Zwei Tote und eine brennende Raffinerie: In der Nacht zum 25. August 2026 haben ukrainische Streitkräfte die Afipsky-Ölraffinerie in der Region Krasnodar angegriffen und einen Brand auf dem Gelände ausgelöst. Der ukrainische Generalstab bestätigte den Einsatz offiziell, wie Ukrainska Pravda berichtet.
Gouverneur Weniamin Kondratjew bestätigte den Angriff. Durch herabfallende Drohnentrümmer am Bahnhof Afipskaja starben zwei Menschen, zwei weitere wurden verletzt. Der Bahnhof an der Nordkaukasus-Eisenbahn stellte nach Angaben der südrussischen Transportstaatsanwaltschaft zunächst den Betrieb ein.
„Drohnenteile sind auf den Bahnhof Afipsky gefallen; leider wurden dabei zwei Menschen getötet.“
Mindestens zehn Privathäuser wurden beschädigt, eines davon geriet in Brand. Auch auf dem Raffineriegelände brach ein Feuer aus; Feuerwehr und Rettungsdienste sind im Einsatz. Die Afipsky-Raffinerie zählt zu den größten Ölverarbeitungsanlagen Südrusslands.
Fünfter Angriff auf die Raffinerie
Der Angriff ist bereits der fünfte auf die Afipsky-Anlage in diesem Jahr. Zuvor war die Raffinerie am 21. Januar, 14. März, 11. Juni und 14. Juli 2026 getroffen worden. Die Anlage hat nach ukrainischen Angaben eine Kapazität von rund 6,25 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr – etwa zwei Prozent der russischen Raffineriekapazität.
Eigentümer ist laut Bloomberg das Unternehmen ForteInvest; die Raffinerie produziert Benzin, Diesel, Gaskondensat-Destillate, schwere Erdölrückstände und Schwefel. Reuters beziffert die 2024 tatsächlich verarbeitete Menge auf rund 7,2 Millionen Tonnen.
Angriffe auf die Afipsky-Raffinerie 2026
- 21. Januar 2026Erster Drohnenangriff
Die Raffinerie wird erstmals in diesem Jahr getroffen.
- 14. März 2026Zweiter Angriff
Erneuter Drohnenangriff auf die Anlage.
- 11. Juni 2026Dritter Angriff
Die Raffinerie gerät erneut unter Beschuss.
- 14. Juli 2026Vierter Angriff
Wiederholter Angriff auf Afipsky.
- 25. August 2026Fünfter Angriff
Brand auf dem Gelände, zwei Tote am Bahnhof Afipskaja.
Russlands Luftabwehr meldet 148 Abschüsse
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe in der Nacht 148 Luftziele über mehreren Regionen abgeschossen – darunter Belgorod, Kursk, Krasnodar, Brjansk, Woronesch, Lipezk und Rostow sowie über der Krim und dem Asowschen und Schwarzen Meer. Parallel wurde Luftabwehraktivität nahe der Raffinerie Nowoschachtinsk in der Oblast Rostow gemeldet.
Der Angriff ist Teil einer seit Monaten laufenden ukrainischen Kampagne gegen Russlands Energie- und Industrieanlagen. Kiew will damit die Treibstoffversorgung der russischen Streitkräfte stören und Einnahmen verringern. Wie ein früherer Bericht über Benzinrationierungen zeigt, trifft die Offensive zunehmend die Versorgung.
Seit Anfang August 2026 haben fünf russische Raffinerien den Betrieb vollständig eingestellt: Permnefteorgsintez, Orsknefteorgsintez, Zapsibneftekhim sowie die Anlagen in Saratow und Wolgograd. Die russische Ölverarbeitung fiel auf den niedrigsten Stand seit Mai 2002, wie die Berliner Zeitung berichtet.
In mehreren Regionen kam es zu Kraftstoffengpässen und Rationierungen. Nach russischen Branchenportalen hatten fast 80 Prozent der Tankstellen kein Benzin der Sorte Pb-95; Moskau erließ ein befristetes Exportverbot für Diesel, Benzin und Kerosin. Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak räumte einen Benzinengpass ein.
Am Montag unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Dekret, das dem Staat erlaubt, kritische Infrastruktur vorübergehend unter staatliche Verwaltung zu nehmen, wenn Anlagen als unzureichend gegen Drohnenangriffe geschützt gelten. Das berichtet Al Jazeera.
Kiew bestätigt den Angriff
Der ukrainische Generalstab bestätigte den Einsatz offiziell und erklärte, das Ausmaß der Schäden werde noch ermittelt. Welche Waffensysteme eingesetzt wurden, blieb zunächst unklar – die Ukraine greift russische Raffinerien regelmäßig mit Langstreckendrohnen an.
In derselben Nacht folgte der Angriff auf Afipsky auf bestätigte Treffer gegen zwei Gasabscheideanlagen des Gasverarbeitungswerks Astrachan vom 23./24. August. Dessen technischer Schwefel wird nach ukrainischen Angaben auch zur Sprengstoffproduktion genutzt, wie Ukrainska Pravda meldet.
Für Moskau verschärft sich die Lage: Die Afipsky-Raffinerie gehört zu den größten des Landes. Ein längerer Ausfall könnte die ohnehin angespannte Kraftstoffversorgung weiter belasten. Offen bleibt, wie lange Russland die Angriffe auf seine Energieinfrastruktur noch abfangen kann.
