Die King's Foundation von König Charles III. bezahlt ausgerechnet die Schwester seiner Ehefrau – und hat das in ihren Jahresabschlüssen bislang verschwiegen. Das berichtet die britische Zeitung „The Sunday Times“ in ihrer Ausgabe vom 30./31. August 2026, auf die sich auch Town & Country beruft.
Im Zentrum steht Annabel Elliot, 77, jüngere Schwester von Königin Camilla. Die Innenarchitektin und Antiquitätenhändlerin gilt als enge Vertraute des Königspaares – bei der Krönung 2023 fungierte sie als „lady-in-attendance“ der Queen. Genau diese Frau führt die Stiftung von Charles nun als Beraterin für Markenbildung und Einzelhandel.
Jahrzehntelange Zahlungen vom Herzogtum Cornwall
Mehr als zwei Jahrzehnte lang beriet Elliot Charles bereits in Designfragen für das Herzogtum Cornwall. Sie renovierte herzogtumseigene Cottages und richtete Dumfries House in Schottland ein, das heute als Hauptsitz der King's Foundation dient. Laut Telegraph erhielt sie dafür jährlich zwischen 25.000 und 106.000 Dollar, wie The Royal Observer zusammenfasst.
Mit der Thronbesteigung von Charles 2022 übernahm Prinz William als Prince of Wales das Herzogtum Cornwall – und beendete Elliots langjähriges Honorar. Eine William nahestehende Quelle erklärte im Juli 2024, die Entscheidung sei „keine Widerspiegelung ihrer Arbeit“ gewesen. Damit endete ein bezahltes Verhältnis, das über zwei Jahrzehnte für Hunderttausende Pfund gesorgt hatte.
Die Chronologie der Zahlungen
- Vor 2022Zwei Jahrzehnte Beratung für das Herzogtum Cornwall
Annabel Elliot renoviert Cottages und richtet Dumfries House ein; laut Telegraph erhält sie jährlich zwischen 25.000 und 106.000 Dollar.
- 2022Thronwechsel beendet Duchy-Honorar
Charles wird König, Prinz William übernimmt das Herzogtum Cornwall und streicht Elliots Zahlungen.
- Juli 2024Williams Umfeld kommentiert Trennung
Eine nahestehende Quelle sagt, die Entscheidung sei keine Widerspiegelung ihrer Arbeit.
- 30./31. August 2026Sunday Times enthüllt Stiftungs-Honorar
Die King's Foundation zahlt Elliot für Branding- und Retail-Beratung, ohne dies offenzulegen; ein Senior Trustee zeigt sich überrascht.
- 31. August 2026Internationale Medien greifen Bericht auf
Town & Country, GB News, The Royal Observer und Celebitchy berichten; BUNTE folgt am 1. September auf Deutsch.
Fehlende Transparenz im Jahresabschluss
Der entscheidende Vorwurf ist nicht die Beschäftigung selbst, sondern ihre Offenlegung. Das Herzogtum Cornwall hatte Elliots Zahlungen in seinen Jahresabschlüssen stets im Abschnitt „related party transactions“ ausgewiesen – ein Standardverfahren, das potenzielle Interessenkonflikte sichtbar macht. Die King's Foundation hingegen führte in ihren eigenen Abschlüssen keine vergleichbare Angabe.
Ein hochrangiges Mitglied des Stiftungsvorstands sagte der Times, es sei nie über die Vereinbarung informiert worden – obwohl die Aufsicht über solche Angelegenheiten in seine Zuständigkeit falle. Die Stiftung betont regelmäßig, sie operiere unabhängig vom Monarchen. Hinter den Kulissen soll Charles laut den Berichten jedoch bis ins Detail eingebunden sein, bis hin zur Platzierung exotischer Blumen auf dem Stiftungsgelände.
„Wir kommentieren zwar keine Details einzelner Beratungsvereinbarungen, können aber bestätigen, dass Mrs Elliot unserem Einzelhandels- und Markenteam bei Produkt- und Handelspartnerschaften Design-Know-how zur Verfügung stellt. Diese Vereinbarung ist kein Geheimnis.“
Stiftung wehrt sich – und offene Fragen bleiben
In einer offiziellen Stellungnahme wies die King's Foundation jede Geheimhaltung zurück. Elliot sei eine „langjährige und geschätzte Beraterin“, deren Erfahrung in der Innenarchitektur „Expertise und Unterstützung für eine Reihe von Projekten“ liefere. Wie Elliot an den Auftrag kam, wollte die Stiftung nicht erläutern; auf die Frage, wo die Vereinbarung zuvor bereits öffentlich gemacht worden sei, antwortete sie laut GB News nicht.
Kritiker sehen darin einen weiteren Beleg für familiäre Begünstigung. Der Blog Celebitchy schreibt, Camilla räume ihrer eigenen Familie stets Vorrang ein. Zugleich zeigt der Fall, wie sehr sich die finanziellen Interessen der Royals überlappen – erst kürzlich wurde bekannt, dass Prinz William mit einem Nettovermögen von 1,2 Milliarden Pfund seinen Vater Charles deutlich überholt.
Hinweis: BUNTE titelt „jeden Monat Geld“, die englischsprachigen Originalquellen sprechen jedoch lediglich von Honoraren für Beratungsleistungen, ohne eine konkrete monatliche Summe oder Zahlungsfrequenz zu nennen. Offen bleibt, ob die Stiftung die Zahlungen künftig offenlegt oder der Vorgang ein Nachspiel für die Stiftungsaufsicht hat. Für Charles und Camilla bleibt die Affäre ein Transparenzproblem – ausgerechnet in der Stiftung, die ihr eigenes Image als unabhängig und sauber pflegt.
