JD Vance über Endzeit: „Wenn es zur Apokalypse führt, ist das okay“
Der US-Vizepräsident hält ein baldiges Ende der Welt für möglich – und wäre nicht schockiert, wenn der Antichrist bereits unter uns weilt. Seine Politik solle Gottes Werk sein, sagt JD Vance in einem Podcast.
US-Vizepräsident JD Vance hält das Ende der Welt für möglich – und hätte nichts dagegen, wenn seine eigene Politik es mit auslöst. In einem Podcast erklärte der 42-Jährige, er wolle vor allem „so viel von Gottes Werk wie möglich“ tun; führe das zur Endzeit, sei das „okay“.
Die Episode des „The Bryce Crawford Podcast“ wurde am Montag veröffentlicht und dauerte rund eine Stunde, wie die Transkript-Auswertung von NBC News zeigt. Gastgeber Bryce Crawford ist ein 22-jähriger evangelikaler Straßenprediger, dessen Videos Titel wie „Preaching the gospel in Chicago's deadliest neighborhood“ tragen.
„Ich wäre nicht schockiert, wenn wir in der Endzeit leben. Worauf ich mich konzentrieren will, ist, jetzt so viel von Gottes Werk wie möglich zu tun – und wenn das zur Endzeit führt, okay.“
JD Vance, US-Vizepräsident
Antichrist, KI und eine „dunkle Energie“
Auf die Frage, ob der Antichrist bereits unter den Menschen weile, antwortete Vance ausweichend, aber nicht beruhigend: Es gebe Dinge auf der Welt, die ihn „nicht schockieren“ würden. Als besorgniserregendes Beispiel nannte er künstliche Intelligenz.
Bei manchen KI-Unternehmen herrsche eine „wirklich, wirklich seltsame spirituelle dunkle Energie“, sagte er. Den Einsatz eines Chatbots als Eheberater nannte Vance „irgendwie satanisch“ – es gebe kein echtes menschliches Feedback. Zudem berichtete er von einer regelrechten „Begräbniszeremonie“ eines großen Tech-Unternehmens für alte Produktmodelle, ohne den Firmennamen zu nennen.
Trump, UFOs und die Vorsehung
Crawford sprach auch das KI-generierte Bild an, mit dem sich Donald Trump im Frühjahr als Jesus-ähnliche Heilerfigur dargestellt hatte. Vance nahm den Präsidenten in Schutz, wie die Mitschrift des Guardian dokumentiert: Trump habe Gott weder verspotten noch nachahmen wollen.
„Er wollte Gott nicht verspotten oder nachahmen – so ist er einfach nicht.“
JD Vance über Donald Trump
Auch bei UFOs blieb der Vizepräsident im Spekulativen: Er habe keine Akte, die beweise, dass es sich um Dämonen statt Außerirdische handle. Das Überleben Trumps beim Attentat von Butler 2024 deutete er als Werk der Vorsehung – ein solcher Zufall geschehe nicht „ohne die Hand der Vorsehung“.
Vom evangelikalen Bibelgürtel zur katholischen Apokalyptik
Vances Endzeit-Faszination reicht bis in die Kindheit zurück: Mit zehn oder elf Jahren bekam er eine „John Hagee Prophecy Study Bible“. 2019 konvertierte er zum römisch-katholischen Glauben, im Sommer 2026 veröffentlichte er sein spirituelles Memoir „Communion“.
Vances Weg zur Apokalypse
2019
Konversion zum Katholizismus
Der spätere Vizepräsident tritt in die römisch-katholische Kirche ein.
Sommer 2026
Spirituelles Memoir
„Communion“ erscheint und beschreibt seine religiöse Reise.
31. August 2026
Podcast-Episode
Im Bryce Crawford Podcast spricht Vance über Endzeit, Antichrist und KI.
2. September 2026
Internationale Berichterstattung
US-Medien und deutsche Zeitungen greifen die Aussagen auf.
Sein früherer Förderer, Tech-Milliardär Peter Thiel, hatte Anfang des Jahres in Rom eine vierteilige Vorlesungsreihe über das bevorstehende Armageddon gehalten und erklärt, er mache sich Sorgen wegen des Antichristen.
Ein Vizepräsident im Modus der Apokalypse
Vances Aussagen lösten international Irritationen aus – nicht weil er gläubig ist, sondern weil er als zweithöchster Mann der USA offen den Weltuntergang als akzeptablen Ausgang seiner Politik beschreibt. Die Frage, ob das privater Glaube oder Regierungsprogramm ist, bleibt unbeantwortet.
Auf die Frage nach seiner Chance, in den Himmel zu kommen, gab sich Vance auf einer Skala von 1 bis 10 eine „7 oder 8“ – vor einem Jahr wäre es eine „5 oder 6“ gewesen. Das wirft die Frage auf, welche politischen Entscheidungen er künftig als Gottes Werk versteht.