23 Menschen hängen drei Stunden in Kettenkarussell fest – Notbremse blockiert
Auf dem Hamburger Sommerdom blockierte das Sicherheitssystem des Kettenkarussells „Nordic Tower“. 23 Fahrgäste saßen rund drei Stunden in etwa 30 Metern Höhe fest, ehe sie unverletzt befreit wurden.
23 Menschen hingen am Dienstagabend rund drei Stunden in einem Kettenkarussell auf dem Hamburger Sommerdom fest – in etwa 30 Metern Höhe. Das Sicherheitssystem des „Nordic Tower“ hatte gegen 21 Uhr ausgelöst und die Anlage mitten im Betrieb gestoppt, wie n-tv berichtet.
Der „Nordic Tower“ zählt zu den größten transportablen Hochkettenkarussells Deutschlands. 16 Doppelsitze drehen sich sonst bis in 70 bis 80 Meter Höhe. In der Nacht zum Mittwoch aber saßen die Fahrgäste fest, weil die Bremse blockierte – die genaue Ursache ist bislang unklar, wie die WELT berichtet.
Rettung in der Kälte
Polizei und Feuerwehr rückten mit einem Großaufgebot an – laut WELT waren etwa 45 Feuerwehrleute im Einsatz. Höhenretter stiegen gemeinsam mit dem Betreiber im Turm auf, um Kontakt zu den Eingeschlossenen aufzunehmen. Dabei stellten sie fest, dass niemand sofort medizinische Hilfe benötigte.
Über ein Teleskopmastfahrzeug und eine Drehleiter wurden die Menschen mit Decken versorgt, weil es in der Nacht merklich kühler wurde. Auch das Deutsche Rote Kreuz und ein Notarzt waren vor Ort.
Die Nacht im Überblick
25.08.2026, ca. 21:00 Uhr
Notbremse stoppt das Karussell
Das Sicherheitssystem des „Nordic Tower“ löst aus, die Anlage bleibt in rund 30 Metern Höhe stehen. 23 Fahrgäste sitzen fest.
25.08.2026, Abend/Nacht
Rettungskräfte versorgen die Menschen
Höhenretter steigen auf; über Drehleiter und Teleskopmast gibt es Decken. Etwa 45 Feuerwehrleute, DRK und Notarzt sind im Einsatz.
26.08.2026, kurz nach Mitternacht
Fahrgäste steigen unverletzt aus
Das Fahrgeschäft wird im Notfallmodus heruntergelassen. Die 23 Menschen kommen ohne direkte Hilfe der Feuerwehr frei.
26.08.2026
TÜV prüft die Anlage
Die Prüfung ergibt keine sicherheitstechnischen Bedenken. Nach Freigabe darf der „Nordic Tower“ wieder öffnen.
Notbremssystem blockierte die Anlage
Nach Mitteilung der Hamburger Wirtschaftsbehörde löste das Sicherheitssystem aus, wodurch die Bremse blockierte. Warum das System aktiviert wurde, blieb zunächst unklar. Die „Bild“ berichtete, dass das Notbremssystem ausgelöst hatte.
„Wir nehmen für uns in Anspruch, dass deutsche Fahrgeschäfte zu den sichersten der Welt gehören.“
Frank Hakelberg, Hauptgeschäftsführer Deutscher Schaustellerbund
Hakelberg erläuterte die mehrstufigen Kontrollen: von der Erstprüfung durch zugelassene Prüforganisationen wie den TÜV über die Ausführungsgenehmigung und die Gebrauchsabnahme zu Volksfest-Beginn bis zu täglichen Checks durch den Betreiber sowie Sonderprüfungen alle vier bis sechs Jahre.
Augenzeugen: „Man hat ein lautes Knacken gehört“
Zwei Fahrgäste schilderten der „Bild“ ihre Angst. Siegurd Büchel berichtete von einem lauten Knacken, bevor das Karussell langsamer wurde und „Notbremsen“ ertönte. Seine Begleiterin Saku sprach von einem kurzen Moment der Panik und davon, dass es sehr kalt gewesen sei.
Betrieb darf nach TÜV-Prüfung wieder starten
Der Betrieb des Fahrgeschäfts wurde zunächst untersagt. Der TÜV überprüfte nach Mitteilung der Wirtschaftsbehörde die sicherheitsrelevanten Bauteile. Das Ergebnis: Aus sicherheitstechnischer Sicht bestehen keine Bedenken. Nach Freigabe durch den TÜV kann der „Nordic Tower“ den Betrieb wieder aufnehmen.
Wie es zu dem Zwischenfall kommen konnte, soll unter anderem der TÜV klären. Der Hamburger Sommerdom endet am Sonntag, dem 30. August 2026. In diesem Jahr dauert das Volksfest erstmals fünf statt bislang vier Wochen; im vergangenen Jahr kamen mehr als 1,3 Millionen Besucher. Ähnliche Ausnahmesituationen gab es zuletzt auch bei unwetterbedingten Zugstopps in NRW.