Jens Spahn zeigt Ski Aggu wegen Verleumdung an
Bild: KI-generiert
Justiz

Jens Spahn zeigt Ski Aggu wegen Verleumdung an

Der CDU-Politiker geht juristisch gegen den Rapper vor, nachdem dieser im Livestream behauptet hatte, Spahn und sein Ehemann hätten Drogen genommen. Ski Aggu nennt die Geschichte Satire.

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Jens Spahn (46) macht Ernst: Der CDU-Politiker hat Strafanzeige wegen Verleumdung gegen den Rapper Ski Aggu (28, bürgerlich August Jean Diederich) erstattet und ihn anwaltlich abmahnen lassen. Anlass ist ein Livestream, in dem der Musiker behauptet hatte, Spahn und dessen Ehemann Daniel Funke hätten auf einer Party Drogen konsumiert.

Die Äußerungen fielen am späten Abend des 18. August 2026 in der „Almani Show“, die vom Berliner U-Bahnhof Tempelhof auf Twitch übertragen wurde. Dort erzählte Ski Aggu, er habe Jens Spahn und Daniel Funke auf einer privaten Feier getroffen und beiden den Konsum illegaler Substanzen vorgeworfen. Wörtlich sagte er: „Ich schwöre, die haben die schlimmsten Bretter gezogen.“

Die Party bezeichnete er als „Chem-Party“ beziehungsweise nach anderer Lesart als „Shem-Party“ – Begriffe, die für private Treffen mit Drogenkonsum und teils verabredetem Sex stehen. Wo und wann die Feier stattgefunden haben soll, ließ der Rapper offen. Direkt im Anschluss bat er darum, die Passage herauszuschneiden, weil er „nicht irgendwie Stress“ wolle. Doch die Hosts klärten ihn auf, dass es sich um einen Livestream handelte – die Aussagen waren bereits öffentlich.

Chronologie der Eskalation

  1. 18. August 2026
    Livestream aus dem U-Bahnhof Tempelhof

    Ski Aggu erhebt Drogenvorwürfe gegen Jens Spahn und Daniel Funke. Die Polizei stoppt den nicht angemeldeten Stream.

  2. 2. September 2026
    Ausschnitte verbreiten sich viral

    Die Passage mit den Spahn-Aussagen kursiert in sozialen Medien und erreicht große Reichweite.

  3. 3. September 2026
    Bericht über Strafanzeige

    Der „Stern“ meldet zuerst, dass Spahn den Rapper abmahnen lässt und Strafanzeige stellt. Spahns Büro und Anwalt bestätigen.

Ski Aggus Verteidigung: „Vollständig erfundene Satire“

Der Rapper selbst ruderte zurück und betonte, die Erzählung sei frei erfunden. Unter einem Instagram-Video schrieb er:

die erzählte story im video ist ausgedacht und dient nur zu unterhaltungszwecken (es lässt sich derweil nur mutmaßen, wie sehr der maskendeal geschmeckt hat..)
Ski Aggu (Rapper)

Sein Management erklärte, es habe sich um eine vollständig erfundene satirische Erzählung gehandelt, nicht um einen Tatsachenbericht. Sowohl der Streamer als auch Ski Aggu hätten in Videobeschreibung und Kommentaren öffentlich klargestellt, dass die Geschichte satirisch gemeint war.

Spahns Anwalt: Abmahnung und Strafantrag

Jens Spahns Büro ließ über den „Stern“ mitteilen: „Die Inhalte des Videos sind frei erfunden und erlogen. Die Ersteller des Videos wurden anwaltlich abgemahnt, das Video wurde zwischenzeitlich gelöscht. Eine Strafanzeige wird gestellt.“ Medienanwalt Ralf Höcker bestätigte die Abmahnung und kündigte an, Strafanzeige wegen Verleumdung zu stellen – sowohl gegen Ski Aggu als auch gegen einen Weiterverbreiter.

Wir haben ihn im Namen von Jens Spahn abgemahnt und Strafantrag gestellt.
Ralf Höcker, Medienanwalt von Jens Spahn

Auf X schrieb Höcker, Ski Aggu sei es wohl eher um Reichweite gegangen. Gegenüber dem SPIEGEL bestätigte er, die Strafanzeige sei inzwischen erstattet worden. Ähnlich wie bei Danni Büchners Strafanzeige gegen Hasskommentare geht es auch hier um die Grenze zwischen Satire und rufschädigender Tatsachenbehauptung.

Der nicht angemeldete Livestream hatte noch weitere Konsequenzen: Sicherheitsleute der Berliner Verkehrsbetriebe und die Polizei stoppten die Übertragung und verwiesen die Beteiligten des U-Bahnhofs. Gegen die Gruppe hinter der „Almani Show“ wird inzwischen wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch ermittelt.