Stuttgarter Vater überfährt 18 Monate alte Tochter auf Campingplatz
Bei einem Rangierunfall auf einem Campingplatz in Lothringen hat ein 45-jähriger Vater aus Stuttgart seine kleine Tochter erfasst. Das Mädchen starb noch an der Unfallstelle – die Staatsanwaltschaft spricht von einem tragischen Zufall.
Es ist der Albtraum jeder Familie im Urlaub: Auf dem Campingplatz Capfun de la Tensch in Grostenquin (Lothringen) hat ein 45-jähriger Vater aus Stuttgart am Mittwochnachmittag seine 18 Monate alte Tochter mit dem Familien-SUV überfahren. Das Kind starb trotz des sofortigen Großeinsatzes noch an der Unfallstelle.
Wie Le Parisien über die Ankunft der Familie berichtet, war die Familie aus Stuttgart gerade erst mit ihren vier Kindern angekommen. Weil sie in einem anderen Bungalow wohnen wollte, bat sie um eine Umquartierung. Der Vater setzte daraufhin den SUV zurück, um das Fahrzeug näher an die neue Unterkunft zu fahren.
Die 42-jährige Mutter war in diesem Moment im Bungalow. Der Vater hatte die Tochter und ihre drei Brüder – einen siebenjährigen Jungen und zwei vierjährige Zwillinge – zunächst vom Fahrzeug ferngehalten.
Zufällige Umstände
Doch die kleine Gruppe näherte sich unvermittelt wieder dem Auto. Die Kollision ereignete sich in der Nähe des Empfangs, wie die Zeitung zum Unfallort berichtet. Das Mädchen war der Aufsicht des Vaters entglitten.
„Das Kind war mit seinen Brüdern zunächst vom Auto ferngehalten worden, doch die kleine Bande näherte sich schließlich unversehens wieder, und die Kollision ereignete sich unter zufälligen Umständen.“
Olivier Glady, Staatsanwalt von Sarreguemines
Mit dieser Einordnung macht der Staatsanwalt deutlich: Es geht nicht um Vorsatz oder Trunkenheit, sondern um eine tragische Verkettung. Genau das bestätigen auch die Tests.
Vergebliche Wiederbelebung
Ein Großaufgebot an Rettungskräften eilte zum Unfallort: Feuerwehren aus Morhange und Albestroff sowie der mobile Notarztdienst Smur de Forbach. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Helfer versuchten vergeblich, das schwer verletzte Mädchen wiederzubeleben.
Die Gendarmen führten beim Vater toxikologische und Alkohol-Screenings durch. Beide Tests fielen negativ aus. Der 45-Jährige stand weder unter Drogen noch unter Alkohol.
Was bleibt
Der Vater stand nach dem Unglück unter Schock und konnte zunächst nicht vernommen werden. Die Gendarmerie-Brigade von Grostenquin ermittelt weiter, um den genauen Hergang zu klären. Für die Familie und Zeugen wurde eine psychologische Betreuungszelle eingerichtet.
Nach ersten Erkenntnissen dürfte kein Strafverfahren eingeleitet werden; der Vorfall wird als häuslicher Unfall eingestuft. Der Fall erinnert an ein ähnliches Drama in Deutschland: Mutter vergaß Tochter im heißen Auto – auch dort starb ein Kleinkind.