„Die Brücke“-Star Cordula Trantow mit 83 Jahren gestorben
Sie wurde mit Bernhard Wickis Antikriegsfilm „Die Brücke“ berühmt, für einen Golden Globe nominiert und kehrte Hollywood den Rücken: Cordula Trantow ist im Alter von 83 Jahren gestorben.
Sie wurde mit 16 Jahren zum Star und kehrte Hollywood bewusst den Rücken: Cordula Trantow ist tot. Die deutsche Schauspielerin starb bereits am 12. August 2026 im Alter von 83 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreise ihrer Familie, wie ihre Berliner Agentur Nicolai laut Süddeutscher Zeitung mitteilte. Die Öffentlichkeit erfuhr erst am 1. September 2026 von ihrem Tod.
Trantow wurde während des Zweiten Weltkriegs in Berlin geboren und lebte später lange in Bayern. Sie absolvierte zunächst eine Ballettausbildung, ehe sie zur Schauspielerei wechselte.
Durchbruch mit „Die Brücke“
Ihren Durchbruch feierte sie 1959 mit Bernhard Wickis Antikriegsfilm „Die Brücke“. An der Seite des damals 14-jährigen Volker Lechtenbrink spielte die 16-Jährige die Franziska und erhielt dafür das Filmband in Gold als beste Nachwuchsschauspielerin, wie die FAZ würdigte.
Die FAZ beschrieb ihre Erscheinung als „lieblich-schön, mit den ausdrucksstarken Augen ein wenig exotisch, jedenfalls nicht typisch deutsch, später ins angenehm Herbe gehend“. Trantow selbst sagte später, „Die Brücke“ habe ihr „alle Türen geöffnet“ und sei ein Geschenk gewesen.
Hollywood und die bewusste Absage
Der Erfolg führte sie bis nach Hollywood. 1962 spielte sie in der US-Produktion „Hitler“ die Nichte des Diktators und wurde dafür für einen Golden Globe nominiert, wie GALA berichtet.
Doch Trantow entschied sich bewusst gegen eine internationale Karriere. Ihr innerer Kompass habe sie in eine andere Richtung geführt, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Für sie zählte die Arbeit am Theater und im deutschen Fernsehen mehr als der Glanz der Traumfabrik.
„Das bedeutete mir überhaupt nichts.“
Cordula Trantow, Schauspielerin
Theater, Regie und Krimiserien
Stattdessen prägte sie jahrzehntelang die deutsche Bühnenlandschaft. Sie stand unter anderem in München und Stuttgart auf der Bühne, arbeitete später auch als Regisseurin und gründete den Weilheimer Theatersommer in Oberbayern, der mit einer umstrittenen „Faust“-Inszenierung Schlagzeilen machte.
Dem Fernsehpublikum blieb sie durch zahlreiche Krimiserien wie „Derrick“ und „Der Alte“ sowie Produktionen wie „Unser Walter“ und „Ein zauberhaftes Biest“ präsent. Verheiratet war sie mit dem Theaterregisseur Rudolf Noelte, in dessen Kafka-Verfilmung „Das Schloss“ (1968) sie mitwirkte.
Cordula Trantows Karriere-Stationen
1959
Durchbruch mit „Die Brücke“
Filmband in Gold als beste Nachwuchsschauspielerin.
1962
Golden-Globe-Nominierung
Für die Rolle als Hitlers Nichte in der US-Produktion „Hitler“.
1968
Mitwirkung in „Das Schloss“
In der Kafka-Verfilmung ihres Ehemanns Rudolf Noelte.
Spätere Jahre
Bühne und Fernsehen
Theaterstationen in München/Stuttgart, Weilheimer Theatersommer, „Derrick“ und „Der Alte“.
12. August 2026
Tod mit 83 Jahren
Cordula Trantow stirbt nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreise ihrer Familie.
Abschied mit einer Prise Humor
Neben ihrem großen Engagement für das klassische Theater habe Trantow ein unverkennbares Faible für das Komische gehabt und gerne entsprechende Rollen übernommen, hieß es in der Mitteilung der Agentur Nicolai in Berlin. Noch im hohen Alter erzählte sie in Interviews von Begegnungen, die ihre Wirkung bis heute zeigen: „Ich treffe immer noch Menschen und besonders Männer, die behaupten, ich sei der Schwarm ihrer Jugend gewesen – unter anderem Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder.“