Bayern zahlt über sechs Millionen Euro pro Tag für Asylbewerber
Eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Rene Dierkes bringt die Zahlen ans Licht: Seit 2020 hat Bayern mehr als zehn Milliarden Euro für Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern ausgegeben. Während die Staatsregierung nun teure Unterkünfte schließt, warnt der Flüchtlingsrat vor der nächsten Krise.
Mehr als sechs Millionen Euro pro Tag – so viel gab Bayern 2025 allein für die Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern aus. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine schriftliche Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Rene Dierkes hervor, über die zuerst das Freilich-Magazin berichtete.
Die Jahresbilanz zeigt eine Verdopplung: 2020 lagen die Ausgaben noch bei knapp 1,08 Milliarden Euro, 2025 bereits bei rund 2,22 Milliarden. Den bisherigen Höchststand erreichte der Freistaat 2024 mit knapp 2,33 Milliarden Euro, wie die Junge Freiheit unter Berufung auf die Ministeriumsantwort meldete.
Kostenkurve steigt seit 2020 steil an
Die Einzelwerte: 2020 knapp 1,08 Milliarden, 2021 rund 1,11 Milliarden, 2022 1,46 Milliarden, 2023 rund 1,94 Milliarden, 2024 knapp 2,33 Milliarden und 2025 rund 2,22 Milliarden Euro. In der Summe ergibt das seit 2020 mehr als zehn Milliarden Euro.
Wie viel davon allein auf die Unterkünfte entfällt, bleibt offen. Die Staatsregierung hält die Frage nach den Gesamtkosten für Asylunterkünfte für zu unscharf und weist nur den gemeinsamen Posten aus – ein Punkt, den AfD und neurechte Medien kritisieren.
Asylausgaben Bayerns 2020 – 2025
Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern
Quelle: Freilich-Magazin / Junge Freiheit, 2026
20.000 Plätze sollen bis Ende 2026 fallen
Parallel dazu baut das Innenministerium seit Juli 2025 Kapazitäten ab. Bis Ende 2026 sollen 20.000 Unterkunftsplätze wegfallen, kostspielige Einrichtungen zuerst. Bis Ende 2027 sind weitere rund 22.300 Plätze geplant.
Innenminister Joachim Herrmann meldete Mitte August, dass bereits rund 19.800 Plätze seit Sommer 2025 abgebaut oder gekündigt wurden – das Jahresziel 2026 sei damit fast erreicht, wie aus der Mitteilung des Ministeriums hervorgeht. Der Abbau verteilt sich über alle sieben Regierungsbezirke, mit dem größten Anteil in Oberbayern (rund 4.250 Plätze).
„Unser für 2026 selbstgestecktes Abbauziel von mindestens 20.000 Unterbringungsplätzen haben wir damit schon im August fast erreicht. Die Migrationswende kommt konkret vor Ort an.“
Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister (CSU)
Zum Stichtag 30. April führte München mit 13.056 Plätzen die Liste an, Ebersberg meldete mit 104 Prozent die höchste Auslastung. Dagegen standen Ingolstadt, Hof und Memmingen bei rund 50 Prozent.
Flüchtlingsrat warnt vor nächster Krise
Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die Schließungen als vorschnell. Sprecher Stephan Dünnwald warnte laut BR24: „Mit dieser Politik legt das Bayerische Innenministerium den Grundstein für die nächste Unterbringungskrise. Sobald wieder mehr Geflüchtete ankommen, beklagt man wieder einen Unterbringungsnotstand.“ Zudem vermisse er Pläne, Geflüchtete schneller in privaten Wohnraum zu vermitteln.
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Bewusste Unschärfe bei den Kosten
In den bayerischen Einrichtungen lebten zum Stichtag Asylbewerber aus mehr als 110 Ländern. Zu den zehn häufigsten Herkunftsstaaten zählen Ukraine, Afghanistan, Syrien, Türkei, Nigeria, Irak, Somalia, Russland, Iran und Äthiopien. Eine genaue Aufschlüsselung pro Land fehlt in der Ministeriumsantwort.
Die getrennten Kosten für Unterkünfte will die Staatsregierung nicht nennen – die Fragestellung sei zu unscharf. Damit bleibt offen, welcher Anteil der Milliarden allein auf Mieten, Verpflegung und Betreuung entfällt. Ähnliche Fragen treiben auch die Bundespolitik um: Über Leistungskürzungen für abgelehnte Asylbewerber hat erst kürzlich der Europäische Gerichtshof entschieden – ein Streit, der ebenfalls Milliarden betrifft.