Kerstin Ott redet Klartext über ausbleibende Ticketverkäufe
In der Giovanni Zarrella Show spricht Kerstin Ott offen über die Krise im Livegeschäft. Sie bekennt: Auch ihre Shows sind nicht immer ausverkauft – und fordert Ehrlichkeit statt Beschönigung.
Kerstin Ott macht aus der Krise im Livegeschäft kein Geheimnis. In der ZDF-Show „Die Giovanni Zarrella Show – Die große Sommerparty“ (Ausstrahlung am 29. August 2026) räumt die 44-jährige Schlagersängerin ein: Auch bei ihr sind längst nicht alle Shows ausverkauft.
„Auch bei mir gibt es Shows, die nicht gut verkauft sind. Es ist eine Krisenzeit. Es ist teurer geworden.“
Kerstin Ott, Schlagersängerin
In einer Gesprächsrunde mit Gastgeber Giovanni Zarrella, Adam Lambert und Vanessa Mai fordert Ott einen offenen Umgang mit der Krise: „Man sollte da offen mit umgehen. Ich brauche mich nicht hinstellen und sagen: Bei mir ist immer alles ausverkauft“, zitiert radioszene.de die Sängerin.
Die Gespräche fanden im Rahmen der Musikinitiative „Music Made in Germany“ statt. Moderatorin Miriam Audrey Hannah sprach hinter der Bühne auf dem Mainzer Lerchenberg mit mehreren Stars über die Frage, was mit der Livekultur passiert, wenn Konzerte für Künstler teurer und für Fans unerschwinglicher werden.
Weniger Geld im Portemonnaie, höhere Produktionskosten
Als Hauptgrund nennt Ott die gesunkene Kaufkraft des Publikums. Ein Konzertbesuch sei für viele Menschen eine bewusste Abwägung geworden, sagte sie in der Sendung.
„Die Leute haben wenig Geld im Portemonnaie. Viele sparen sich das zusammen.“
Kerstin Ott, Schlagersängerin
Zugleich seien die Einnahmen aus dem Verkauf physischer Tonträger weitgehend weggebrochen. „Heute ist eine CD oder ein Album ein Live-Ticket. Das ist auch wirklich schwierig geworden“, zitiert eventmasterbook.de die Sängerin.
Besonders schwer hätten es junge Künstler. Ott zeigt sich dankbar für ihre eigenen Hits und die daraus gesicherten Einnahmen, weist aber darauf hin, dass ein Newcomer heute mit einem einzigen Hit „nicht mehr monatelang den Kühlschrank vollmachen“ könne. Deshalb unterstützt sie bewusst Nachwuchskünstler und nimmt auch weniger bekannte Acts mit auf Tour.
Helene Fischer verteidigt hohe Ticketpreise
Die Debatte um steigende Ticketpreise betrifft die gesamte Musikszene. Helene Fischer (42) verwies in den ARD-„Tagesthemen“ auf die vielen Beschäftigten hinter einer großen Produktion: „Wir schaffen irgendwo auch Arbeitsplätze.“
Fischer, die bald wieder mit Florian Silbereisen auf der Bühne stehen soll, kann laut Express und Kölner Stadt-Anzeiger als Ausnahmekünstlerin hohe Preise noch durch aufwendige Stadionshows rechtfertigen – während die Lage bei Ott die Realität vieler anderer Künstler zeigt. Helene Fischer hatte ihre Ticketpreise zuletzt bereits verteidigt.
Weitere Künstler kämpfen mit Absagen
Die Probleme betreffen nicht nur Ott oder den Schlager. Ela Steinmetz sagte ihre „Pinke-Plüschjacke-Tour“ vollständig ab, Gabriel Kelly, Wincent Weiss und Max Giesinger mussten zuletzt Tourneen oder einzelne Konzerte wegen schleppender Vorverkäufe streichen. International strichen laut Express und Kölner Stadt-Anzeiger sogar Jennifer Lopez und The Black Keys Arena-Tourneen.
Auch andere Beteiligte äußerten sich in der Show. Adam Lambert nannte das Problem ein weltweites: „Ich glaube, das ist überall so. Es kostet einfach so viel, diese Shows auf die Beine zu stellen.“ Andi Weizel von Frida Gold bezeichnete einen Konzertbesuch als „wirkliches Investment“ und rief Fans dazu auf, lieber mehrfach auf Clubkonzerte zu gehen. Vanessa Mai schätzt es umso mehr, wenn Leute heute Geld für ein Ticket ausgeben, und setzt bewusst auf kleinere Club-Locations.
Umfrage
Lädt
Der Streit, den die Branche gerade führt
Was die Berichterstattung herausarbeitet: Steigende Produktionskosten und wegbrechende Tonträger-Einnahmen treiben die Ticketpreise nach oben – während gleichzeitig die Kaufkraft der Fans sinkt. Künstler wie Ott fordern deshalb Ehrlichkeit statt Beschönigung, während Stars wie Helene Fischer die hohen Preise mit den Arbeitsplätzen hinter einer Tour rechtfertigen. Dazwischen liegt, wie schlager.de formuliert, „der Streit, den die Branche gerade führt“.
Für Ott steht fest: Sie will sich nicht hinter Erfolgsmeldungen verstecken. Ob ihre Offenheit Schule macht oder ob die Branche weiter beschönigt, wird sich in den kommenden Tourneen zeigen.