scheinen und Champagner um sich.
Doch in den Google-Rezensionen häuften sich Beschwerden über Abzocke: Kunden berichteten, dass Verkäufer aus 100 bis 200 Gramm Käse „irrtümlich“ bis zu 600 Gramm machten, wodurch der Preis schnell dreistellig wurde. Diese Vorwürfe überschatten das Image der Marke, die sich als luxuriöses Erlebnis inszenierte.
„Jetzt steh' ich vor dem Nichts und hab eigentlich gar nichts.“
Roland Ludomirska, Gründer von Crazy Cheese und Reality-TV-Star
Insolvenzantrag und Schuldenberg
Bereits im Juli 2026 beantragten die Crazy Cheese Manufacture Holding GmbH und ihre Tochtergesellschaft MRL Crazy Cheese Manufacture W GmbH beim Landesgericht Graz die Eröffnung von Konkursverfahren. Als wesentlicher Grund für die finanziellen Probleme gelten laut "Der Standard" die Folgen der Covid-19-Pandemie. Die Geschäfte wurden geschlossen, eine Weiterführung ist nicht vorgesehen. Laut Heute sollen hunderttausenden Euro Schulden nur rund 30.000 Euro Vermögen gegenübergestanden sein.
Der Insolvenzverwalter beauftragte daraufhin Aurena mit der Verwertung des Inventars. Die Auktionen laufen online, die ersten Zuschläge erfolgten am 24. August. Das Auktionshaus teilt mit, Crazy Cheese habe „einen luxuriösen Lebensstil“ zelebriert – entsprechend exzentrisch sind die angebotenen Stücke.
Chronologie der Crazy-Cheese-Pleite
Juli 2026
Insolvenzanträge
Die Crazy Cheese Manufacture Holding GmbH und ihre Tochter MRL Crazy Cheese Manufacture W GmbH beantragen beim Landesgericht Graz die Eröffnung von Konkursverfahren.
13. August 2026
Abschied vom Headquarter
Roland Ludomirska verabschiedet sich auf Instagram von seinem Firmensitz in Hart bei Graz und kündigt die Versteigerung an.
24. August 2026
Auktionsstart
Die Versteigerung von über 660 Objekten über das Auktionshaus Aurena beginnt, erste Zuschläge erfolgen.
Was unter den Hammer kommt
Angeboten werden mehr als 660 Objekte aus der „exzentrisch in gold-schwarz gestalteten“ Zentrale in Hart bei Graz. Neben Laiben des Crazy Cheese und Gastro-Ausstattung finden sich Champagnergläser, Kaviardosen, Kronleuchter, eine Discokugel, ein handgefertigter Champagnersäbel, „Star Wars“-Sammlerstücke und Marketingartikel. Gebote sind online möglich.
Ludomirska selbst verabschiedete sich bereits am 13. August auf Instagram von seinem Firmensitz und lud seine Follower ein, „noch ein Stück Crazy Cheese Geschichte zu ergattern“. Schweren Herzens trenne er sich von seinem Headquarter, sagte er in einem Statement – sechs Jahre habe er dort seinen Käse „mit Liebe und Leidenschaft“ versendet und die Menschen glücklich gemacht.
Vom Reality-Star zum Dschungelcamp?
Ludomirska war 2024 im Reality-Format „Forsthaus Rampensau“ zu sehen und zuletzt in der „Villa der Versuchung“. Dort sorgte er mit Aussagen wie „Weißt du, was Geld ist? Eine Serviette, mit der wische ich mir das [...] ab und schmeiße es weg“ für Aufsehen. Nach der Pleite wird ihm diese Protzerei in den sozialen Medien vorgehalten.
Die Schadenfreude kann er nicht nachvollziehen: „Und jetzt, wo es mir finanziell nicht so gut geht, da freuen sie sich und denken, es geht ihnen besser als mir, dabei geht es ihnen genauso wie vorher.“ Er werde notfalls „ohne Geld weitergenießen“ und statt Luxus „Butterkartoffeln mit Salz“ essen. Rückhalt bekommt er von seiner Familie: Seit 2009 ist er mit Manuela verheiratet, das Paar hat einen gemeinsamen Sohn.
Beruflich kann sich Ludomirska vorstellen, künftig im Dschungelcamp aufzutreten, als Yoga-Lehrer zu arbeiten oder Verkaufstätigkeiten auf Messen zu übernehmen. Ob er nach der Pleite tatsächlich noch einmal im Rampenlicht landet, ist offen – die Auktion in Hart bei Graz läuft derweil weiter.