Mit 72 Jahren rechnet Jutta Speidel mit dem Schönheitskult ab. Im Podcast „Ungeschönt“ von BUNTE spricht die Schauspielerin über Botox, Falten und den Druck durch äußere Ideale – und macht klar: Für sie kommen Schönheitsoperationen nicht infrage.
Wer einmal anfange, die Spuren der Zeit beseitigen zu wollen, gerate schnell in eine Endlosschleife, sagt Speidel. Ihre Frage lautet: „Wo fange ich an, wo höre ich auf?“ Den Trend, sich jünger operieren oder spritzen zu lassen, hält sie für „völlig bescheuert“, wie t-online berichtet.
Botox ist für sie ein Nervengift
Ihre Ablehnung von Schönheitsoperationen begründet Speidel unmissverständlich. Wer sich einmal unters Messer legt oder spritzt, bekommt ihrer Ansicht nach nie genug. Botox komme für sie deshalb nicht infrage.
„Botox lehne ich ab. Ich spritze mir doch kein Nervengift ins Gesicht, das mein Körper vielleicht nie wieder loswird!“
Auch ihre Falten akzeptiert sie: „Falten gibt es überall am ganzen Körper, vom großen Zeh bis hin zur Haarwurzel.“ Diese Haltung zieht sich durch ihre Karriere. Anders als Natascha Ochsenknecht, die offen über ihr Lifting spricht, setzt Speidel auf Natürlichkeit.
Pro-Age statt Anti-Age
Podcast-Gastgeberin Simone Jacob findet den Begriff „Anti-Age“ vollkommen absurd. „Warum sollte man gegen das Alter arbeiten?“, fragt die 64-Jährige. Sie selbst sei „Pro-Age“ – das gelebte Leben mit allen Höhen und Tiefen mache einen Menschen schön.
„Warum sollte man gegen das Alter arbeiten? Es ist hart erarbeitet, was in meinem Gesicht stattfindet.“
Jutta Speidel stimmt ihr zu: „Gelebtes Leben mit allen Höhen und Tiefen, und das ist genau das, was einen Menschen schön macht.“ Für beide ist das Altern kein Feind, sondern ein Zeichen gelebten Lebens.
Harte Worte an Influencer und Konsumenten
Wenig Mitleid zeigt Speidel mit Menschen, die vermeintlich perfekten Welten auf Instagram hinterherlaufen. Dass Influencer mit zweifelhaften Versprechungen Kasse machen, verurteilt sie – die Schuld sieht sie aber genauso bei den Nutzern: „Wenn du selbst so dumm bist, dass du das toll findest, dann geschieht es dir recht.“
Wie Prisma berichtet, kritisiert sie nicht nur die überhöhten Versprechungen der Influencer, sondern auch die hohe Bereitschaft vieler Nutzer, solche Darstellungen ungeprüft als Vorbild zu übernehmen.
Frühere Kritik beim Branchentreffen
Schon 2023 forderte Speidel beim Branchentreffen „Frauen 100“ in Berlin, lieber in Ausstrahlung und Charakter zu investieren als in Operationen. Sie sagte damals: „Ich finde es diskriminierend, wie manche Frauen sich äußerlich darstellen, ob durch aufgeblasene Lippen, aufgeblasene Busen, aufgeblasene Hintern. Alles ist operiert.“
Speidels Kampf gegen den Jugendwahn
- 2023Kritik bei „Frauen 100“
Speidel kritisiert Schönheitsoperationen und rät zu Persönlichkeit und Charakter.
- 24. August 2026Medien berichten über Podcast
t-online, FOCUS online und Abendzeitung München greifen ihre Äußerungen im neuen Podcast „Ungeschönt“ auf.
- 30. August 2026BUNTE veröffentlicht ausführlichen Bericht
Das Magazin dokumentiert Speidels Abrechnung mit Anti-Aging und Schönheitskult.
Karriere als Beleg für Natürlichkeit
Dass Speidel so selbstbewusst zu ihren Jahren steht, kommt nicht von ungefähr. Seit den 1970er-Jahren gehört die gebürtige Münchnerin zur Spitze der deutschen Film- und Fernsehlandschaft – von den „Lümmeln von der ersten Bank“ über „Forsthaus Falkenau“ bis zu „Um Himmels Willen“.
Zuletzt war sie im ARD-Drama „Servus Eddie – Spätes Glück“ zu sehen, in dem der im Mai 2026 verstorbene Günther Maria Halmer seine letzte Rolle spielte. Ihr soziales Engagement für obdachlose Mütter und Kinder über ihren Verein HORIZONT unterstreicht, dass für sie mehr zählt als Äußerlichkeiten.
Ihre Botschaft jedenfalls ist eindeutig: Natürlichkeit schlägt Skalpell. Ob Influencer und Schönheitsindustrie darauf eine Antwort finden, bleibt offen – Speidel selbst hat ihre Position längst bezogen.
