Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes an Tupac Shakur schuldig gesprochen
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Strafprozess

Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes an Tupac Shakur schuldig gesprochen

Eine Jury in Las Vegas hat den früheren Gang-Anführer Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes an Rapper Tupac Shakur schuldig gesprochen. Ihm droht lebenslange Haft – er kündigte Berufung an.

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Fast 30 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf Tupac Shakur hat eine Geschworenenjury am Regional Justice Center in Las Vegas ein historisches Urteil gefällt: Sie sprach den früheren Gang-Anführer Duane „Keffe D“ Davis (63) am Montag des Mordes ersten Grades schuldig.

Die Entscheidung fiel schnell. Wie CBS News berichtet, brauchten die Geschworenen weniger als drei Stunden, um über neun Verhandlungstage mit 24 Zeugen der Anklage und drei der Verteidigung zu beraten. Davis selbst hatte auf nicht schuldig plädiert und kündigte unmittelbar nach der Verkündung Berufung an.

Das Strafmaß soll am 13. Oktober 2026 verkündet werden. Nach dem Recht von Nevada droht ihm lebenslange Haft – auch wenn er die tödlichen Schüsse nicht selbst abgegeben haben soll.

The core facts remain. The material facts remain.
Binu Palal, Chief Deputy District Attorney, Clark County

Die Tatnacht von Las Vegas

Ausgangspunkt war der Abend des 7. September 1996. Tupac Shakur besuchte mit Death-Row-Mitbegründer Marion „Suge“ Knight den Boxkampf von Mike Tyson gegen Bruce Seldon im MGM Grand. Danach kam es zu einer Schlägerei, bei der Shakur und seine Begleiter laut Anklage Orlando Anderson, den Neffen von Davis, verprügelten.

Auf der Fahrt durch die Stadt hielt Shakurs schwarzer BMW an einer roten Ampel, als ein weißer Cadillac neben ihm hielt. Aus dem Wagen fielen mehrere Schüsse. Shakur wurde getroffen und erlag sechs Tage später, am 13. September 1996, seinen Verletzungen. Knight überlebte mit einem Streifschuss.

Der lange Weg zur Anklage

Über Jahrzehnte blieb der Fall ohne strafrechtliche Konsequenzen. Erst Davis‘ eigene Aussagen brachten die Ermittler auf seine Spur: In Interviews, Dokumentationen, einem Polizeiverhör von 2008 und seinen 2019 veröffentlichten Memoiren „Compton Street Legend“ hatte er immer wieder erklärt, selbst im weißen Cadillac gesessen und die Waffe weitergereicht zu haben.

2023 wurde Davis in Las Vegas festgenommen und von einer Grand Jury wegen Mordes angeklagt. Der Prozess begann im August 2026 – und endete nun mit dem ersten Schuldspruch in der Geschichte des Falles.

Chronologie des Falls

  1. 7. September 1996
    Tupac Shakur wird angeschossen

    Nach dem Tyson-Boxkampf fällt aus einem weißen Cadillac ein Schusshagel auf Shakurs BMW.

  2. 13. September 1996
    Tupac Shakur stirbt

    Der 25-Jährige erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen.

  3. 2023
    Davis wird angeklagt

    Duane „Keffe D“ Davis wird festgenommen und von einer Grand Jury wegen Mordes angeklagt.

  4. August 2026
    Prozessbeginn

    Der Mordprozess startet mit 24 Zeugen der Anklage und drei der Verteidigung.

  5. 31. August 2026
    Schuldspruch

    Die Jury spricht Davis nach weniger als drei Stunden Beratung schuldig.

  6. 13. Oktober 2026
    Strafmaß

    Das Urteil wird verkündet; Höchststrafe ist lebenslange Haft.

Schuldspruch und Ausblick

Die Anklage stützte sich vor allem auf Davis‘ eigene Widersprüche und öffentliche Bekenntnisse. Chefankläger Binu Palal argumentierte, die Schießerei sei geplant gewesen – und hielt den Geschworenen Davis‘ Buch entgegen. Staatsanwalt Marc DiGiacomo nannte ein bei Davis gefundenes Sammelalbum mit Zeitungsartikeln über Shakur: „This guy‘s scrapbooking his murder, for God‘s sake.“

Verteidiger Michael Sanft hielt dagegen, es gebe keine physischen Beweise, die Davis in der Tatnacht in Las Vegas platzierten. Sein Mandant sei ein Lügner und Angeber, der Geschichten erfunden habe. Die Jury folgte dieser Argumentation nicht.

Im Gerichtssaal war die Erleichterung groß: Tupacs Schwester Sekyiwa „Set“ Shakur weinte und griff nach einer Person hinter ihr, Stiefbruder Mopreme Shakur reckte die Faust in die Luft. Davis‘ Sohn hielt sich das Gesicht zu. Tupac Shakur zählt mit mehr als 75 Millionen verkauften Tonträgern zu den einflussreichsten Rappern aller Zeiten.

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