Autobombe tötet russischen Luftwaffen-Oberstleutnant in St. Petersburg
Bild: KI-generiert
Attentat

Autobombe tötet russischen Luftwaffen-Oberstleutnant in St. Petersburg

Am Morgen des 27. August 2026 explodierte in St. Petersburg ein Sprengsatz unter einem Auto und tötete einen Oberstleutnant der russischen Luftstreitkräfte. Seine Ehefrau überlebte schwer verletzt. Russische Ermittler sprechen bislang nur von einem Fahrzeugbrand.

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Gegen 10 Uhr Ortszeit am Morgen des 27. August 2026 detonierte im Süden von St. Petersburg ein Sprengsatz in einem Auto. Der Fahrer, ein 43-jähriger Oberstleutnant der russischen Luftstreitkräfte, starb sofort; seine Ehefrau erlitt schwere Verletzungen und kam ins Krankenhaus. Das berichten tagesschau.de und die Nachrichtenagentur Reuters übereinstimmend.

Die Explosion ereignete sich im Stadtbezirk Puschkinski, in der Mikrosiedlung Schuschary nahe eines Magnit-Supermarktes an der Kolpinskoje-Autobahn. Als der Offizier mit seiner Frau losfuhr, detonierte die Ladung; nach Angaben des St. Petersburger Portals Fontanka wurden beiden Opfern die Beine abgerissen, die Frau wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Das russische Ermittlungskomitee bestätigte zunächst nur den Tod eines Militärangehörigen und sprach offiziell von einem Fahrzeugbrand. Von einer Explosion oder einem gezielten Anschlag war in der Mitteilung keine Rede.

Ein Viertel voller Militärfamilien

Das Viertel Slawjanka gilt als militärisch geprägt. Nach Recherchen des Exilmediums Agentstwo hatte das russische Verteidigungsministerium einen Großteil der dortigen Wohnungen für Soldaten und deren Familien erworben. Fast jede dritte dort entstehende Wohnung gehörte bis 2012 dem Ministerium; 2010 inspizierte der damalige Ministerpräsident Wladimir Putin die Anlage.

Bereits im Juni war der russische General Damir Davydov bei einem ähnlichen Autobomben-Anschlag nahe Moskau getötet worden. Auch damals starb ein ranghoher Militär, während die offizielle Darstellung zunächst andere Ursachen nahelegte.

Chronologie des Anschlags

  1. 26. August 2026, Nacht
    Mutmaßliche Täterin platziert Bombe

    Eine 24-jährige Frau soll laut Fontanka in der Nacht zum 27. August eine leistungsstarke Bombe unter dem Auto des Offiziers angebracht haben.

  2. 27. August 2026, ca. 10:00 Uhr
    Explosion in Schuschary

    Der 43-jährige Oberstleutnant stirbt sofort, seine Ehefrau wird schwer verletzt. Rettungskräfte sperren die Straße ab.

  3. 27. August 2026
    Ermittlungen laufen an

    Das russische Ermittlungskomitee eröffnet ein Strafverfahren und spricht offiziell von einem Fahrzeugbrand.

  4. 28. August 2026
    Fahndung nach Verdächtiger

    Fontanka meldet die Identifizierung einer 24-Jährigen, die über die Türkei nach Moldau geflohen sein soll.

Fahndung nach einer 24-Jährigen

Am Tag nach dem Anschlag meldete das Portal Fontanka, russische Strafverfolger hätten eine 24-jährige Frau identifiziert. Sie soll die Bombe in der Nacht zum 27. August unter dem Auto des Offiziers platziert haben. Laut Ermittlern wurde sie online von ukrainischen Kontaktpersonen angeworben, wie The Moscow Times berichtet.

Die Frau soll am frühen Donnerstagmorgen einen Flug in die Türkei genommen haben und, als russische Behörden die türkische Polizei einschalteten, bereits nach Moldau weitergereist sein. Diese Angaben sind bislang nicht unabhängig bestätigt.

Offizielle Linie: Fahrzeugbrand statt Anschlag

Das Ermittlungskomitee bestätigte den Tod eines Militärangehörigen, sprach in seiner offiziellen Mitteilung aber nur von einem Fahrzeugbrand. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet, zu einem möglichen terroristischen Hintergrund machten die Ermittler keine Angaben, wie die Frankfurter Rundschau berichtet.

Diese Darstellung steht im Kontrast zu Berichten mehrerer Medien, die von einer gezielten Sprengladung ausgehen. Aufnahmen zeigten Rettungskräfte an einer abgesperrten Straße mit weggerissenen Fahrzeugteilen, darunter Motorhaube und Heckklappe.

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Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme. Russland macht die Ukraine für eine Reihe früherer Anschläge auf ranghohe Militärs verantwortlich; im August war bereits ein russischer Militärangehöriger auf der Krim bei einem Bombenanschlag getötet worden.