Shirin David nennt Netflix-Doku „vollkommen an den Haaren herbeigezogen“
Fünf Monate nach dem Start ihrer Netflix-Dokumentation „Barbara – Becoming Shirin David“ erhebt Shirin David schwere Vorwürfe. Sie spricht von einer konstruierten Leidensgeschichte und wirft Netflix eine verzerrte Darstellung vor.
Fünf Monate nach dem Start ihrer Netflix-Dokumentation „Barbara – Becoming Shirin David“ rechnet Shirin David mit dem Film ab. Die 31-Jährige, die erst kürzlich als erste deutsche Künstlerin die 10-Millionen-Marke knackte, nannte die Doku in einer Instagram-Fragerunde am Samstag „vollkommen an den Haaren herbeigezogen“.
Statt ihre Erfolge, ihren Ehrgeiz und den Weg an die Spitze zu zeigen, sei die „Leidensgeschichte einer angeblich völlig überforderten Frau“ konstruiert worden. David sagt, es werde nur das „Leiden“ zusammengeschnitten – „Ich habe einfach mehr Tiefe, mehr Herkunft und weniger Geheule erwartet.“
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Schnittrechte abgegeben – „Es war wie ein Brainwash“
Für das Projekt hatte David ihre Schnittrechte abgegeben, um eine unabhängige journalistische Arbeit zu ermöglichen. Netflix-Vertreterinnen hätten sie ermutigt, wirklich alles zu zeigen, weil man „Netflix-Doku-Geschichte schreiben“ wolle, berichtet der SPIEGEL. Rückblickend sagt sie: „Es war wie ein Brainwash.“
„Der erste Titel sollte heißen ›Shirin David gibt Kontrolle ab‹. Ich schreie, like, wie misogyn kann man denken 2026.“
Shirin David, Rapperin und Sängerin
Rückkauf abgelehnt – Helene Fischer war klüger
Ihre Unzufriedenheit ging so weit, dass David die Doku zurückkaufen und das investierte Geld erstatten wollte. Netflix lehnte ab, wie die BILD berichtet. Wie viel Honorar sie erhielt, ist nicht bekannt.
In dem Zusammenhang zog David einen Vergleich zu Helene Fischer, die ihre Netflix-Doku abgesagt hatte: „Helene hat nicht umsonst ihre Doku dort abgesagt, sie war klüger als ich und hatte noch nicht unterschrieben“, zitiert t-online.
Netflix reagiert ausweichend – Kritik an Darstellung erfolgreicher Frauen
Auf Anfrage der BILD teilte eine Netflix-Sprecherin mit: „Unsere Talent-Dokumentationen erzählen die Geschichten, die durch den Zugang entstehen, den uns Künstlerinnen und Künstler im Rahmen einer Produktion ermöglichen.“ Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Vorwürfen blieb aus.
David kritisiert grundsätzlich, wie erfolgreiche Frauen dargestellt werden. Während Männer „für die Hälfte ihrer Leistung zelebriert“ würden, werde bei erfolgreichen Frauen immer wieder nach Krisen und Überforderung gesucht.
Chronologie der Doku-Kontroverse
Die Auseinandersetzung entwickelte sich über mehrere Tage. Ein Überblick:
Barbara – Becoming Shirin David: Die Chronologie
März 2026
Netflix veröffentlicht die Doku
Die Dokumentation über Shirin David erscheint auf Netflix.
29. August 2026
Shirin David rechnet ab
In einer Instagram-Fragerunde äußert sie erstmals scharfe Kritik – unter anderem „an den Haaren herbeigezogen“.
30. August 2026
Netflix nimmt Stellung
Eine Sprecherin antwortet auf BILD-Anfrage ausweichend.
31. August 2026
Medien berichten
BILD, t-online, SPIEGEL und BUNTE greifen die Abrechnung auf.
Blick nach vorn: „The Voice“ statt Doku-Streit
Trotz aller Kritik will David das Projekt nicht komplett schlechtreden: „Versteht mich nicht falsch, ich bin dankbar, aber ich habe einfach mehr Tiefe, mehr Herkunft und weniger Geheule erwartet.“ Abseits des Doku-Ärgers steht für sie bereits das nächste große TV-Projekt an: In der neuen Staffel von „The Voice of Germany“ sitzt sie wieder auf einem der roten Coach-Stühle.