Curry war nie verheiratet und hinterlässt keine Kinder. In den letzten Jahren lebte er zurückgezogen in Los Angeles und wurde im Alltag von drei Pflegekräften unterstützt. Sein Sprecher Sean Katz erklärte gegenüber USA Today, Curry sei „friedlich“ gestorben.
Weltberühmt wurde Curry 1975 als Dr. Frank-N-Furter in der Verfilmung der „Rocky Horror Show“. Der Film floppte zunächst bei den Kritikern, entwickelte sich aber zum globalen Mitternachtskino-Kult. An seiner Seite spielten Susan Sarandon und Barry Bostwick.
1990 jagte Curry als Clown Pennywise in der zweiteiligen ABC-Verfilmung von Stephen Kings „Es“ ganzen Generationen Angst ein. Für die Rolle tauschte er laut ORF seinen britischen Akzent gegen einen kratzigen amerikanischen. Weitere bekannte Rollen: der Concierge Mr. Hector in „Kevin – Allein in New York“ (1992), der Butler Wadsworth in „Clue“ (1985) und der Herr der Finsternis in Ridley Scotts „Legende“ (1985).
Auch auf der Bühne feierte Curry Erfolge. Er spielte Wolfgang Amadeus Mozart in „Amadeus“ und King Arthur in „Spamalot“ und war dreimal für den Tony Award als bester Hauptdarsteller nominiert. 1991 erhielt er einen Daytime Emmy für seine Rolle als Captain Hook in „Peter Pan and the Pirates“.
Im Juli 2012 erlitt Curry einen schweren Schlaganfall. Seine linke Körperhälfte blieb gelähmt, er konnte nicht mehr laufen und war fortan auf einen Rollstuhl angewiesen. Auch das Sprechen musste er mühsam neu erlernen. 2025 sagte er bei einer Veranstaltung in Los Angeles: „Ich kann immer noch nicht laufen, deshalb sitze ich in diesem albernen Stuhl, und das ist sehr einschränkend.“
Nach dem Schlaganfall zog sich Curry weitgehend aus dem Schauspielgeschäft zurück und konzentrierte sich auf Sprechrollen in Zeichentrick-, Kinderserien und Videospielen. 2024 spielte er seine letzte Live-Action-Rolle im Horrorfilm „Stream“; seine Rolle für die Fortsetzung hatte er vor seinem Tod noch abgedreht, wie Regisseur Michael Leavy gegenüber TMZ erklärte. Im Jahr 2025 veröffentlichte Curry seine Autobiografie „Vagabond“.
Trotz gesundheitlicher Einschränkungen arbeitete Curry weiter: Als „The Rocky Horror Picture Show“ 2016 fürs Fernsehen neu verfilmt wurde, wirkte er als Erzähler mit. Im Oktober 2020 schlüpfte er bei einer Benefiz-Lesung zugunsten von Joe Bidens Präsidentschaftskampagne noch einmal in die Rolle des Frank-N-Furter.
Tim Currys Leben in Daten
1946
Geboren in Grappenhall, England
Timothy James Curry kommt am 19. April 1946 zur Welt.
1973
Durchbruch mit der „Rocky Horror Show“
Uraufführung am Londoner Royal Court Theatre mit Curry als Dr. Frank-N-Furter.
1975
Weltruhm durch den Kinofilm
„The Rocky Horror Picture Show“ macht Curry zur Kultfigur.
1990
Pennywise in „Es“
Curry spielt den Clown Pennywise in der TV-Verfilmung von Stephen Kings Roman.
2012
Schwerer Schlaganfall
Curry ist halbseitig gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.
2026
Tod in Los Angeles
Tim Curry stirbt am 25. August 2026 im Alter von 80 Jahren.
Weggefährten würdigten Curry. Carol Burnett, die 1982 in „Annie“ mit ihm vor der Kamera stand, nannte ihn in einem Instagram-Post „einen lieben Freund“ und lobte seine unvergleichliche Fähigkeit, „liebenswerte Schurken“ zu spielen. Currys „Clue“-Kollege Michael McKean schrieb auf X, das letzte Gespräch habe von „Leben, Liebe und Lachen“ gehandelt; der „düstere körperliche Zustand, in dem er sich befand, ist nun beendet – ein Segen“.
Curry selbst hatte sich im vergangenen Herbst gegenüber „CBS Sunday Morning“ reflektiert über den Tod geäußert: „Ich fürchte den Tod nicht. Ich versuche, ihn zu vermeiden … Ich vermute, dass ich ihn am Ende willkommen heißen werde. Ich glaube, es mag sehr tröstlich sein, tschüss zu sagen – und ich will es mir verdienen.“
Bereits 2020 hatte Curry dem CBS News gesagt, die „Rocky Horror Picture Show“ habe vielen Menschen die Erlaubnis gegeben, sie selbst zu sein: „Nicht davon träumen, es sein – das ist das Motto des Films.“
Die genaue Todesursache wird von den Behörden noch untersucht. Fest steht bereits jetzt: Mit Tim Curry verliert die Filmwelt einen ihrer markantesten und wandelbarsten Charakterdarsteller.